Rocketeer-Festival in Augsburg: „Wenn es um die Zukunft Bayerns geht, ist Augsburg der Place to be“
Augsburg
Ein Festival, das Mut macht: „Wenn es um die Zukunft Bayerns geht, ist Augsburg der Place to be“
Medizinroboter, Künstliche Intelligenz und neue Ideen: Das Rocketeer-Festival zeigt, wie Unternehmen, Forschung und Politik die Zukunft in Augsburg gestalten wollen.
Der Da-Vinci-Roboter, der am Augsburger Uniklinikum unter anderem für Krebsoperationen eingesetzt wird, faszinierte die rund 1700 Gäste des Rocketeer-Festivals.Foto: Marcus Merk
Hoch konzentriert sitzt eine Besucherin des Rocketeer-Festivals am Da-Vinci-Medizinroboter und versucht sich im Testumfeld an einer OP. Das Gesicht hat sie in eine Art Brille gelegt, die das Innere des Patienten deutlich vergrößert sichtbar macht. Ihre Finger stecken in zwei Ringen am Roboterarm. Durch Öffnen und Schließen der Finger kann sie Instrumente steuern und so eine Operation simulieren. Im Testszenario geht es darum, kleinste Gummiringe von einem Objekt auf ein anderes zu setzen. Der Medizinroboter fasziniert die Besucher des Zukunftsfestivals.
Zur Verfügung gestellt hat ihn das Uniklinikum Augsburg (UKA). Dort ist Da Vinci bereits Teil der medizinischen Praxis. Das Rocketeer-Festival, eine Konferenz für digitale Innovationen und Zukunftstrends, veranstaltet von der Augsburger Allgemeinen, gab am Donnerstag Besuchern aber nicht nur Einblicke in die robotergestützte Medizin. Auf neun Bühnen ging es in Vorträgen und Diskussionsrunden darum, wie in Augsburg und darüber hinaus Zukunft gestaltet wird.
Zum sechsten Mal fand das Rocketeer-Festival in diesem Jahr statt. Rund 1700 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kamen im Kongress am Park zusammen, um neue Technologien, Methoden und Ideen kennenzulernen. In verschiedenen Eventbereichen erklärten Experten unter anderem, wie Künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag verändert, Start-ups ihren Weg zum Erfolg finden oder warum die Gesundheit der Mitarbeiter ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells ist.
Medizinroboter Da Vinci gehört zur Zukunft am Augsburger Uniklinikum
Auf der Main-Stage, der Hauptbühne, erklärten Katharina Beyer, Klinikdirektorin für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, und Matthias Heck, Klinikdirektor für Urologie am UKA, den Einsatz des Da-Vinci-Medizinroboters. Es gehe bei Eingriffen wie Speiseröhrenkrebs um höchste Präzision. „Millimeter entscheiden über ein Leben“, erklärt Beyer. Dank robotisch unterstützter Chirurgie könne der Arzt noch exakter arbeiten. „Unsere Hände haben durch Da Vinci sozusagen ein technisches Upgrade bekommen“, so die Medizinerin. Die Ärzte würden körperlich entlastet und könnten auch bei langen Eingriffen bis zum Schluss präzise arbeiten. Für Patienten bedeute der minimalinvasive Eingriff weniger Komplikationen und Schmerzen. Zudem: „Es erhöhen sich die Chancen, danach krebsfrei zu bleiben, deutlich.“
Julian Yogeshwar animierte beim Rocketeer-Festival in Augsburg die rund 1700 Gäste, sich aktiv in für eine erfolgreiche Zukunft einzubringenFoto: Marcus Merk
Doch nicht nur am Augsburger Uniklinikum wird an der Zukunft gearbeitet. Zahlreiche Unternehmen präsentierten ihre Innovationen. Hochkarätige Gäste zeigten zudem, dass die Zukunftsgestaltung nicht allein von Technologie abhängt. Die ehemalige „Germany’s Next Topmodel“-Gewinnerin Sara Nuru sprach über ihr Social Business nuruCoffee, das fair gehandelten äthiopischen Kaffee vertreibt, sowie über die Organisation nuruWomen, die Frauen in Äthiopien Zugang zu Mikrokrediten und Bildung ermöglicht. Caroline Renée Kroll berichtete über den erfolgreichen Aufbau ihres Kosmetik-Start-ups Nø Cosmetics.
Digitalminister Mehring fordert beim Rocketeer-Festival in Augsburg: „Weniger Mimimi, mehr Mia san Mia“
Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und KI-Experte Julian Yogeshwar betonten, wie wichtig die richtige Einstellung in herausfordernden Zeiten sei. „Wenn wir wieder Wirtschaftswunder wollen, wird das nur mit neuen Technologien und Ideen gehen. Also Schluss mit Mimimi und wieder mehr Selbstvertrauen mit Mia san Mia“, sagte Mehring. Schließlich sei Augsburg, wenn es um die Zukunft Bayerns geht, aufgrund vieler innovativer Unternehmen und Forschungseinrichtungen der „Place to be“. Yogeshwar ergänzte: „Niemand verbietet uns, innovativ zu sein und tolle Produkte zu entwickeln. Augsburg kann das“. Das hätten Diesel, Kuka & Co. längst bewiesen.
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