1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Lokalsport
  4. Der TCA ist ein guter Gastgeber für die Ex-Stars

Tennis

04.09.2018

Der TCA ist ein guter Gastgeber für die Ex-Stars

Copy%20of%2020180901_2159.tif
3 Bilder
Christian Weis gab bei der deutschen Vereinsmeisterschaft alles. Aber die Konkurrenz war zu stark. <b>Foto: Krieger</b>
Bild: Krieger

Bei den deutschen Vereinsmeisterschaften der ab 40-Jährigen werden die Ausrichter zwar Letzter. Aber nicht nur darum gefällt es den vielen ehemaligen Weltranglisten-Spielern wie Thomas Enqvist in Augsburg

Der Körper spielt nicht mehr so mit wie früher. Die Knie sind mit Tapes gestützt, der Haaransatz grau meliert. Trotzdem zeigt Thomas Enqvist, 44, eindrucksvoll, dass die Physis im Tennis nicht allein entscheidend ist. Er treibt den Gegner aus dem Feld, streut Stoppbälle ein, schlägt Winner. Am Ende hat TCA-Spieler Uli Bengeser im Spiel um Platz drei bei den deutschen Vereinsmeisterschaften der ab 40-Jährigen keine Chance gegen einen der Top-Spieler des TC SCC Berlin. Er unterliegt 1:6, 2:6. „Ich hab’ alles versucht. Das war eine Lehrstunde, die ich aber gerne bekommen habe“, lacht Bengeser nach dem Match. „Wann bekommt man als Normalo denn die Chance, gegen so einen Spieler zu spielen?“, sagt der 46-jährige Sparkassen-Manager.

Auch Christian Weis, ehemals auf der Weltrangliste als 150. platziert, musste die Überlegenheit des Franzosen Arnaud Clement im Top-Einzel beim 1:6, 1:6 anerkennen. „Clement war mal unter den Top 20. Das ist einfach noch einmal eine andere Liga“, erklärte der 50-jährige Augsburger. Zudem hatte Weis die Strapazen seines Vizeweltmeistertitels in der AK 50 noch nicht ganz verdaut. Und so war das kleine Finale nach den Einzeln mit 5:1 entschieden. Die Teams verzichteten auf die Doppel.

Ein Hauch von Weltklassetennis wehte am Wochenende über die Anlage des TC Augsburg Siebentisch. Zwar spielten keine aktuellen Topstars in Augsburg, aber solche, die noch vor wenigen Jahren der Weltspitze angehörten. Zum Beispiel eben jener Enqvist, Finalist bei den Australian Open 1999, Jiri Novak, Halbfinalist in Melbourne 2002, oder Nicolas Kiefer, der 2004 die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen im Doppel gewann.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Wir haben nur Außenseiterchancen“, räumte der TCA-Vorsitzende Jakob Schweyer am Samstag ein. Im Halbfinale gegen Ratingen schlugen sich die Augsburger in den Einzeln noch gut, nach den Doppeln stand es jedoch 2:7. Für Schweyer war die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft dennoch ein großer Erfolg. „Für uns als Verein ist es sensationell“, sagte er. „Vor ein paar Jahren sind wir an diesen Spielern hochachtungsvoll vorbeigelaufen, heute spielen sie hier.“

Nicolas Kiefer, die Nummer eins des TC GW Ratingen, wurde am Samstag bei nasskaltem Wetter gegen den TCA geschont. Enttäuscht waren deshalb einige der knapp 150 Zuschauer, als sie auf die Aufstellung blickten. Denn Kiefers Namen suchten sie dort vergebens. Der ehemalige Weltranglisten-Vierte war zwar auf der Anlage, griff aber nicht ein. Eine unpopuläre, aber wohl richtige Entscheidung, verletzten sich doch zwei Berliner Spieler.

Es mangelte aber auch ohne Kiefer nicht an ehemaligen Weltklassespielern. Österreichs Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek, der erst am Freitag von den US Open in New York zurückgekehrt war, oder der frühere Spitzenspieler Alexander Waske schlugen auf. Der 43-Jährige besiegte im Finale am Sonntag vor rund 300 Zuschauern den 41-jährigen Kiefer und legte damit den Grundstein für die Titelverteidigung des TC BW Bohlsbach in der Neuauflage des Finales der vergangenen Saison.

Bei der Siegerehrung gab es dann viel Applaus für alle Beteiligten. Auch für den Ausrichter. Nicolas Kiefer schwärmte: „Das ist hier eine tolle Tennisanlage. Wir wurden sehr nett aufgenommen. Das Publikum war toll und es waren trotz des schlechten Wetters viele Leute da. Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen.“ So viel Spaß, dass am Samstag das Fassbier in der TCA-Gaststätte ausgegangen war.

Es war am Sonntag um kurz vor 17 Uhr, als die große Tenniswelt ihre Taschen packte und Augsburg wieder verließ. Thomas Enqvist wird in drei Wochen zusammen mit Björn Borg als Kapitän des „Team Europa“ beim Laver Cup in Chicago fungieren. Es ist ein Turnier nach dem Vorbild des Ryder Cups im Golf: Ein Team Europa tritt gegen das Team Welt an. Novak Djokovic und Roger Federer werden dann unter Enqvists Leitung spielen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20d02df4e5-2709-425c-9c58-37dc54cb29e5(1).tif
Kampfsport

Auf Jamaika schlagen die Kickboxer zu

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden