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Rathausplatz Augsburg: Schnelle Umsetzung von mehr Begrünung und Bäumen

Augsburg

Begrünung des Rathausplatzes: Umsetzen, statt die Interessen aller abbilden

Jonas Klimm
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    Der Rathausplatz ist eine Steinwüste. Eine schnelle Umsetzung der Begrünung sollte prioritär behandelt werden.
    Der Rathausplatz ist eine Steinwüste. Eine schnelle Umsetzung der Begrünung sollte prioritär behandelt werden. Foto: Ulrich Wagner

    Augsburg braucht mehr Grün in der Stadt – da sind sich Politik und Bürger weitgehend einig. Die Hitzebelastung in der dicht bebauten Kernstadt nimmt durch den Klimawandel seit Jahren erheblich zu. Das haben anerkannte Forscher der hiesigen Universität längst nachgewiesen. Besonders vulnerable Gruppen leiden. Was hilft, ist klar: Beschattung – am besten durch großkronige Bäume. Dass die Stadt nun ihre Bürger fragt, wo Bäume auf dem Rathausplatz stehen sollen, scheint auf den ersten Blick sinnvoll. Entstanden ist aber ein kaum entwirrbares Durcheinander. Wichtiger wäre, klare Ziele zu formulieren und das Projekt voranzutreiben.

    Stadt Augsburg ist mit Projekt „Smartes Stadtgrün“ erste wichtige Schritte gegangen

    Zwar ist die Stadt bei der Begrünung der Innenstadt zuletzt wichtige Schritte gegangen. Zentraler Baustein sind die vom Grünamt eingeholten Förder-Millionen für das Projekt „Smartes Stadtgrün“ – rund 70 Bäume werden bis Ende 2027 in der nördlichen Innenstadt gepflanzt. Auch die im Zuge der Sanierung geplante Bauernmarkt-Begrünung und Entwürfe zu Baumpflanzungen auf dem Ernst-Reuter-Platz sowie der Jakoberstraße, die Baureferent Steffen Kercher (parteilos) im Herbst präsentieren will, sind richtig. Die meisten von Hitze betroffenen Plätze und Straßen der Innenstadt gleichen aber nach wie vor einer Steinwüste – allen voran der Rathausplatz. Dass es mehrere Jahre dauert vom ersten Vorstoß, hier ein paar Bäume zu pflanzen, bis zur voraussichtlichen Umsetzung, ist nur schwer vermittelbar.

    Kercher will mit Blick auf den klammen Haushalt prioritär besonders von Hitze betroffene, kostengünstige (weil beispielsweise keine Sparten im Boden verlaufen) Plätze beschatten. Auch ein gesellschaftlicher Konsens ist ihm wichtig, von Basta-Politik hält er nichts. Mit voreiligen Baumpflanzungen auf dem Rathausplatz würden Christkindlesmarkt-Beschicker und Gastronomen vor den Kopf gestoßen, so sein Argument. Doch gerade bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels drängt die Zeit. In manchen Fragen braucht es Macher, die Hemmnisse notfalls auch rigoros überwinden. Ein Blick Richtung Tübingen zeigt, wie es gehen kann. Der dortige Oberbürgermeister Boris Palmer betreibt seit vielen Jahren eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik. Frei nach dem Motto: Machen statt lange diskutieren.

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