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Eishockey

19.03.2018

Der AEV spielt in der Eliteliga

Jubel beim Augsburger EV: Die U20 hat sich in der Relegation für die höchste deutsche Spielklasse qualifiziert und spielt in der elitären Achter-Liga.
Bild: Anette Zoepf

Vorzeitig hat sich die U20 für die höchste Nachwuchsliga qualifiziert. Nachwuchsleiter Bakos und AEV-Präsident Renner erklären, warum das bedeutsam ist

Als Präsident Wolfgang Renner und Nachwuchsleiter Michael Bakos im Sommer ihr Saisonziel formulierten, wirkte dieses mindestens ambitioniert. Der Augsburger EV wollte nach Abschluss der Spielzeit weiterhin mit seiner ältesten Nachwuchsmannschaft in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sein. Zwei Spiele vor Schluss steht fest: Der AEV wird dieses Ziel erreichen – auch wenn Renner dies „nicht für möglich gehalten hätte“, wie er jetzt gesteht. Der 51-Jährige begründet dies mit der strukturellen Ligareform, die das Vorhaben erschwerte.

Ab der Saison 2018/19 bilden die acht besten Klubs die Division 1. Dadurch soll sich der Wettbewerb in der Spitze ausgeglichener gestalten, die größten Talente werden stärker gefordert – und letztlich stärker gefördert. Augsburgs U20-Nachwuchs rangierte in den vergangenen Spielzeiten nie unter den ersten acht Mannschaften Deutschlands und schaffte in der laufenden Runde nicht die direkte Qualifikation. Dennoch gehört er künftig zur Eliteliga.

Am Wochenende schlug die Mannschaft von Bakos, zusätzlich Trainer des AEV, zweimal den EV Regensburg (6:2 und 6:4) und ist damit nicht mehr von einem der ersten beiden Ränge in der Relegationsgruppe zu verdrängen. Für den AEV ist die höchste Liga bedeutsam, Vereinschef Renner erklärt warum: „Top-Spieler wollen nun mal in der Top-Liga spielen.“

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AEV-Chef Renner hofft auf eine Trendwende

Über Jahre hinweg hatte der AEV das Problem, dass die besten Eigengewächse den Verein wechselten, um in der höchsten Liga zu spielen. Jetzt könnten sie den anderen Weg gehen, hin zum AEV. Renner spricht von einer „Trendwende“, so will er etwa dem schwäbischen Konkurrenten Kaufbeuren den Rang im Nachwuchs ablaufen.

In der jüngeren Vergangenheit hat der AEV verstärkt in seine Nachwuchsarbeit investiert und sich personell breiter aufgestellt. Rund 300000 Euro stehen zur Verfügung, der Etat setzt sich aus Mitgliedsbeiträgen, Sponsorengeldern und Zuschüssen zusammen. Geld bekommt der Klub zudem über einen Ausgleichsfonds, in den andere DEL-Klubs einzahlen, sollten sie Vorgaben in der Nachwuchsförderung nicht erfüllen.

Durch die Qualifikation für die Division 1 hofft Renner, die Vorrangstellung in Bayern zu festigen. Mittelfristig träumt er gar davon, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen – auch wenn Deutschlands Premiumstandorte Mannheim, Köln oder Berlin über weitaus bessere finanzielle Möglichkeiten verfügen.

Im Sommer hatte Michael Bakos seinen Job in Augsburg angetreten, zuvor arbeitete der ehemalige Profi für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB). Dort soll über grundlegende Reformen nachgedacht werden. Damit sich für die Klubs die Ausbildung der Talente lohnt, erörtern Funktionäre Modelle, wie sich die Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs und Profiteams in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) steigern lässt. Das Ideal: Die DNL dient als Sprungbrett für die DEL. Noch haben es Augsburger Talente wie Marco Sternheimer schwer, Profi zu werden. Mit acht Toren und elf Vorlagen in vier Begegnungen trug er maßgeblich zur frühzeitigen Qualifikation für die Division 1 bei.

Trainer Michael Bakos verspürt im Erfolg eine gewisse „Genugtuung“. Der 39-Jährige sieht sich bestätigt: „Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen.“ Ob und – wenn ja – wie positiv sich die Division 1 für den AEV auswirkt, kann Bakos schwerlich einschätzen. Leicht würden es Neuzugänge im Augsburger Kader jedenfalls nicht haben, bekräftigt er. Nur wenige Spieler verlassen aus Altersgründen die Augsburger Mannschaft. Bakos fasst zusammen: „Bei uns wird kein Stühlerücken stattfinden. Der Kern der Mannschaft steht.“

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