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FC Augsburg

11.04.2018

Córdova gibt Rafinha Kontra: "Bei uns Südamerikanern normal"

Sergio Córdova (rechts) begegnete Bayern-Star Rafinha mit Respekt, aber einschüchtern ließ er sich nicht.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Der FCA-Neuzugang aus Venezuela zeigt gegen den FC Bayern Selbstvertrauen. Denn mit den steigenden Temperaturen blüht der Südamerikaner wieder auf

Es waren rund 20 Minuten am Samstag in der WWK-Arena gespielt, als Rafinha, 32, der Kragen platzte. Wieder einmal hatten Caiuby und Sergio Córdova die Wadelbeißer des FC Augsburg gegeben und aggressiv die Stars des FC Bayern unter Druck gesetzt, als der Brasilianer sich den jungen Venezolaner zur Brust nahm. Doch der 20-jährige Córdova ließ sich vom Bayern-Routinier nicht einschüchtern: „Wir hatten in diesem Moment unterschiedliche Meinungen. Es ging um ein Foul und Rafinha hat gesagt, dass es schon das zweite Foul war“, erzählt Córdova. „Aber es ist bei uns Südamerikanern normal, dass wir auf dem Feld manchmal miteinander diskutieren. Nach dem Spiel ist das alles vergessen.“

Am Ende hatte Córdova mit dem FCA 1:4 gegen den alten und neuen deutschen Meister verloren , doch der Mittelstürmer war der Gewinner auf Augsburger Seite. Es war sein zweiter Startelf-Einsatz nach dem Heimspiel im Januar gegen den Hamburger SV. Und für Córdova ein Neustart. Denn nachdem er sich im Sommer nach seinem Wechsel aus seiner südamerikanischen Heimat in die deutsche Bundesliga vielversprechend bei seinen ersten Einsätzen in Szene gesetzt hatte, alles wie am Schnürchen zu laufen schien, schlitterte er in ein Formtief.

"Wenn die Sonne scheint, dann blüht er auf"

Mitte Oktober war er mit einem Außenbandriss von der Nationalmannschaft zurückgekehrt. Über einen Monat fiel er damals aus und es dauerte, bis er den Anschluss wieder fand. Eigentlich bis jetzt zum Spiel gegen die Bayern. „Wenn die Sonne scheint, dann blüht er auf“, hatte FCA-Manager Stefan Reuter sichtlich erleichtert direkt nach dem Spiel gesagt und Córdovas Durchhänger so erklärt: „Er ist leider in der Hinrunde verletzt von der Nationalmannschaft gekommen und hat dann den Schwung verloren. Es war ein langer, kalter Winter, er war neu, kann die Sprache noch nicht perfekt. Da muss man einem jungen Spieler Zeit geben, um sich zu akklimatisieren, damit er seine ganze Qualität zeigen kann.“ Beim FCA ist man vom U20-WM-Teilnehmer und Nationalspieler überzeugt und verpflichtete ihn gleich bis 2022.

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Bild: Ulrich Wagner

Am Samstag herrschten erstmals in der Rückrunde Temperaturen, die auch ein Südamerikaner als angenehm empfinden kann. Córdova selbst wollte seine erste Bekanntschaft mit dem europäischen Winter nicht als Ausrede gelten lassen. Dennoch sei es für ihn nicht einfach gewesen. „Es war alles anders, die Sprache, die Kultur, aber ich versuche immer positiv zu bleiben. Ich fühle mich sehr wohl hier. Jeder versucht mir zu helfen und ich habe noch viel vor mit dem FCA.“

Welche Probleme, die man sich als Einheimischer kaum vorstellen kann, Córdova mit dem ersten Training auf Schnee hatte, beschreibt seine kleine Anekdote: „Bei meinem ersten Training hatte ich keine Stollenschuhe an, weil ich es nicht gekannt hatte. Ich konnte nicht richtig laufen und bin oft weggerutscht.“

Caiuby ist für Córdova beim FCA zur Bezugsperson geworden

Córdova sitzt auf der Augsburger Frühjahrsausstellung (afa) und schreibt zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Caiuby am Stand der Mineralbrunnen Krumbach GmbH, einem Sponsor des FCA, Autogramme. Caiuby übersetzt für Córdova die Fragen und dessen Antworten vom Spanischen ins Deutsche. Córdova hat zwar einen Privatlehrer, doch Interviews traut er sich noch nicht in Deutsch zu geben. Caiuby, 29, ist für Córdova in Augsburg die Bezugsperson geworden. „Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass er jemanden fragen kann, der so etwas auch schon erlebt hat. Das macht es einfacher. Ich versuche ihm zu helfen, damit er sich wohlfühlt. Der erste Schritt muss von ihm kommen, aber da ist er gut dabei. Er versucht immer zu lernen“, stellt Caiuby seinem jungen Kollegen ein gutes Zeugnis aus.

Der ließ gegen die Bayern sein großes Potenzial des Öfteren aufblitzen (hier gibt's die Einzelkritik ). Wie beim 1:0 für den FCA, als er Jérôme Boateng den Ball abjagte, dann aber an Bayern-Torhüter Sven Ulreich scheiterte. Der abgewehrte Ball sprang dann von Niklas Süle aber ins Bayern-Tor. „Von draußen sieht es immer leicht aus, aber wenn du auf dem Platz stehst, musst du schnell reagieren und entscheiden. Ich hatte erst etwas Pech, aber dann auch Glück, dass der Ball noch reingesprungen ist. Es war ein gutes Gefühl, überhaupt an dieser Aktion beteiligt gewesen zu sein.“

Für ihn war das Bayern-Spiel sein bisheriges Highlight. „Beim ersten Spiel war ich verletzt und konnte es daher nur im Fernsehen sehen. Für so einen Moment wie am Samstag arbeitet man und ich werde weiter hart arbeiten, um noch viele solche Momente mit dem FCA zu erleben.“ Vielleicht schon am Freitag wieder, wenn der FCA beim VfL Wolfsburg gastiert.

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