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Badminton

15.12.2019

Badminton-Entwicklungshilfe aus Malaysia

Sylvia Kumares kam, sah und siegte: Die Badminton-Spielerin aus Malaysia absolvierte bisher vier Spiele für den Post SV Augsburg.
Bild: Klaus Rainer Krieger

 Seit Sylvia Kumares aus Malaysia für den Post SV spielberechtigt ist, ist der Badminton-Drittligist der Favoritenschreck in der Liga

Das Einzige, was bei Sylvia Kumares noch nicht passt, ist das neue Trikot des Badminton-Drittligisten Post SV Augsburg. „Meines ist zu klein“, sagt der Neuzugang aus Malaysia in fast perfektem Englisch und lacht. Zwar wurde das Team erst vor kurzem mit neuen T-Shirts ausgestattet, doch bei der Größe von Kumares hatte man sich verschätzt. Deshalb spielte die 24-jährige Rechtshänderin auch an diesem Wochenende mit dem Namenszug ihrer Teamkollegin Verena Krug auf dem Rücken und gewann alle ihre Partien. Auch darum siegte der Post SV in eigener Halle am Samstag gegen BSpfr. Neusatz 6:2 und am Sonntag gegen BSV Eggenstein-Leopoldshafen mit 5:3.

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Eigentlich hätte die Asiatin bei der Anprobe und Bestellung im Oktober schon in Augsburg sein sollen, doch es gab Probleme mit dem Visum. Jetzt ist alles geregelt und mit Kumares hat sich das Mittelklasse-Team seit Ende November zum Favoritenschreck entwickelt.

„Mit Sylvia sind uns zwei Punkte aus dem Dameneinzel und -doppel eigentlich sicher und das macht den Unterschied aus“, sagt Mitspieler Robin Fiedler. Mit Kumares gab es zwei Siege, ein Unentschieden und beim Tabellenzweiten TuS Geretsried nur eine knappe 3:5-Niederlage. Die persönliche Bilanz von Kumares: Acht Spiele (vier im Einzel, vier im Doppel), acht Siege.

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Schon als das Spitzenbadminton noch bei der TSG Augsburg (2018 wechselte man zum Post SV) angesiedelt war, kooperierten die Augsburger mit der Universität of Malaya aus der Hauptstadt Kuala Lumpur, um sich mit Spielern aus dem südostasiatischen Land zu verstärken. „Es ist eine Win-win-Situation“, sagt Abteilungsleiter Dirk Lukaszewicz. „Die Sportler können hier studieren und wir profitieren von ihnen im Spiel und Training.“

Kumares ist nach 2018 das zweite Mal in Augsburg. An der Technischen Universität München will sie in zwei Jahren im Masterstudiengang „Sport and Exercise Science“ ihren Abschluss machen. „Ich freue mich, dass alles geklappt hat. Die Ausbildung an der Uni ist sehr gut“, sagt sie und fügt an: „Ich liebe das Essen hier, Cordon bleu und Kässpätzle.“ In München wohnt sie in einer WG mit einer serbischen Studentin zusammen. Mit ihren Teamkollegen Verena Krug und Michael Clemens bildet sie eine Fahrgemeinschaft.

Badminton hat in Malaysia – wie in eigentlich allen asiatischen Ländern – einen hohen sportlichen Stellenwert. Und Kumares zählte bis vor fünf Jahren zur nationalen Spitze. „Ich musste mich dann zwischen Badminton und Studium entscheiden. Ich habe mich für das Studium entschieden“, erzählt Kumares. Mit 19 trat sie aus der Nationalmannschaft zurück. Doch in der dritthöchsten deutschen Liga sticht sie immer noch heraus.

Post-Spitzenspieler Robin Fiedler ist froh, dass Kumares nun da ist. Sein Fazit nach der Vorrunde, der Post SV ist mit 13:9 Punkten Vierter: „Wir werden mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, auch wenn bis zu vier Mannschaften absteigen. Unser Ziel muss es sein, in der Rückrunde unsere jungen Spieler Jakob Schilling und Pascal Scheiel weiter aufzubauen.“ Der 18-jährige Scheiel sorgte am Sonntag gegen den Dritten Eggenstein (15:7 Punkte) mit seinem Einzelsieg für die Entscheidung. Robin Fiedler hält große Stücke auf Scheiel und den 19-jährigen Schilling: „In zwei Jahren gehören sie sicherlich zur Regionalligaspitze.“

Dabei helfen soll auch Kumares. Denn sie hebt das sportliche Niveau im Training enorm. „Sylvia ist anders ausgebildet, sie hat andere Ideen und sie ist auch im Training unheimlich ehrgeizig“, sagt Abteilungsleiter Lukaszewicz. Wie sich das in den kommenden Wochen auswirkt, wird man gleich am ersten Rückrundenspieltag am 25. Januar sehen. Dann gastiert der Post SV beim Zweitliga-Absteiger und Tabellenführer TV Dillingen (21:1 Punkte) zum Derby. Dann wird auch Sylvia Kumares bestimmt ihr eigenes Trikot haben. Die Dillinger werden den Namen aber auch so sicher nicht so schnell vergessen.

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