Millionen-Villa im Augsburger Thelottviertel findet weiter keinen Käufer
Augsburg
Millionen-Villa im Augsburger Thelottviertel findet keinen Käufer
Für knapp zwei Jahre stand das denkmalgeschützte Gebäude zum Verkauf. Nun hat der Eigentümer offenbar aufgegeben. In der Nachbarschaft gibt es Zweifel.
Eine historische Immobilie im Thelottviertel steht seit 15 Jahren leer. Sie verwahrlost zusehends.Foto: Annette Zoepf (Archivbild)
Die denkmalgeschützte ehemalige Fabrikantenvilla in der Perzheimstraße 36, die für knapp zwei Jahre auf dem Immobilienportal ImmoScout24 für rund 1,1 Millionen Euro zum Verkauf angeboten wurde, findet offenbar keinen Abnehmer. Es habe zwar Interessenten für das Gebäude gegeben, erklärt der Eigentümer auf Anfrage unserer Redaktion. Er möchte anonym bleiben. Doch die seien wegen des schlechten Zustandes der Immobilie und der hohen Sanierungskosten abgesprungen. „Der Makler wollte nicht mehr weitermachen“, sagt er. Deshalb habe dieser die Anzeige von der Plattform gelöscht. Nun stellt sich die Frage, wie es weitergeht.
Wie berichtet, steht das Haus seit rund 15 Jahren leer. 2015 wurde es entkernt, seit 2020 plante der derzeitige Eigentümer wegen des desolaten Zustands den Abbruch der Villa. Stattdessen wollte er ein Mehrfamilienhaus bauen. Unterbunden wurde das Vorhaben im März 2021 durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das die Villa kurz vor dem geplanten Abbruch als Baudenkmal auswies. Den späteren Versuch einer denkmalrechtlichen Erlaubnis für einen Abriss des Gebäudes lehnte die Denkmalschutzbehörde der Stadt ab.
Historisches Gebäude im Thelottviertel: Sanierungskosten liegen bei drei Millionen Euro
Seither hat sich rund um das 275 Quadratmeter große Gebäude nicht viel getan. Auf ImmoScout24 führte der Makler ein Restaurierungskonzept an, das einen Sanierungsumfang von rund drei Millionen Euro vorsah. Dass der Sanierungsbedarf derartig hoch ausfiel, wird von einem Kenner der Immobilie aus der erweiterten Nachbarschaft dem jetzigen Eigentümer angelastet. Dieser habe den seinerzeitigen Mietern wegen Eigenbedarfs gekündigt. Der Eigentümer habe damals bemängelt, dass die Fußböden von den Mietern zu sehr abgenutzt und bei der Räumung nicht ordentlich hinterlassen worden seien. Das Gebäude sei aber zu diesem Zeitpunkt in einem „funktionsfähigen Zustand“ gewesen, sagt der Nachbar unserer Redaktion. Erst danach sei das Haus verwahrlost.
Villa im Augsburger Thelottviertel wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut
Der Eigentümer hat laut eigenen Aussagen keine Ambitionen mehr, eine Abrisserlaubnis zu erwirken und ein modernes Mehrfamilienhaus zu bauen. „Es ist momentan in Deutschland nicht attraktiv, Geld zu investieren“, sagt er. Somit dürfte das Gebäude weiter verfallen. Die rotfarbene Villa im Thelottviertel wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem bekannten Augsburger Architekten Sebastian Buchegger errichtet. Der zweigeschossige Bau wurde im Stil der Heimatschutzbewegung geplant. Das Landesamt für Denkmalpflege hebt unter anderem das Mansardgiebeldach und die gerundete Altane, den Balkonanbau, hervor.
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