Gähnende Leere am Augsburger Königsplatz: Das Bild stammt vom Streik im Februar – am 7. April wird es wieder ganz ähnlich aussehen.Foto: Katharina Indrich (Archivbild)
Die fünte Verhandlungsrunde in diesem Tarifkonflikt findet am Mittwoch, 15. April, statt. Zuletzt hatten sich Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) zwar angenähert, zu einer Einigung kam es aber noch nicht. Der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk, erklärt in der Mitteilung der Gewerkschaft, warum Streiks aus seiner Sicht nötig seien: „Seit vier Verhandlungsrunden liegen unsere Argumente auf dem Tisch und wir sind bereit, sie immer wieder zu erklären. Da die Arbeitgeber dafür offenbar weiterhin zu wenig zugänglich sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als den Druck durch Streiks zu erhöhen.“
Streik im Augsburger ÖPNV: Nahverkehr dürfte größtenteils zum Erliegen kommen
Neben einer Gehaltserhöhung fordert Verdi auch eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, was der KAV ablehnt. Ebenso geht es um eine verbindliche Mindestruhezeit von elf Stunden. Gestreikt wird nicht nur in Augsburg. Wie es in der Mitteilung des Verdi-Bezirks Augsburg und Kempten heißt, komme es in der Woche vor den Gesprächen „in mehreren Städten zu Arbeitsniederlegungen“.
Verdi Bayern verweist darauf, dass in anderen Bundesländern bereits Abschlüsse erzielt wurden, in denen maximale Schichtlängen und Ruhezeiten festgelegt wurden. Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin bei Verdi, wird in der Mitteilung zitiert mit: „Was in anderen Bundesländern machbar ist, muss auch in Bayern umsetzbar sein. Die Gesundheit der Beschäftigten ist kein Nice-to-have, sondern elementar für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV.“
Trotz ÖPNV-Streik: Auf diesen Linien fahren Busse in Augsburg
Weil der ÖPNV in Augsburg größtenteils zum Erliegen kommen dürfte, sollten sich Fahrgäste um Alternativen bemühen. In Betrieb sein werden die Buslinien des AVV sowie die Regionalbahnen. Die Stadtwerke verweisen auch auf das Leihradsystem Swabi oder SWA-Carsharing.
Bis auf eine Straßenbahn sind die rund 150 Busse und Bahnen der Stadtwerke Augsburg am Dienstagmorgen im Depot geblieben, teilten die Stadtwerke zum Beginn des Streiks mit.
Nicht von Streiks betroffen sind Buslinien, die an externe Busunternehmen vergeben sind. Das sind in Augsburg allerdings nur sehr wenige. Ein Betrieb findet auf folgenden Linien statt:
Linie 21 im Bärenkeller
Linie 38 in Göggingen/Inningen/Bergheim
Linie 24/25 in Haunstetten
Fahrer oder Busse von externen Busunternehmen kurzfristig auf andere Linien einzusetzen, sei nicht möglich, betonen die Stadtwerke. Das liege an fehlender technischer Ausrüstung der Busse und an notwendigen umfangreichen Schulungen des Fahrpersonals.
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