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Rechtsstreit um vorzeitige Kündigung im Aurum: Patrizia soll Millionen zahlen

Augsburg

Rechtsstreit um vorzeitige Kündigung im neuen Bürokomplex Aurum: Patrizia soll Millionen zahlen

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    Das Bürogebäude Aurum am Hauptbahnhof sucht weiter Mieter.
    Das Bürogebäude Aurum am Hauptbahnhof sucht weiter Mieter. Foto: Alexander Vollertsen, Golden Cut Media

    Das Augsburger Immobilienunternehmen Patrizia hat seinen Mietvertrag im neuen Bürokomplex Aurum am Hauptbahnhof, wie mehrfach berichtet, gekündigt, bevor es diesen überhaupt angetreten ist. Das beschäftigt nun die Gerichte. Gegen ein erstes Urteil pro Patrizia aus dem Februar hat die Aurum GE21 GmbH Berufung eingelegt – und klagt ihrerseits auf Zahlungsansprüche. Es geht um Millionen.

    Das Aurum hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Nachdem es zwischenzeitlich in finanzielle Schieflage geraten war, verzögerten sich die Bauarbeiten. Dies stieß dem Augsburger Immobilienunternehmen Patrizia sauer auf. Es sollte ursprünglich rund ein Drittel der rund 16.000 Quadratmeter Fläche übernehmen. Stattdessen kündigte es den Mietvertrag und bezog sich gegenüber unserer Redaktion auf Bauverzögerungen und Mängel.

    Aurum GE21 GmbH sieht die Kündigung von Patrizia weiter als nicht wirksam an

    Mittlerweile läuft die Neuvermietung der ursprünglichen Patrizia-Flächen. Ausgestanden ist der Streit zwischen den Patrizia und der Aurum GE21 GmbH damit aber bisher nicht. Er beschäftigt vielmehr die Gerichte. Im April bestätigte eine Landgerichts-Sprecherin auf Anfrage, ein entsprechendes Verfahren drehe sich um den bereits im Jahr 2022 geschlossenen Mietvertrag zwischen Patrizia und der Aurum GE21 GmbH. Laut diesem Vertrag hätte das Aurum bis April 2025 fertiggestellt sein sollen, was jedoch nicht der Fall war. Patrizia habe daher eine Vertragsstrafe geltend gemacht und von der Eigentümergesellschaft 380.000 Euro gefordert. Außerdem „erklärte die Klägerin die außerordentliche Kündigung des Mietvertrages“, hieß es damals vom Gericht. Im April wurde das Urteil öffentlich verkündet: Die GmbH hinter dem „Aurum“ muss dem Immobilienunternehmen tatsächlich die gut 380.000 Euro zahlen. Schon damals stand jedoch fest, dass damit das letzte Wort noch nicht gesprochen sein könnte.

    Auch im Inneren des modernen Bürokomplexes Aurum am Augsburger Hauptbahnhof dominiert die Farbe Gold.
    Auch im Inneren des modernen Bürokomplexes Aurum am Augsburger Hauptbahnhof dominiert die Farbe Gold. Foto: Marcus Merk

    Denn: Das Verfahren wurde in einem sogenannten Urkundenprozess geführt – also rein schriftlich und anhand der Aktenlage. In solchen Fällen wird zwar ein Urteil gesprochen, diese Entscheidung trifft das Zivilgericht aber unter Vorbehalt. Heißt: Es kann ein sogenanntes Nachverfahren geben, in dem dann in einer öffentlichen Verhandlung auch Zeugen oder Gutachter erscheinen können. Nun teilte die Aurum GE21 GmbH mit, gegen die Entscheidung im Urkundenprozess bereits Berufung eingelegt zu haben. Zudem seien wesentlich höhere Zahlungsansprüche der Aurum GE21 GmbH in Höhe von sechs Millionen Euro gegen die Patrizia SE nicht Gegenstand dieses Verfahrens gewesen. „Aus unserer Sicht bestand und besteht keine rechtliche Grundlage für die Kündigung des Mietvertrages durch die Patrizia SE“, so Sebastian Wasser, seit dem 1. April 2026 neuer Geschäftsführer der Aurum GE21 GmbH.

    CEO der Aurum GmbH will eine vollständige rechtliche Klärung

    Die Flächen seien fristgerecht fertiggestellt und zur Übergabe angeboten worden, die Übergabefähigkeit sei gutachterlich festgestellt. Vor diesem Hintergrund habe die Aurum GE21 GmbH Klage beim Landgericht München I eingereicht, mit der insbesondere die Wirksamkeit der Kündigung umfassend gerichtlich überprüft sowie Zahlungsansprüche in Höhe von circa sechs Millionen Euro geltend gemacht würden. „Unser Ziel ist Transparenz und eine vollständige rechtliche Klärung dieser Angelegenheit“, so Wasser weiter.

    In das Bürogebäude sind seit Anfang 2025 erste Mieter eingezogen. Unter anderem MaibornWolff sowie die Deutsche Bahn AG. Zuletzt wurde der Einzug der Augsburger Niederlassung des Ingenieur- und Dienstleistungsunternehmens GTU verkündet. Zudem soll es Hauptquartier eines Softwareentwicklers für den Vertrieb von Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen werden. Im Erdgeschoss soll Gastro und Handel kommen. Aktuell wirbt die Ansiedlung einer Pop-up-Galerie für diese Flächen.

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