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Mit Concierge, Fitnessgeräten und Reinigungskraft: Private Studentenwohnheime in Augsburg

Augsburg

„Man hat hier einen Luxuseffekt“: Studenten mit Geld finden in Augsburg schnell eine Wohnung

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    Das private Wohnheim Studiosus 5 wirbt mit „studentischem Lifestyle“ – den man sich aber erst einmal leisten können muss.
    Das private Wohnheim Studiosus 5 wirbt mit „studentischem Lifestyle“ – den man sich aber erst einmal leisten können muss. Foto: Michael Hochgemuth (Archivbild)

    Ein Concierge, der Pakete entgegennimmt und für Sicherheit sorgt, ein „Fitness-Deck“, eine „Community-Lounge mit Flatscreen-Fernseher, Lounge-Sitzmöbel“. Das private Studentenwohnheim Studiosus 5 im Augsburger Textilviertel verspricht Exklusivität und Apartments für den „studentischen Lifestyle“. Studentischer Lifestyle? Für viele bedeutet das eher: knappes Budget, zu wenig Bafög, Pragmatismus bei der Wohnungssuche. Doch eine Reihe privater Wohnheime in Augsburg setzt auf ein anderes Modell: Z53, Campus Nachbarn oder D-Metris werben mit schicken Ein-Zimmer-Apartments und Galeriewohnungen – teils möbliert, meist zu hohen Preisen. Im Rebhuhn 11 kostet die Miete bis zu 1049 Euro im Monat. Mindestens sieben private Wohnheime gibt es in Augsburg inzwischen. Wer kann sich das leisten?

    Als Fenja, 27, Ende 2025 eine Wohnung in Augsburg sucht, muss es schnell gehen. Nach einer Trennung braucht sie kurzfristig ein neues Zuhause. Sie schickt eine Anfrage an das Studiosus 5, das größte private Wohnheim in Augsburg. Innerhalb weniger Tage erhält sie eine Zusage. Im März zieht sie ein: 23 Quadratmeter, 570 Euro Miete. Mit Strom, Internet und Rundfunkbeitrag zahle sie monatlich rund 650 bis 680 Euro, erzählt sie.

    Ihre Vermieterin kennt Fenja nur vom Mietvertrag. Denn wie bei vielen privaten Wohnheimen gehören die einzelnen Apartments im Studiosus 5 Privatleuten. Sie werden über die Verwaltungsgesellschaft Eukia verwaltet. Laut der eigenen Webseite kostet ein Apartment im Studiosus 5 bis zu 1.190 Euro brutto. Zum Vergleich: Beim Studierendenwerk kostet ein 16-Quadratmeter-Apartment in Göggingen 281 Euro warm, selbst die teuersten Anlagen in der Bürgermeister-Ulrich-Straße liegen bei rund 409 Euro.

    Private Wohnheime in Augsburg: „Wer Budget hat, kommt so einfach wie noch nie an eine Wohnung“

    Wohnraum in Augsburg ist knapp, auch für Studierende. Auf 2.764 Wohnheimplätze kommen knapp 26.000 Studis. Wer hier einen Platz will, wartet im Schnitt ein bis zwei Semester. Auch WG-Zimmer kosten inzwischen im Schnitt etwa 500 Euro. Private Wohnheime schaffen zusätzliche Angebote, aber nur für diejenigen, die es sich leisten können. Die Mieten orientieren sich am Mietspiegel: rund 27 Euro pro Quadratmeter im Neubau.

    „So viele Wohnungen speziell für Studierende wie jetzt gab es noch nie“, sagt Michael Noghero vom Studierendenwerk. Das entlaste den Markt, aber wer wenig Geld hat, profitiere kaum. „Wohnen ist für Studierende in Augsburg so teuer wie noch nie, aber wer ein großes Budget hat, kommt so einfach wie noch nie an eine Wohnung“. Vor allem würden Studierende profitieren, die mit Unterstützung ihrer Eltern 800 Euro oder mehr für ein Apartment zahlen können.

    Auch Fenjas Eltern zahlen ihren Unterhalt. Der decke die Miete und Lebensmittel, zusätzlich arbeitet sie 15 Stunden in der Woche als Werkstudentin im Personalbereich. Für den Mietvertrag habe sie einen Bürgen stellen und Einkommensnachweise ihres Vaters angeben müssen, sagt sie.

    3,50 pro Waschgang, 23 Euro für den Internetanbieter

    Nicolò, 24, zog vor zwei Jahren bei Studiosus 5 ein, auch wegen der zentralen Lage des Wohnheims. Auch er wird von seinen Eltern unterstützt, jobbt nebenbei in der Gastronomie. Grundsätzlich fühle er sich zwar wohl, „teils sind die Leute aber bonzig unterwegs“. Manche Bewohner träten anderen gegenüber herablassend auf, machten sich über andere lustig. Dazu kommen zusätzliche Kosten: 3,50 Euro kostet ein Waschgang, etwa 20 Euro das Internet, bis zu 75 Euro ein Tiefgaragenstellplatz. Nicolò will bald ausziehen. Das sei aber keine Entscheidung gegen das Wohnheim, sondern für eine andere Wohnung. Dort zahle er nur noch 480 Euro warm für mehr Platz und wohne noch zentraler.

    Linda, 22, sagt, sie sei vor allem wegen der Exklusivität des Wohnheims eingezogen. „Man hat hier einen Luxuseffekt, obwohl man eigentlich noch Student ist.“ Der Concierge und die Reinigungskraft, die täglich die Flure wische, habe ihr gut gefallen. Gemeinschaft entstehe dagegen kaum. Auf dem Gang gehe man schweigend aneinander vorbei, ihre Nachbarn kenne sie nicht. Viele Freunde habe sie hier nicht gefunden. Mittlerweile spiele sie mit dem Gedanken, in eine WG zu ziehen.

    Fenja hingegen schätzt genau das: die Anonymität, die Exklusivität, den Komfort. „Ich fühle mich pudelwohl“, sagt sie. „Wenn ich es aber aus der Sicht von jemandem betrachte, der Bafög bekommt, dann finde ich das Konzept unfair. Dann bräuchte man mindestens zwei Nebenjobs, um sich das zu finanzieren“. Ein Konzept, das vor allem jene entlastet, die ohnehin über ausreichend Mittel verfügen. Alle drei Bewohner sind sich einig: Ohne Rücklagen, Nebenjob und die Unterstützung ihrer Eltern könnten sie hier nicht wohnen.

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