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Fußball

21.11.2017

Darf noch ein FCA-Spieler zur WM?

Rani Khedira machte mit guten Leistungen im FCA-Trikot auf sich aufmerksam.
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Rani Khedira machte mit guten Leistungen im FCA-Trikot auf sich aufmerksam.
Bild: Ulrich Wagner

Rani Khedira hat das Angebot, für die tunesische Nationalmannschaft zu spielen. Doch der Mittelfeldspieler, der beide Staatsbürgerschaften besitzt, will sich noch nicht festlegen

Als der tunesische Verband im Frühjahr 2015 das erste Mal bei Rani Khedira anfragte, bekam er einen Korb. Der Fußball-Profi, der damals noch beim Zweitligisten RB Leipzig unter Vertrag stand, sagte ab. Zweieinhalb Jahre später kann es gut sein, dass der FC Augsburg vielleicht nach Marwin Hitz ( Schweiz), Ja-Cheol Koo, Dong-Won Ji (beide Südkorea) und Alfred Finnbogason (Island) einen fünften WM-Teilnehmer bekommt.

Denn der tunesische Verband versuchte es jetzt noch einmal – und diesmal kommt der FCA-Neuzugang ins Grübeln. Verständlich: Tunesien hat sich als eines von fünf afrikanischen Teams für die WM-Endrunde in Russland qualifiziert. „Fakt ist, die wollen. Der Verband hat offiziell angefragt“, sagte der Mittelfeldprofi dem Kicker.

Tunesiens Nationaltrainer Nabil Maaloul versucht, für die WM Spieler zu gewinnen, die auch außerhalb von Tunesien erfolgreich sind. Neben Khedira hat er mit Torhüter Moez Hassan, 22, Gespräche geführt. Der ist derzeit vom französischen Erstligisten Nizza an den Zweitligisten LB Châteauroux ausgeliehen.

Khedira will sich allerdings mit seiner Entscheidung Zeit lassen und sich erst beim FCA weiter als Bundesligaspieler etablieren. „Ich will mal die nächsten zehn Spiele spielen und dann können wir uns irgendwann im Frühjahr zusammensetzen und gucken, ob es für beide Seiten passt.“ In Leipzig kaum berücksichtigt, hat sich Khedira nach seinem Wechsel im Sommer beim FCA einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld erkämpft. Trainer Manuel Baum schätzt den intelligenten und flexibel einsetzbaren Mittelfeldspieler, der in Augsburg bis 2021 unterschrieben hat. In zehn Partien kam er bisher zum Einsatz, sein AZ-Notendurchschnitt liegt bei 3,0 (Kicker: 2,94).

Khedira spielte bereits in einigen deutschen Jugendnationalmannschaften, doch da er noch kein A-Länderspiel für Deutschland absolviert hat, wäre er für Tunesien spielberechtigt.  Doch das Werben der Heimat seines Vaters sieht er nicht nur durch die rosarote Brille: „Ich spreche kein Arabisch, kein Französisch. Ich kenne kaum einen Spieler von da. Es ist was komplett anderes. Es muss Sinn für beide Seiten machen. Ich muss dem Land helfen können, das Land muss mir helfen können. Und wenn das nicht gegeben ist, braucht man es nicht machen, weil es dann in die Hose geht.“ Der 23 Jahre alte Bruder von Weltmeister Sami Khedira, 30, besitzt die deutsche und tunesische Staatsbürgerschaft.

Mutter Doris lernte Vater Lazhar, der aus einfachen Verhältnissen kommt, in dessen tunesischer Heimat Hammamet kennen. Er verlässt später Tunesien und folgt seiner großen Liebe in ihre schwäbische Heimat nach Stuttgart. Sie heiraten, bekommen drei Söhne: Sami, Denny und Rani. Es ist die typische Biografie einer Migrationsfamilie. Die Eltern arbeiten hart, um die fünfköpfige Familie durchzubringen.

Sami und Rani werden Fußball-Profis. Der mittlere der Brüder, Denny, hat einen anderen Weg eingeschlagen. Er ist aber genauso erfolgreich. Im Sommer absolvierte der 26-Jährige an der Universität Hohenheim den Masterstudiengang Management als Jahrgangsbester (Notendurchschnitt 1,2). Seine Zukunft sieht er auch im Sport und sie ist eng mit seinen Brüdern verknüpft. Seit März vertritt er als Berater deren Interessen.

Er wohnt wie seine Eltern noch in Oeffingen bei Stuttgart. Aber die Khediras haben viele Verwandte in Tunesien. Schon durch die Qualifikation Tunesiens wird die WM im Sommer dort für sie ein großes Fest. Zwei Khediras am Ball wären das Sahnehäubchen.

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