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Sportgespräch

14.02.2015

Den FC Augsburg aus dem Dornröschenschlaf geholt

Ex-Kapitän Alwin Fink erzählt von der großen Zeit, als er noch der „Chef“ von Helmut Haller war

Alwin Fink, 66, ist ein echtes Augsburger Eigengewächs. Er gehörte in den legendären Augsburger Fußball-Spielzeiten Mitte der 1970er Jahre zu den Spielern, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Der Verteidiger war Kapitän jener Mannschaft um Helmut Haller, die 1973/74 nur um einen Punkt den Aufstieg in die Bundesliga verfehlte. In unserer Serie Sportgespräch kommt der ehemalige Konrektor der Grundschule in Steppach zu Wort.

Herr Fink, erzählen Sie uns doch mal, wie Sie zum Fußball gekommen sind?

Ich war ein Spätstarter, schon 14 als ich in den Verein durfte. Mein Vater hat es vorher nicht erlaubt. Ich fing beim TSV Steppach an, habe dort noch bei den Schülern und der B-Jugend gespielt und mich anschließend selbst beim damaligen BCA angemeldet.

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Ein für heutige Zeiten eher ungewöhnlicher Schritt.

Das war halt damals so. Beim BCA wurde ich dann aus der A–Jugend gleich in den Bayernligakader der ersten Mannschaft übernommen. Routiniers wie Willi Miller, Ottmar Maurus oder Heini Holzmann haben mir damals sehr geholfen. Ab 1969 habe ich dann nach der Fusion für den FCA gespielt.

Doch da waren die Erwartungen groß, es lief die ersten Jahre aber eher ziemlich holprig.

Das kann man so sagen. Wir besaßen damals für Bayernligaverhältnisse eine sehr gute Mannschaft, waren vor allen Dingen im Sturm überragend besetzt. Kurt Haseneder kam damals vom 1. FC Nürnberg, Roland Stegmayer wechselte später in die Bundesliga.

1973 wurde das Ziel Aufstieg in die Regionalliga endlich erreicht. Was waren damals die Gründe?

Bei den Verpflichtungen hatte das damalige Präsidium um den Präsidenten Erich Liebert ein glückliches Händchen. Aus Ingolstadt kamen mit Blechinger, Obermeier, Meyer und Heigl vier starke Spieler, dazu noch Dürrschmidt, der aus Weiden zu uns wechselte. Auch Trainer Schwarzhuber war ein echter Glücksgriff. Er war sowohl fachlich, als auch menschlich in Ordnung.

Dann ging es rasant weiter. Helmut Haller kehrte aus Italien zurück, der FCA sorgte in der damals zweithöchsten Klasse, der Regionalliga für Furore.

Ja der Helmut, er war unser Spiritus Rector und in erster Linie für die Begeisterung verantwortlich. Das Interesse der Öffentlichkeit war fast nur auf ihn gerichtet, für den Rest des Teams war das gut, so konnten wir uns in Ruhe entwickeln. Wir haben den Fußball in Augsburg aus dem Dornröschenschlaf geholt.

Sie haben neben dem Fußball noch studiert und später auch noch den Lehrerberuf ausgeübt. Wie konnten Sie das vereinbaren?

Ja ich habe studiert und anschließend als Junglehrer in Bobingen gearbeitet. Ich hatte 46 Schüler in der Klasse, musste mir die Zeit genau einteilen. Trainiert haben wir ja auch täglich. Ich war dem Verein dankbar, dass ich Beruf und Fußball miteinander verbinden konnte.

Dazu kamen noch Einsätze in der Amateur-Nationalmannschaft.

Ich durfte unter dem späteren Bundestrainer Jupp Derwall vier mal für den DFB spielen. An der Seite von späteren A-Nationalspielern wie Stielike, Körbel, Eder oder Bernd Förster. Für mich war das eine tolle Erfahrung.

Warum haben Sie dann 1976 ihre Schuhe an den Nagel gehängt?

Ich wurde 1975 bereits zwei Mal an der Achillessehne operiert. Ein Jahre später verletzte ich mich dann am Knie, ein Knorpelschaden wurde diagnostoziert. Das bedeutete dann damals das endgültige Karriereende.

Warum haben Sie später nie mehr im Amateurbereich gespielt oder als Trainer gearbeitet?

Das stimmt so nicht ganz. Ich habe mal einige Monate von Heiner Schuhmann die FCA-A-Jugend übernommen, habe dann aber festgestellt, dass auch diese Arbeit sehr zeitintensiv ist und mich wieder zurück gezogen. Später habe ich dann allerdings noch einige Jahre für die Freizeit-Löwen, die Traditionsmannschaft des TSV 1860 München gekickt. Das war eine schöne Zeit. Wir waren drei mal in den USA, in Ägypten und Israel.

Zurück zum FCA. Wie sehen Sie die Entwicklung des Vereins?

Es ist eine große Freude das alles zu sehen und zu erleben. Die Mannschaft besitzt Charakter und Moral, gibt immer alles. Das wird auch vom Publikum gewürdigt.

Jetzt träumt Fußball-Augsburg von Europa. Sie auch?

Die Erwartungen der Fans werden natürlich immer größer. Ich glaube, die Mannschaft hat die Qualität, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.

Interview Herbert Schmoll

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