Das Modularfestival hat sich in Augsburg zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender entwickelt. In zwei Wochen ist es wieder soweit. 2027 dann soll es tief greifende Veränderungen geben.Foto: Silvio Wyszengrad
Knapp zwei Wochen noch, dann ist in Augsburg wieder Festivalzeit: Von 22. bis 24. Mai findet am Gaswerk in Oberhausen das Modularfestival statt. Es wird wohl das letzte im gewohnten Stil sein: Der Stadtjugendring (SJR) als Veranstalter hat die Weichen für das Event neu gestellt. Es soll kleiner werden, dezentraler und den Bedürfnissen der Jugendlichen besser gerecht werden. Am Freitag werden bei einer Pressekonferenz Details vorgestellt, einiges hat der SJR bereits vorher bekannt gegeben.
In den vergangenen Jahren sorgte das beliebte Jugendfestival mehrfach für Schlagzeilen. Es ging um sinkende Besucherzahlen, Fragen der Finanzierung, das Programm, aber auch um den Aufwand, den der Stadtjugendring für die Organisation betreiben muss. Ob diese Debatten letztlich zur Neuausrichtung führten, lässt der SJR offen. Was er sagt: „Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen sich nicht mit kleinen Reparaturen lösen.“ Man suche deshalb nicht nach einer „Alternative innerhalb des alten Modells, sondern nach einer tragfähigen Lösung für die Zukunft“. Einige Änderungen wurden bei der SJR-Vollversammlung bekannt gegeben – nicht ohne zu betonen, dass man der Jugend das Festival nicht wegnehme.
Modular 2027: Nicht nur Bühne und Konzertgelände
„2027 wird kein großes Modular-Wochenende in der bisherigen Form stattfinden“, kann man auf der Homepage des Stadtjugendrings lesen. Man wolle Zeit und Raum schaffen, um neue Formate auszuprobieren. Das Festival soll künftig „näher an den Lebensrealitäten unserer Zielgruppe, den Jugendlichen in Augsburg“ sein. Denkbar seien Pop-Up-Formate, kleinere Bühnen, Modular-Camps oder Beteiligungsaktionen, auch in den Stadtteilen und der Innenstadt könnte es künftig Modular-Events geben. Die Konzentration aufs Gaswerk-Gelände scheint damit Vergangenheit zu sein.
Modular, so der Stadtjugendring, sei für die Veranstalter „nie nur Bühne und Konzertgelände“ gewesen. Es ist und bleibe ein Jugendkulturfestival, „und die Jugend wollen wir wieder großschreiben“. Der Vorstand des SJR hatte sich nach den Debatten der vergangenen Jahre offenbar intensiv mit dem Festival auseinandergesetzt und einen „ehrlichen Blick“ darauf gerichtet, „wie man Modular auch langfristig wieder auf ein stabiles Fundament stellen kann“. Man habe in diesem Prozess auch geprüft, ob kleinere Anpassungen und Veränderungen im laufenden Betrieb zum Ziel führen könnten. Die ehrliche Antwort auf diese Frage lautete: nein.
Besucher des Modular-Festivals können Ideen einbringen
Das Modularfestival 2026 wird damit also das letzte in der gewohnten Form sein. Es soll aber auch dazu dienen, die Wünsche und Ideen der Besucher einzuholen: Welche Jugendkultur wünschen sie sich? Dies will der SJR beim Festival abfragen.
Partystimmung, bunte Outfits, schöne Momente: So lief Tag zwei auf dem Modular
Am Samstag herrschte ausgelassene Stimmung beim Festival auf dem Gaswerk-Areal in Augsburg. Menschen tanzten erst im Regen, dann in den Sonnenuntergang. Hier gibt es die besten Bilder.
Sicher ist: Auch im kommenden Jahr wird es für lokale Bands und Kulturschaffende noch möglich sein, sich zu präsentieren. Der Stadtjugendring erhofft sich von den Neuerungen, dass dies künftig sogar noch besser funktioniert: Durch kleinere Bühnen, die auf mehrere Orte in der Stadt verteilt sind, könne Jugendkultur sichtbarer werden.
Der Stadtjugendring sieht 2027 als „Entwicklungsjahr“ für das Augsburger Modular-Festival. Man frage nicht mehr nur, wer auf die Bühne soll, sondern welche Jugendkultur die Stadt brauche. Die Veranstalter gehen damit offenbar auch auf eine Kritik ein, die zuletzt immer wieder laut geworden war: Ist es die Aufgabe des Stadtjugendrings, ein großes Festival zu organisieren oder solle er sich nicht eher auf Jugendarbeit, -teilhabe und andere Kernaufgaben konzentrieren. Genau auf diese wolle man sich nun wieder fokussieren.
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