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Opposition kritisiert Kosten für Veranstaltungen und Podcast in Augsburg

Augsburg

„Steuerfinanzierte Imagepflege“: Augsburgs Opposition kritisiert gestiegene Kosten für städtische Veranstaltungen

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    Zahlreiche städtische Veranstaltungen sollten laut Opposition aus Kostengründen hinterfragt werden.
    Zahlreiche städtische Veranstaltungen sollten laut Opposition aus Kostengründen hinterfragt werden. Foto: Ulrich Wagner (Symbolbild)

    Die Opposition im Augsburger Rathaus kritisiert die Zunahme städtischer Veranstaltungen und die damit verbundenen Kosten seit Regierungsübernahme von Schwarz-Grün. So moniert Lars Vollmar, Fraktionschef der Bürgerlichen Mitte, dass die ursprünglich als Beitrag zur Wiederbelebung des städtischen Lebens nach der Pandemie angedachten Formate inzwischen größtenteils „steuerfinanzierte Imagepflege unter dem Deckmantel des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ seien. Hintergrund ist die Antwort der Stadt mit einer Auflistung sämtlicher Veranstaltungen seit 2020, die auf Anfrage von SPD-Fraktion und Raphael Brandmiller (Generation Aux) ausgegeben wurde.

    Die Kosten für die neuen Formate belaufen sich zusammengerechnet auf mehrere hunderttausend Euro. Wie viel die Stadt seit 2020 in toto mehr für Veranstaltungen ausgegeben hat, lässt sich dennoch schwer nachvollziehen. Neben der Etablierung neuer Formate setzte sie bestehende wie beispielsweise das Gedenken an die Bombennacht aus. Aus der Organisation der Radlnacht zog sie sich aus finanziellen Gründen zurück.

    Städtischer Podcast „Augsburg direkt“ wird nach 20 Folgen wieder abgesetzt

    Die Ausrichtung des Sommerempfangs kostete in den Jahren 2023 bis 2025 insgesamt rund 200.000 Euro. Das geht aus der städtischen Antwort hervor. Die bisher jeweils einmal stattgefundenen Veranstaltungen „Augsburger Familienfest“ und „Augsburger Sportfest“ kosteten zusammen knapp 48.000 Euro. „Uns geht es darum, die Sinnhaftigkeit einzelner Veranstaltungen zu hinterfragen“, sagt Brandmiller. Er nennt unter anderem die Party „Augsburg18“, die die Stadt Augsburg 2023 erstmalig für volljährig gewordene Augsburg veranstaltet hatte, und die vergangenes Jahr wegen der Sperrung des Rathauses ins Kesselhaus ausweichen musste. „Eine Party für 18-Jährige im Kesselhaus zu machen, sehe ich nicht als Aufgabe der Stadt“, kritisiert Brandmiller. Auch die Personalkosten für die Ermöglichung der Veranstaltungen seien nicht zu unterschätzen.

    Kritik gibt es zudem am städtischen Podcast „Augsburg direkt“. Diesen setzte die Stadt auf, um „kommunales Handeln transparenter, verständlicher und nahbarer zu vermitteln“. Bis Folge 13 moderierte der heutige FCA-Präsident Markus Krapf, in den verbliebenen sieben Folgen führte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) selbst durch das Gespräch. In der Folge vor den Sommerferien sprach Weber beispielsweise mit der zweiten Bürgermeisterin Martina Wild (Grüne).

    Stadt Augsburg gibt immer mehr Geld für Öffentlichkeitsarbeit aus

    Laut OB-Referat hat sich der Ansatz des Podcasts an Empfehlungen des Deutschen Städtetags orientiert, digitale Kommunikationskanäle und Social Media in der städtischen Öffentlichkeitsarbeit stärker einzusetzen. Wie berichtet, gab die Stadt in den vergangenen Jahren immer mehr Geld für die Öffentlichkeitsarbeit aus. Die Gesamtkosten für den Podcast lagen laut städtischen Angaben bei gut 32.000 Euro, die Aufrufzahlen bei 6530. Die Stadt wird den Podcast einstellen, weil er in der Reichweite hinter dem zurückgeblieben sei, was für eine dauerhafte Fortführung sinnvoll gewesen wäre. „Solche niedrigen Aufrufzahlen würden mir zu bedenken geben“, sagt Brandmiller.

    Die Bürgerliche Mitte stößt sich zudem an der jährlichen Durchführung des Neubürgerempfangs, der ursprünglich nur alle zwei Jahre stattfinden sollte. Dass dieser nach 2024 bereits 2025 erneut durchgeführt wurde, führt Vollmar auf die Kommunalwahlen im März zurück. Die Bürgerliche Mitte hatte bei den Haushaltsberatungen im November 2024 beantragt, Empfänge und Preisverleihungen für zwei Jahre auszusetzen und die dadurch eingesparten 600.000 Euro zur Absicherung der Finanzierung des Helmut-Haller-Platzes zu verwenden. Der Antrag sei von CSU und Grünen abgelehnt worden, aber auch von der SPD, die sich nun öffentlich über die Kosten für Veranstaltungen empöre, so Vollmar.

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