FCA

02.09.2014

Bancé packt seine Sachen

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Mathias Fetsch

Der Vertrag mit dem Problemstürmer wurde gestern aufgelöst und die Ausleihe von Mathias Fetsch zu Dynamo Dresden bestätigt

Gestern Mittag 12 Uhr schloss die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ihr Transferfenster. Danach sind Wechsel in und innerhalb der Bundesliga nicht mehr möglich. Manche Vereine verfielen in diesen Tagen in einen richtigen Kaufrausch. Der FSV Mainz 05 verpflichtete zum Beispiel innerhalb von wenigen Stunden fünf Spieler. Auch der FC Augsburg wurde auf der Zielgeraden noch einmal aktiv. Allerdings auf der Verkäuferseite. Bis 18 Uhr mussten die Unterlagen in der DFL-Zentrale vorliegen, kurz nach 17 Uhr vermeldete der FCA, dass man endlich eine Problem-Personalakte schließen konnte: Der Vertrag (bis 2015) mit Aristide Bancé, 29, wurde aufgelöst. Wohl gegen eine entsprechende Abfindung.

Manager Stefan Reuter ist froh, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist: „Wir sind alle zu der Überzeugung gekommen, dass es so das Beste ist. Es lässt Aristide jetzt auch die Option offen, sich im Laufe der Vorrunde noch einem Verein anschließen zu können.“ Als vereinsloser Spieler kann er sich jederzeit einem neuen Klub anschließen.

Bancé gilt als einer der größten Transferfehlgriffe seit der Rückkehr der Augsburger in die Bundesliga. Dabei setzte die FCA-Vereinsführung im Sommer 2012 große Hoffnungen in den Nationalspieler aus Burkina Faso. Für geschätzte 500000 Euro hatte der damalige neue Manager Sport, Manfred Paula, den Stürmer von Al-Ahli Dubai zum FCA geholt. Schon damals sollen Paula und auch Trainer Markus Weinzierl aber nicht 100-prozentig überzeugt gewesen sein von dem schlaksigen Angreifer mit der auffälligen Frisur. Dafür war es anscheinend FCA-Chef Walther Seinsch umso mehr. Er muss Paula und Weinzierl mit seinen Argumenten überzeugt haben. Denn beim FCA wurde und wird nur ein Spieler geholt, wenn sich Trainer, Manager und Vereinschef einstimmig dafür aussprechen.

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Seinsch hatte wohl gehofft, dass Bancé an alte Zeiten beim FSV Mainz 05 anknüpfen könnte. Von 2008 bis 2010 hatte Bancé in 67 Spielen 28 Tore für die Mainzer erzielt, zehn davon in der Bundesliga, ehe er sich im Sommer 2010 über Nacht verabschiedete.

Nach einem verkorksten Ausflug in die Fußballwelten der Türkei und von Dubai sollte nun in Augsburg alles besser werden. Der FCA glaubte es und stattete ihn mit einem Drei-Jahres-Vertrag aus. Gerüchte sprachen von 100000 Euro Gehalt im Monat. Reuter konnte gestern darüber nur lachen: „Diese Zahl stimmt bei Weitem nicht. So etwas ist in Augsburg unmöglich. Er ist im Grunde wie ein etablierter Spieler bezahlt worden.“

Die hohen Erwartungen konnte Bancé nie erfüllen. Auch weil beide Seiten Fehler machten. Darum geht Bancé als der große Schweiger in die FCA-Geschichte ein. Er wolle erst mit den Medien reden, wenn er für den FCA getroffen habe, hatte er kurz nach seiner Verpflichtung erklären lassen. Zu einem Interview kam es nie. 18 Bundesliga-Spiele, 0 Tore lautete seine frustrierende Bilanz. Am Ende war der FCA froh, ihn im Sommer 2013 an den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausleihen zu können. Doch auch dort fasste der Wandervogel nicht Fuß. Ab Mai stand Bancé wieder mit vollem Salär auf dem Personalkonto.

Bis gestern war dort auch Mathias Fetsch, 25, als voller Gehaltsbezieher gelistet. Dann bestätigte der FCA, dass Fetsch, wie bereits exklusiv berichtet, für ein Jahr zum Drittligisten Dynamo Dresden ausgeliehen wird. Dabei stand der Name des Stürmers gestern gar nicht auf der letzten Transferliste, die die DFL um kurz nach 12 Uhr veröffentlicht hatte. „Ich denke, dass die DFL Probleme hatte, aufgrund des Ansturms diese Liste zu aktualisieren“, vermutete Manager Reuter. Der Transfer sei auf jeden Fall bestätigt.

In Dresden soll Fetsch, dessen Vertrag beim FCA noch bis 2016 läuft, Spielpraxis erhalten. Es ist schon die zweite Ausleihe von Fetsch. Bis Mai spielte er beim Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus. Trotzdem glaubt Reuter weiter an das Potenzial von Fetsch: „Er hatte hier große Konkurrenz. Aber wir werden seine Entwicklung intensiv verfolgen und hin und wieder auch live Spiele von ihm ansehen.“ Das hätte man 2012 bei Aristide Bancé vielleicht auch besser getan.

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