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Badminton

04.03.2013

Ein Abstieg, der nicht richtig wehtut

Enttäuschung ja, Depression nein. Daniel Knoll muss mit der TSG aus der Regionalliga absteigen. Jetzt will man mit eigenen Spielern in der Bayernliga einen Neuanfang wagen.
Bild: Siegfried Kerpf

Die TSG Augsburg muss die Regionalliga verlassen. Der Rückschritt wird als Chance gesehen

Am entscheidenden Wochenende im Abstiegskampf der Regionalliga Südost Süd waren die Badmintonspieler der TSG Augsburg führungslos. Sowohl Abteilungsleiter Ralf Grosschadl als auch der „Mister Badminton“ der TSG, der langjährige Abteilungsleiter und jetzige Beisitzer Helmut Hafner, hatten sich in den Skiurlaub verabschiedet. „Führungslos stimmt ja nicht ganz. Ich bin ja auch noch da“, lächelte gestern Vormittag Daniel Knoll in der TSG-Sporthalle. Der 27-Jährige ist stellvertretender Abteilungsleiter, Sportwart und, was noch wichtiger ist, einer der Eckpfeiler des Drittligisten. Nur mit zwei Siegen in den letzten beiden Saisonspielen zu Hause gegen die SG Metzingen/Tübingen und die SG Schorndorf hatte die TSG noch eine Chance auf den Klassenerhalt.

Am Samstag bestand das TSG-Sextett die Nervenprüfung. Mit 5:3 bezwang die Mannschaft um Kapitän Robin Fiedler Metzingen nach drei Stunden Spielzeit. Ungleich schwerer gestaltete sich die Aufgabe am Sonntag gegen die SG Schorndorf. Der Zweitliga-Absteiger aus der Nähe von Stuttgart wollte keine Gastgeschenke verteilen. Nach den beiden Männerdoppeln, dem Frauendoppel und den ersten beiden Einzelpaarungen stand es 3:2 für die Gäste. „Ich hatte gehofft, wir führen 3:2. So wird es ganz schwer“, erklärte Knoll. Er sollte recht behalten. Am Ende hieß es 2:6.

Die TSG, die Ende der 90er Jahre noch in der 2. Liga spielte, muss nach acht Jahren in der Drittklassigkeit zurück in die Bayernliga. Man nimmt es gelassen, wie es die Reiseplanung der Führungsebene zeigt. Es ist ein Abstieg, der nicht richtig wehtut. „Für uns ist es eine Chance für einen Neuaufbau“, sagt Knoll.

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Schon in den vergangenen Jahren kämpfte man fast jede Saison nur um den Klassenerhalt. „Wir hatten immer wieder Abgänge“, sagt Robin Fiedler, 20. Nur das Eigengewächs, das als Neunjähriger bei der TSG erstmals einen Badmintonschläger in die Hand nahm, und Knoll waren aus dem Team der vergangenen Saison übrig geblieben. Schwer wog auch der Rückzug von Punktesammlerin Heike Hamm in die eigene zweite Mannschaft.

Ersatz fand die TSG nur in der Ferne. So kamen Kai Bastian (Würzburg), Sebastian Keller (München), Annika Reuther (Dillingen) und Engelke Rasche (Bad Königshofen) zur TSG. Meist traf man sich mit Fiedler und Knoll nur zu den Spielen. „Wir konnten praktisch nie miteinander trainieren“, erklärte Fiedler. Die Zweckgemeinschaft wird sich nun wieder auflösen. Ob Fiedler selbst bleiben wird, steht noch nicht fest. Er würde gerne weiter auf dem jetzigen Niveau spielen. Für die eigene Jugend war dies in dieser Saison zu hoch. „Sie wären überfordert gewesen“, sagt Fiedler, der selbst im Nachwuchsbereich als Trainer tätig ist. „Da haben wir in der jüngsten Vergangenheit die Zügel etwas schleifen lassen.“ In der Bayernliga sollen jetzt Spieler wie Michael Pollner oder Alice Böckhoff eingebaut werden.

Die TSG hat als Talentschmiede einen guten Namen. 2008 kam die U15 bei den deutschen Nachwuchs-Meisterschaften sogar bis ins Halbfinale. Doch gelang es nicht, die ganz starken Jugendspieler an den Verein zu binden. Sie wechselten zu Teams mit besseren Trainingsbedingungen. So spielte zum Beispiel Tamara Teuber mit ihrem Bruder Michael Teuber mit dem TSV Freystadt (bei Nürnberg) gegen die TSG. Der Weg des Aufsteigers ging in die genau andere Richtung. Freystadt gelang der Durchmarsch in die 2. Liga.

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