Eishockey

16.03.2017

Besuch einer Legende

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Sergej Vostrikov saß beim 4:0-Sieg gegen Nürnberg im Stadion.
Bild: Kerpf

Den 4:0-Sieg der Augsburger Panther gegen Nürnberg sieht auch Sergej Vostrikov auf der Tribüne. Die Fans feiern den einstigen Torjäger minutenlang mit Gesängen – und rühren ihn fast zu Tränen

Es war ein Gänsehautmoment, als auf dem großen Videowürfel im Curt-Frenzel-Stadion ein Herr in den Fünfzigern zu sehen war. Auf dem Eis lief gerade das zweite Drittel des Play-off-Spiels der Augsburger Panther gegen Nürnberg (Endstand 4:0 – mehr dazu im überregionalen Sportteil). Als der Hallensprecher Sergej Vostrikov auch namentlich begrüßte, war das Spiel aber plötzlich nebensächlich. Jubel brandete auf. 6000 Menschen sangen den Namen des russischen Ex-Torjägers, der von 1999 bis 2003 für die Augsburger Panther spielte. Dabei erzielte er 86 Tore und bildete zusammen mit seinem Landsmann Igor Maslennikov ein legendäres Sturmduo. Die beiden sind noch immer befreundet und treffen sich regelmäßig.

Bis heute ist vor allem der Name Vostrikov den Augsburger Eishockeyfans ein Synonym für Torgefahr. Seit Dezember des vergangenen Jahres arbeitet der ehemalige Torjäger als Cheftrainer in der zweiten russischen Liga bei Molot Perm. In 19 Spielen holte er dort 15 Siege. Am Dienstagabend allerdings war er noch einmal ganz ein Panther. Als die Fans seinen Namen sangen, sei das wie eine Zeitreise für ihn gewesen, sagte der 53-Jährige nach dem Spiel. Sichtlich gerührt winkte er in das weite Rund, mancher wollte gar feuchte Augen bei dem sonst so stoischen Russen erkannt haben.

Bei den Augsburger Zuschauern könne er sich nur bedanken. „Es ist wirklich schon lange her, dass ich hier gespielt habe, und die Fans denken immer noch an mich.“ In diesem Moment habe es ihn gereizt, noch einmal aufs Eis zu gehen. „Diese Zeiten sind aber vorbei.“ Mittlerweile spiele er nur noch ab und zu in der russischen Senioren-Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Zwei Titel hat er mit dieser schon geholt.

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In Augsburg lebt mit Alexander Karsten einer seiner besten Freunde, den er regelmäßig besucht. In diesem Jahr legte er den Termin so, dass er pünktlich zu den Play-offs vor Ort war. Und er wurde seinem Ruf als Glücksbringer gerecht, denn „bisher hat Augsburg immer gewonnen, wenn ich zugesehen habe“. Das ist auch Panther-Boss Lothar Sigl schon aufgefallen, der ihn gebeten habe, er solle doch bis Sonntag in Augsburg bleiben. Dann steht das nächste Heimspiel gegen Nürnberg an. Vostrikov flog allerdings gestern wieder zurück in seine russische Heimat. Allerdings nicht, ohne vorher noch ein besonderes Lob für den Augsburger Torwart Ben Meisner auszusprechen. Der musste am Dienstag für den verletzten Jonathan Boutin zwischen die Pfosten und blieb prompt ohne Gegentreffer. „Er hat der Mannschaft genau in den richtigen Momenten sehr geholfen. Das war vor allem im zweiten Drittel wichtig. Wenn da das 3:1 fällt, kann es noch mal eng werden.“

So aber stand am Ende ein klarer 4:0-Sieg der Panther, die damit in der Play-off-Serie auf 2:2 ausglichen. „Augsburg war besser als die Nürnberger“, sagte Vostrikov Mit den Augsburger Fans im Rücken sei der Mannschaft in den Play-offs noch viel zuzutrauen. „Die Atmosphäre in der neuen Halle ist toll. Sie ist komplett anders als früher und sehr gut geworden.“

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