Nach Insolvenz des Kino-Dreiecks Augsburg: Thalia Kino und Café sind gerettet
Augsburg
Nach Insolvenz des Augsburger Kino-Dreiecks: Thalia-Kino und Café sind gerettet
Nach längeren Verhandlungen sind neue Betreiber für das insolvente Thalia-Kino gefunden. Die künftigen Chefs sind in Augsburg bekannt. Für zwei andere Kinos gibt es wohl keine Zukunft.
Rettung für eine Augsburger Institution: Das insolvente Thalia-Kino geht ab 1. März in neue Hände über.Foto: Marcus Merk
Wochenlang wurde verhandelt, nun gibt es mehr Klarheit über die Zukunft des Augsburger Kinodreiecks: Mit Thalia-Kino und Café wird zumindest ein Teil der von der Insolvenz betroffenen Einrichtungen weitergeführt. Als Betreiber steigen dort ab 1. März nach Informationen unserer Redaktion Daniela Bergauer und Michael Hehl ein. In Augsburg sind sie keine Unbekannten: Seit 2019 führen die beiden das Liliom-Kino. Schlechter sehen die Perspektiven für weitere Einrichtungen der insolventen ARB Kino GmbH aus.
Die Unterschrift ist noch frisch: Am Donnerstagnachmittag unterzeichneten Daniela Bergauer und Michael Hehl die Verträge für den Kauf der insolventen ARB Kino GmbH. Ab 1. März sind sie damit die neuen Besitzer des Thalia-Kinos samt des angeschlossenen Cafés. Zu den weiteren Plänen für das Haus war am Donnerstag noch nichts zu erfahren. Weder Insolvenzverwalter Christian Plail noch die neuen Betreiber äußerten sich auf Anfrage der Augsburger Allgemeinen.
Nach AZ-Informationen werden die Kino-Kenner künftig aber nur die Filmsäle selbst betreiben. Die Gastronomie soll unterverpachtet werden. Mit diesem Modell haben Bergauer und Hehl auch im Liliom gute Erfahrungen gemacht, wo sich Familie Ugurlu im Café Nene um die Bewirtung der Gäste kümmert.
Von den rund 70 Mitarbeitern in Kinos und Restaurants der ehemaligen Betreibergesellschaft sind derzeit noch 30 übrig. Einige haben in den acht Wochen seit Bekanntwerden der Insolvenz gekündigt. Die neuen Betreiber wollen die verbliebene Mannschaft offenbar übernehmen. Man wollte die Mitarbeiter nach der Vertragsunterzeichnung zügig über die neuesten Entwicklungen informieren.
Zur insolventen Kino-Gruppe gehörte auch das Lechflimmern
Unklar ist auch, ob es trotz des Aus fürs Kinodreieck auch künftig ein Freiluftkino im Familienbad am Plärrer gibt. Bergauer und Hehl hätten auch in diesem Bereich Erfahrung: Als Macher des Gersthofer Kinosommers organisierten sie zuletzt eigene Freiluft-Kinoveranstaltungen, 2020 gab es in der Nachbarstadt außerdem ein Autokino, das ebenfalls vom Liliom-Team organisiert wurde.
Das Augsburger Savoy-Kino bleibt wohl für immer geschlossen
Auch das Savoy am Schmiedberg spielt in den Plänen der neuen Thalia-Betreiber keine Rolle. Laut Informationen unserer Zeitung war es auch nie Teil der Verhandlungen. Schon seit vielen Jahren wurden dort keine Filme mehr gezeigt, obwohl Ellen Gratza, Geschäftsführerin der ARB Kino GmbH, und ihr Partner Franz Fischer dort einst große Pläne hatten: Bis zu vier neue Kinosäle sollten entstehen. Doch auch nachdem das Gebäude am Schmiedberg, das dem Bistum Augsburg gehört, vor Jahren saniert worden war, blieb das Savoy geschlossen. Umgebaut worden war dort nie. Bis heute ist es für die Öffentlichkeit geschlossen.
Dies gilt seit einiger Zeit auch für das Restaurant Reesepark in Kriegshaber, das Franz Fischer vor drei Jahren als Pächter übernommen hatte. Damals war es ein schwieriger Start, die Eröffnung verzögerte sich um Monate, zuletzt lief die Gastronomie aber. Nun soll für das Lokal ein neuer Betreiber gefunden werden, mit dem Thalia wird es danach nichts mehr zu tun haben.
Für die bisherigen Betreiber des Kinodreiecks, Franz Fischer und Ellen Gratza, geht mit dem Verkauf des Thalia ein jahrzehntelanges Engagement für die Augsburger Kinolandschaft zu Ende. Auch für die Altstadtkinos Ingolstadt wird derzeit ein neuer Betreiber gesucht. Sie gehörten ebenfalls zur ARB Kino GmbH. Franz Fischer, der in Augsburg über viele Jahre auch die Filmtage organisierte, hatte sich aufgrund einer Erkrankung bereits vergangenen Oktober aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Er befindet sich derzeit auf Reha. Weggefährten bezeichnen das Thalia-Kino samt Kaffeehaus als sein „Lebenswerk“.
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