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Handball

18.01.2019

Denkt noch jemand an Erhard Wunderlich?

Der gebürtige Augsburger Erhard Wunderlich war 1978 maßgeblich am WM-Titelgewinn der deutschen Handballer beteiligt.
Bild: Imago

In Augsburg erinnert zur WM-Zeit nur wenig an den berühmten Sohn der Stadt. Nur die Sporthalle, in der er entdeckt wurde, ist nach ihm benannt

Wenn die deutschen Handballer in Berlin bei ihren WM-Spielen von tausenden begeisterten Zuschauern angefeuert werden, kommen bei manchen Fans Erinnerungen hoch an einen, der eigentlich dabei sein sollte – als Trainer, Kommentator oder zumindest als Zuschauer. Schließlich bezeichnen ihn bis heute viele als den größten Handballer aller Zeiten: den Augsburger Erhard Wunderlich.

Im Jahr 2007 hat er die Weltmeisterschaft in Deutschland noch miterlebt und verfolgt, wie die Heimmannschaft sensationell den Titel gewann. Doch 2012 ist Wunderlich im Alter von nur 55 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Ein Schock für alle, die ihn gekannt, gemocht und bewundert hatten. „Ich bin schockiert und tief betroffen. Das ist eine Katastrophe. Für mich war Erhard einer der großen Handballstars der Welt“, hatte der einstige Bundestrainer Vlado Stenzel den Augsburger damals gewürdigt. Gemeinsam hatten sie die größten Erfolge für Deutschland geholt, allen voran den WM-Titel 1978. Aber auch Olympisches Silber 1984 und vier Europapokalsiege.

Weggefährten wie Jörg Löhr und Armin Veh

Auch in diesen Tagen der Handball-WM, wenn alles mit Bundestrainer Christian Prokop und seinen Mannen mitfiebert, wird in Augsburg und der Region immer wieder an Wunderlich erinnert – an jenen großen Sportler, der in seiner Heimatstadt beigesetzt werden wollte, dem Augsburg bisher aber recht wenig posthume Ehre entgegenbrachte. Lediglich die Namensgebung der in die Jahre gekommenen Erhard-Wunderlich-Sporthalle über dem Rosenauberg erinnert an den berühmten Sohn der Stadt, der dort einst entdeckt worden war. Eine nach ihm benannte Straße, ein Platz oder ein Denkmal (wie bei Helmut Haller) sucht man in Augsburg allerdings vergeblich. Mit solchen Ehrungen geht die Stadt aber generell extrem sparsam um. Aktuell gibt es keinen Olympiasieger oder ähnlich erfolgreichen Sportler – verstorben oder lebendig – , dem die Stadt Augsburg einen eigenen Straßennamen gewidmet hat. Auch weitere sportliche Spuren von Erhard Wunderlich finden sich in seiner Heimatstadt kaum. Höchstens alte Weggefährten – zu denen unter anderem auch Jörg Löhr und Armin Veh gehörten – erinnern noch gern an den etwas eigensinnigen und handballverrückten „Sepp“, dessen perfektes Spielverständnis schon während seiner Grundausbildung als Jugendlicher beim FC Augsburg zu erkennen war. Im Alter von 19 Jahren wechselte er aber dann zum VfL Gummersbach, wo seine beispiellose Karriere richtig durchstartete.

Mit Bernd Schuster in Barcelona

Er wurde noch im gleichen Jahr Bundesliga- und Nationalspieler und absolvierte 140 Länderspiele. Für besonderes Aufsehen sorgte 1983 Wunderlichs Wechsel zum FC Barcelona – schließlich waren solche finanziell hoch dotierten Coups meist Fußballern vorbehalten. Wie etwa Bernd Schuster, dem zweiten gebürtigen Augsburger zu dieser Zeit beim FC Barcelona. Allerdings ist auch dem „blonden Engel“ in seiner Heimatstadt bisher keine Straße gewidmet.

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