1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Lokalsport
  4. Ein Traumtor, das für Ärger sorgt

FCA

11.11.2019

Ein Traumtor, das für Ärger sorgt

„Wenn der vierte Offizielle sagt, ,dann spielt ihr Blinden doch besser Fußball‘, dann ist jetzt das Maß voll.“Philipp Max (rechts) nimmt genau Maß und trifft schließlich zum 1:0 für den FC Augsburg. Das Tor sorgt für große Aufregung im Nachgang. Dem Torschützen war das aber letztlich egal.
Bild: Sven Simon

Für Paderborn war der Augsburger Siegtreffer von Philipp Max regelwidrig. Zudem fühlen sich die Gastgeber vom vierten Offiziellen beleidigt

Dass der Ball nach seinem perfekt geschossenem Freistoß in 41. Minute nach einer Berührung mit einer Hintertor-Kamera sofort wieder aus dem Tor des SC Paderborn flog, war Meisterschütze Philipp Max herzlich egal. Er wollte einfach zusammen mit seinen Kollegen vom FC Augsburg sein wichtiges 1:0 feiern. Doch als er jubelnd abdrehte, fühlte er sich doch ziemlich allein gelassen. „Ich war am Anfang der Einzige, der gesehen hat, dass er drin war. Ich hab erst gedacht, was ist denn passiert. Dass der Ball an die Kamera geflogen ist, war mir ziemlich egal. Hauptsache der Ball war drin.“

Aus FCA-Sicht war das sicher richtig. Denn es blieb der einzige Treffer beim hart umkämpften 1:0 (1:0)-Sieg in Paderborn. Es war der erste Auswärtssieg seit dem 14. April, als der FCA zum Amtsantritt von Martin Schmidt mit 3:1 in Frankfurt gewonnen hatte. Aus Paderborner Sicht war das erste Saisontor von Philipp Max aber schlichtweg irregulär. Sie monierten, dass Alfred Finnbogason und Rani Khedira unerlaubterweise in der Mauer gestanden seien, was seit dieser Saison verboten ist. In der Regel 13 des DFB-Regelwerkes „Freistöße“ steht: „Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist.“

Was Steffen Baumgart, den Paderborner Trainer, besonders aufregte, war, dass der Video-Assist nicht eingegriffen hatte. Generell sei er ein Befürworter der Technik, sagte der 47-Jährige. Er mache den Fußball in vielen Situationen gerechter. Er könne aber nicht verstehen, warum das Tor nach seinen Informationen nicht überprüft worden sei. „Dass nicht gekuckt wird, das stört mich. Es kann ja sein, der Schiedsrichter sagt, es ist alles korrekt, dann ist es ok. Aber es fällt ein Tor und wir kucken nicht mal.“ Doch genau das durfte der Video-Assistent nach den offiziellen Auslegungen nicht. Der Schiedsrichter musste in diesem Fall selbst entscheiden und Schiedsrichter Marco Fritz entschied auf Tor. „Die Technologie gäbe es her, aber das Protokoll gibt es nicht her. Da darf der Videoschiedsrichter nicht eingreifen“, erläuterte er später in der Mixed-Zone, nachdem er sich die Szene auch noch einmal angeschaut hatte. Warum er auf Tor entschieden hatte, begründete er so: „Ich habe eigentlich zwei Mauern zu begutachten. Ich muss auf die komplette Mauer schauen, dann schaue ich auf die zwei Spieler von Paderborn, die versetzt stehen, die aber regeltechnisch keine Mauer bilden. Dort dürfen sich die Augsburger Spieler also aufhalten.“ Er gab aber zu: „Ob sich dann ein Spieler zu früh zur Hauptmauer hinbewegt hat, das mag sein, dann war er vielleicht 60 Zentimeter weg, da kann man sich aufregen. Aber das kann ich auf dem Platz nicht wahrnehmen, das übersteigt meine Ressourcen.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Paderborner Sportgeschäftsführer Martin Przondziono hatte zuvor heftige Vorwürfe gegen den vierten Offiziellen, Martin Thomsen, erhoben. „Man kann ja einen Fehler machen als Schiri, aber wenn mir der vierte Offizielle – und das muss man echt mal in die Öffentlichkeit bringen – sagt, ,dann spielt ihr Blinden doch besser Fußball‘ in der Halbzeit, dann ist jetzt das Maß voll“, sagte Przondziono und stampfte wütend davon.

FCA-Trainer Martin Schmidt nahm, wen wundert es, die ganze Diskussion gelassen hin: „Man wusste doch schon im Sommer, als man diese Regeländerung gelesen hat, wie willst du denn den Meter messen. Es ist eine Regel, die schwierig zu überprüfen ist.“ Allerdings nütze man schon aus, „dass man sich einen Meter weiter hinten hinstellen darf.“ Aber man spreche das nicht explizit vor dem Spiel an.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren