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Augsburg

20.02.2015

Augsburger Sportstätten: Ein Abriss und viel Sanierungsbedarf

Bei vielen Augsburger Sportstätten gibt es Sanierungsbedarf. Doch der Stadt fehlt das Geld.
Bild: Archivbild

Für den Erhalt der Augsburger Sportstätten ist im Haushalt zwar Geld eingeplant, bei weitem aber nicht so viel wie nötig. Ein Gebäude ist nicht mehr zu retten.

Geldsummen in mehrstelliger Millionenhöhe sind bei aktuellen Augsburger Bauprojekten wie dem Umbau des Hauptbahnhofs oder der Theatersanierung nötig. Allerdings besteht auch bei vielen städtischen Sportanlagen dringender Sanierungs- und Umbaubedarf. Entsprechend interessiert waren die rund 50 Vertreter der Augsburger Sportvereine beim Sportgipfel des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), ob 2015 im städtischen Haushalt überhaupt noch Geld für ihre Belange übrig bleibt. Referent Dirk Wurm konnte hier ein wenig Entwarnung geben: es werde Geld für die Sportstätten und Sportvereine bereit gestellt – allerdings nicht soviel wie nötig.

Augsburger Sportstätten: Dringender Sanierungs- und Umbaubedarf

„Unsere Aufgabe war es, im Konzert der vielen Wünsche die Stimme für den Sport zu erheben. Wir mussten nicht schrill schreien, sondern sind mit moderaten Tönen gut gefahren“, berichtet Wurm von den Haushaltsverhandlungen mit Finanzchefin Eva Weber.

Hier die wichtigsten Punkte für die Augsburger Sportler:

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Die beste Nachricht vorab: Augsburger Sportvereine können für das Jahr 2015 wieder mit einer Erhöhung des Pro-Kopf-Jugendzuschusses rechnen. Er wird von 18,70 Euro auf 19 Euro angehoben. Die von Stadtrat Peter Grab beantragte Erhöhung um einen ganzen Euro sei allerdings nicht durchgegangen, berichtet Wurm. „Der realisierbare Kompromiss sind die 30 Cent“, sagte Wurm.

Bau- und renovierungswilligen Vereinen stehen 2015 insgesamt 471.000 Euro zur Verfügung (davon 130.000 Euro als Darlehen und 341.000 Euro als Zuschüsse). Für den Unterhalt von städtischen Sportanlagen sind weitere 200.000 Euro veranschlagt.

Einen entscheidenden Schritt vorwärts gekommen sei man mit der Neuplanung der Sportanlage Süd, nachdem nun klar ist, dass das marode Funktionsgebäude am Parkplatz wegen seines schlechten Zustands komplett abgerissen werden muss, berichtete Wurm. Mit einer Verpflichtungsermächtigung in Höhe von knapp 500.000 Euro habe man den Abriss und die Neuplanung auf den Weg gebracht, berichtete Wurm. Umgesetzt wird die Maßnahme aber erst in den Jahren 2016 und 2017.

Sporthalle Haunstetten: Brandschutzsanierung ist nötig

Weitergeführt werden sollen auch die Brandschutzsanierungen in der Sporthalle in Haunstetten (Karl-Rommel-Weg) und der Erhard-Wunderlich-Halle. Allerdings kann 2015 in Haunstetten nur der erste, bereits begonnene Bauabschnitt fertiggestellt werden, weil die nächsten 600.000 Euro für den zweiten Bauabschnitt noch fehlen. Diese werden wohl erst 2016 in den Haushalt aufgenommen.

Auch in der Sporthalle, in der die Besucherzahl aufgrund von Brandschutzbestimmungen derzeit auf 199 Personen begrenzt ist, sollen weitere Umbauarbeiten durchgeführt werden, damit wieder mehr Zuschauer Zutritt erhalten. Wurm rechnet mit rund 300000 Euro, die dafür in diesem Jahr noch bereit gestellt werden können. Für weitere Sanierungs-Projekte im Bereich Sport wie das Karl-Mögele-Stadion fehlen die Mittel. „Die Priorisierung bei den Augsburger Sportstätten ist schwierig, denn es gibt zu wenig Geld. Wir müssen Kompromisse suchen und ich denke, dieses Kunststück haben wir ganz gut hinbekommen“, sagte Wurm.

Sportstätten-Masterplan soll Augsburg ein modernes Sportangebot liefern

Endgültig und verbindlich sind die Geldmittelzuweisungen aber erst nach dem 26. März, wenn der Stadtrat den Haushalt 2015 verabschiedet hat.

Keinen Hehl machte Sportreferent Wurm daraus, dass er eine Veränderung der Augsburger Vereinslandschaft erwartet. Damit die Vereine auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren und mit Hilfe einer Bedarfsanalyse ein modernes Sportangebot bieten können, setzt er auf den schon vielfach angekündigten Sportstätten-Masterplan. Diesen will seine Behörde baldmöglichst erstellen, Gelder dafür sind im Haushalt 2015 allerdings noch nicht vorgesehen, weil noch am Konzept gearbeitet wird.

Für Wurm steht trotzdem außer Frage, dass sich die Vereine auf neue Entwicklungen einstellen müssen, wie etwa Kooperationen untereinander, das Überdenken kostenintensiver Abteilungen oder die Nutzung und Betreuung städtischer Freiflächen, um Jugendliche stärker an den Verein zu binden. „Wer nicht über den Tellerrand hinausschaut, der wird im eigenen Teller ersaufen“, richtete er deutliche Worte an die Vereinsvertreter.

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