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26.03.2009

Ein Spitzentrainer aus Augsburg

Augsburg Gerhard Weitmann ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Auf den ersten Blick ist er also ein ganz normaler Familienvater. Doch was der gebürtige Augsburger in seiner Freizeit leistet, ist bemerkenswert. Seit 34 Jahren betreibt er Shotokan-Karate, eine Stilrichtung des Karates-Sports, und hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem auf nationaler und internationaler Ebene herausragenden Trainer entwickelt.

"Jungen Leuten den Sport beizubringen bedeutet für mich eine große Herausforderung. Schließlich bringe ich ihnen nicht nur Schlag- und Bewegungstechniken bei, sondern versuche ihnen auch, verschiedene Philosophien des Karate-Sports, beispielsweise Durchhaltevermögen und Konzentrationsfähigkeit, die man auf jede Lebenslage übertragen kann, zu vermitteln", verdeutlicht Gerhard Weitmann seine Motivation.

Neben seiner Tätigkeit als Trainer im Aikido und Karate Verein Augsburg ist Weitmann Landestrainer der bayerischen Karate-Auswahl im Bereich Kumite und hat im Verlauf seiner Trainerkarriere aus vielen Sportlern deutsche Meister, Europameister und Weltmeister geformt. So holten Maria Weiß und Silvia Sperner, die Weitmann als Landestrainer trainiert, im vergangenen Jahr bei der Kumite-Weltmeisterschaft in Tokio die Goldmedaille. Kumite ist eine Wettkampfform im Karate, die den freien Kampf ohne Absprache von angewendeten Techniken beinhaltet. Es gibt jedoch nur ein festgelegtes Repertoire an Techniken, die man im Kumite anwenden darf.

"Es wird bei diesem Sport der ganze Körper gefordert. Viele Faktoren sind nötig, um erfolgreich zu sein: Kraft, Kondition, Koordination, Flexibilität, Geschicklichkeit und Bewegungskunst", begründet Weitmann seine Faszination für Kumite. "Man lernt Aggressionen abzubauen und gewinnt an Selbstvertrauen im Alltag", zählt der 47-Jährige die positiven Seiten des Kumite-Sports auf.

Ein Spitzentrainer aus Augsburg

Doch warum gerade Kumite und nicht etwas Populäreres wie Boxen oder Kickboxen? "Der Unterschied zwischen den populären Kampfsportarten und Kumite ist, dass Kumite kein Vollkontaktsport ist. Im Kumite findet nur Kontakt zum Körper und nicht zum Kopf statt", macht Weitmann die Besonderheit seines Sports deutlich.

"Seinem" Sport hat Weitmann viel zu verdanken. So gibt es fast kein europäisches Land, das Weitmann im Verlauf seiner sportlichen Karriere nicht bereist hat. Eine Reise zu einem Wettkampf nach Malaysia nennt er als ganz besonderes Erlebnis seiner Karriere. "Ohne Karate hätte ich nicht so viele verschiedene Menschen und Kulturen kennengelernt", glaubt der Trainer.

Von den damaligen Kung-Fu-Filmen beeindruckt, trat er als 13-Jähriger einem Karate-Verein bei und erkannte bald, dass Karate in Wirklichkeit nichts mit Kung-Fu-Filmen zu tun hat. Trotzdem konnte er sich, auch dank eines inspirierenden Jugendtrainers, für die Sportart begeistern.

Problematisch sieht er heutzutage das immer größer werdende Freizeitangebot für Jugendliche. "Es wird immer schwerer, die Jugendlichen zu motivieren. Oft bleibt das Training auf der Strecke. Im Übergangsalter zwischen Jugend und Senioren steigen viele aus dem Karate-Sport aus", bemängelt Weitmann.

Dem Karate zu einer größeren Popularität verhelfen könnte eine olympische Anerkennung bis zu den Olympischen Spielen 2012. Gerhard Weitmann ist jedenfalls optimistisch, dass dies gelingt.

Sein Engagement als Trainer möchte er so lange fortsetzen, wie es möglich ist. "Doch danach möchte ich mehr für meine Familie da sein. Schließlich ist sie in den letzten Jahren ein wenig auf der Strecke geblieben", nimmt sich Weitmann für die Zukunft vor.

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