Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Mehr Angebote für Kinder: So soll sich Augsburgs Innenstadt verändern

Augsburg

So sollen sich Familien und Kinder in der Augsburger Innenstadt bald wohler fühlen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Die Fußgängerzone ist unter der Woche mäßig gefüllt, der Umsatz in den Geschäften lässt zu wünschen übrig. Was hat das für Folgen für die Innenstadt?
    Die Fußgängerzone ist unter der Woche mäßig gefüllt, der Umsatz in den Geschäften lässt zu wünschen übrig. Was hat das für Folgen für die Innenstadt? Foto: Marcus Merk

    Die Stadt Augsburg möchte die Fußgängerzone in diesem Jahr mit Spielelementen für Kinder aufhübschen, nachdem ein Innenstadt-Spielplatz für den Moment mangels Standort nicht machbar scheint. Vorgesehen sind nun Mini-Hüpfelemente in der Annastraße und am Fuggerplatz, eine Slackline am Martin-Luther-Platz und Tischtennisplatten am Moritzplatz, um Familien zu locken. Politisch gibt es Kritik. Was die Stadt zur Innenstadtbelebung vorlege, reiße nicht vom Hocker, so SPD und Generation Aux. Die Stadt verweist auf eine Innenstadt-Strategie fürs Jahr 2035, die bis Oktober fertig sein soll.

    „Leute kommen in die Stadt, um Erlebnisse zu konsumieren“

    Im Wirtschaftsausschuss des Stadtrats stellten Stadt und das von ihr beauftragte Beratungsunternehmen Cima zuletzt ihre Pläne vor. Händler klagen wie berichtet über Umsatzrückgänge, es gibt häufiger Geschäftswechsel. Die Strategie wird Themen wie Online-Handel, Wohnen, Stadtgrün, Aufenthaltsqualität und Mobilität zusammenfassen müssen. Seit Ende 2025 diskutieren Vertreter der Wirtschaft, Kulturschaffende, Stadtplaner und Verwaltung. Im Frühjahr werden erste Überlegungen vorgestellt. Die Bandbreite ist hoch: „Die Leute kommen in die Stadt, um Erlebnisse zu konsumieren“, sagt etwa Sebastian Priller, Brauereichef und IHK-Regionalvorstand. Ums Essen oder den Einkauf gehe es natürlich auch, der Erlebnischarakter spiele aber eine wichtigere Rolle. „Und dafür braucht es Räume mit Wow-Effekt.“

    Stadtplanerin Bü Prechter sagt, Klimawandelanpassung werde wichtig, damit die Innenstadt sich im Sommer gegen klimatisierte Einkaufszentren behaupten könne. Und nötig würden auch Plätze, die Begegnung ermöglichen. „Volkskrankheit Nummer eins ist Vereinsamung“, so Prechter. Auch Sicherheit und Sauberkeit werden eine stärkere Rolle spielen, so Cima-Chef Christian Hörmann. Dieser Komplex gewinne in bundesweiten Verbraucherbefragungen an Gewicht.

    Opposition im Stadtrat: „Jahrelang untätig gewesen“

    Laut Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle (CSU) wolle man mit allen Interessensgruppen die Transformation angehen. Darum brauche der Prozess Zeit. Die Rathausopposition hält der Stadt Schneckentempo vor. Die Stadt versuche krampfhaft, eine offene Flanke beim Thema Innenstadtentwicklung zu schließen, nachdem man jahrelang untätig gewesen sei, so Generation-Aux-Stadtrat Raphael Brandmiller. Florian Freund (SPD) kritisiert, dass die Stadt schon bei kleinen Maßnahmen kaum vorankommt. Aus der Koalition von CSU und Grünen kommt Widerspruch. Die Diskussion, was Innenstädte heute leisten müssen, werde allerorten geführt. Im übrigen sei sie gespannt, wie manche Ideen aus Wahlprogrammen bezahlt werden sollen, so Margarete Heinrich (CSU) in Richtung SPD und Generation Aux.

    Zum Thema Innenstadt gibt es unterschiedliche Positionen in den Wahlprogrammen der Parteien. Ein Überblick:

    CSU: Die CSU verweist im Wesentlichen auf den von der Stadt angestoßenen Innenstadt-Strategieprozess. Verändertes Konsum- und Mobilitätsverhalten sowie mehr Hitzetage machten es nötig, die City neu zu denken. Geplant ist ein Innenstadtfonds, aus dem Verbesserungsmaßnahmen bezahlt werden können.

    Grüne: Die Grünen setzen auf Aufenthaltsqualität durch Begrünung, Sitzgelegenheiten, Spielmöglichkeiten und gute Erreichbarkeit auch ohne eigenes Auto. Kultur soll die Innenstadt beleben, speziell inhabergeführte Geschäfte sollen gehalten werden. Dabei helfen soll ein Mietspiegel für Gewerbeflächen oder bei städtischen Immobilien eine umsatzabhängige Miete.

    SPD will den Königsplatz für Familien und Senioren interessanter machen

    SPD: Die SPD setzt auf den Bau der Fugger-Promenade, die Entwicklung der Bahnhofstraße zur Fußgänger- und Radzone und eine Umgestaltung des Königsplatzes, um ihn für ältere Menschen und Familien interessanter zu machen. Nötig sei auch eine Neukonzeptionierung der Fleischhalle auf dem Markt zum Einkaufs- und Gastroerlebnisraum.

    AfD: Die AfD will „hohe Aufenthaltsqualität und echte Lebensnähe“. Letztere erfolgt stark über eine Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto, nachdem diese hinten runterzufallen drohe. Stadtpolitik müsse sich am Alltag der arbeitenden Bevölkerung orientieren, etwa der Mutter, die auf dem Weg von der Kita noch kurz einkaufen wolle.

    Freie Wähler: Die Freien Wähler setzen sich unter anderem dafür ein, Gratis-Kurzparkzonen in der Innenstadt einzuführen. Das wäre ein ähnliches Modell wie die im Sommer 2022 abgeschaffte „Semmeltaste“, künftig nur auf Smartphone-Basis. Nötig sei zudem eine familienfreundliche Innenstadt und ein funktionierender Stadtmarkt.

    FDP, Pro Augsburg und Linke setzen bei Mieten für Läden an

    FDP/Pro Augsburg: Der Handel soll durch Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten gestärkt werden, parallel sind Stadtgrün, Spielplätze und Sauberkeit/Sicherheit wichtige Aspekte. Auch die Mieten für Geschäfte müssten stabil bleiben. Nötig seien pragmatische Lösungen statt Symbolpolitik.

    Linke: Die Linken befürworten einen Mietendeckel für Geschäftsräume zur Entlastung des Einzelhandels und einen günstigeren Nahverkehr, um die Innenstadt für alle Bürger gut erreichbar zu machen. Zudem seien auch mehr Räume ohne Konsumzwang in der Innenstadt nötig, weil sich nicht jeder den Cafébesuch leisten könne.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren