Schach

07.08.2012

Ein Turnier mit Tradition

Treffen der Denksportler aus vielen Nationen beim 19. Friedensfest Open des SK Kriegshaber

Bereits den vierten Tag sitzt Vadim Lavrinenkov, 14, in seinen Schulferien am Schachbrett. Er ist Teilnehmer am 19. Augsburger Schach-Turnier, das sein Verein, der Schachklub Kriegshaber, seit 1994 jährlich veranstaltet.

Andere Schüler verbringen ihre Ferien im Freibad, Vadim sitzt voll konzentriert am Schachbrett, vollbringt geistige Höchstleistung. Er ist dabei nicht alleine. Mehr als 50 Jugendliche aus ganz Süddeutschland spielen an diesem Wochenende Schach, konzentrieren sich stundenlang auf das Geschehen auf den 64 Schachfeldern, brüten über Kombinationen und Stellungen. Es ist schwülwarm in der Turnhalle des TSV Kriegshaber. Obwohl fast 190 Schachspieler in diesem Raum sind, dazu zahlreiche Zuschauer, ist es nahezu still. Die Spannung ist fast zu greifen.

Es ist die Faszination am „königlichen Spiel“, das geistige Messen, was so viele Menschen fasziniert, so stark begeistert, dass sie fast alles um sich herum vergessen, alles, bis auf das Geschehen mit 32 Figuren auf 64 Feldern.

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Dabei ist es etwas, was ganz perfekt zum Augsburger Friedensfest passt: Menschen verschiedenster Herkunft, Spieler aller Altersklassen finden hier zueinander, um gemeinsam ihrem Sport, ihrem gemeinsamen Interesse nachzugehen. Der jüngste Teilnehmer, Sebastian Reimann, ist gerade 10 Jahre alt, der älteste, der Schwabmünchner Spieler Wilfried Purkert, spielt mit 92 Jahren immer noch ein starkes Schach, ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Frauen und Mädchen sind beim Schach nach wie vor etwas unterrepräsentiert, immerhin sind 17 Damen in den beiden Spielgruppen am Start. Schach ist nebenbei auch ein Sport für die ganze Familie.

So wie Familie Kölbl aus Klosterlechfeld, wo Tochter Iris den Damenpreis in der B-Gruppe gewinnt, Sohn Jonathan den Jugendpreis und auch Vater Wolfgang die Preisränge in der B-Gruppe erreicht.

Oder wie die Reimanns vom SK Göggingen. Vater Robert spielt selbst in der Spitzengruppe der A-Gruppe, daneben beobachtet er, wie seine beiden Söhne Matthias, 13, und Sebastian, 10, sich in der B-Klasse machen. Die beiden sind frischgebackene deutsche Jugendmannschaftsmeister und stellen hier auch manch Erwachsenen vor größere Probleme.

Spieler aus Weißrussland und Polen

Das Augsburger Friedensfest- Schachturnier ist ein Ereignis, bei dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen ihrem Sport nachgehen. Leute aus der Region nutzen dieses Event, sei es als Spieler oder als Zuschauer. Spannende Partien sind von zahlreichen Zuschauern umlagert. Seit 19 Jahren kommen jährlich etwa 200 aktive Schachspieler aus ganz Deutschland, ja aus Europa nach Augsburg in den Stadtteil Kriegshaber. Auch dieses Jahr haben Spieler aus Weißrussland und Polen den Weg nach Augsburg gefunden. Es sind Meisterspieler dabei, wie der ehemalige deutsche Jugendmeister Felix Graf, der heute bei Bayern München spielt, oder Jaroslav Krassowitzkij, der für den Bundesligisten Stuttgart an den Start geht. Es sind aber auch jugendliche Schachbegeisterte dabei, wie Oliver Adam vom ausrichtenden SK Kriegshaber.

Vor 19 Jahren hat der Schachklub Kriegshaber das Schachturnier aus der Taufe gehoben, anfangs zur Feier seines 70. Bestehens, bald aber auch, um in der weltweiten Schachgemeinde das Augsburger Friedensfest bekannt zu machen und aktiv dafür zu werben, lange bevor der Augsburger Friedens-Marathon eingeführt wurde. Vadim sitzt vor seinem Schachbrett. Seine Stellung entwickelt sich gut. In seiner letzten Partie sieht es für ihn Erfolg versprechend aus. Er beendet das 19. Augsburger Friedensfest-Open mit einem Sieg. (pm)

Ergebnisse vom 19. Augsburger Friedensfest-Schachturnier

1. Alexander Hilverda (SC Erlangen) 6,0 Punkte;2.Felix Graf (BayernMünchen) 5,5; 3. Nikolaus Pogan (SK Schwäbisch Hall) 5,5; 4. Alexander Dehlinger (SC Garching) 5,0; 5. David Ortmann (SC Böblingen) 5,0

Seniorenpreis Mark Safyanovsky (TSV Haunstetten) Frauenpreis Saskia Zikeli (SC Ingersheim)

B-Turnier 1. Alexej Janzen (SG Kirchlengern) 6,0; 2. Alexander Hoffart (SC Weiße Dame Ulm) 5,5; 3. Bernhard Jehle (SV Jedesheim) 5,5; 4. Kevin Dannhäuser (Zwickauer SC) 5,5; 5. Pascal Lagasse (SC Kempten) 5,5

Jugendpreis Wolfgang Kölbl (SK Klosterlechfeld) Seniorenpreis Klaus Heinrich (Weiße Dame Ulm)

Frauenpreis Ines Kölbl (SK Klosterlechfeld) Schülerpreis Sebastian Reimann (SK Göggingen)

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