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Aktion

20.06.2016

Eine ganze Stadt im Tischtennis-Fieber

300 Hobbysportler spielen an 120 Platten. Warum ausgerechnet der Rundlauf am meisten Spaß macht

„Einstieeeeeg“, schreit der 13-jährige Lukas voller Vorfreude. Rund 20 Menschen jeden Alters folgen seinem Ruf und versammeln sich um die Tischtennisplatte am Augsburger Kuhsee. Der Rundlauf kann beginnen. Die Teilnehmer spielen sich den Ball zu und müssen anschließend gegen den Uhrzeigersinn um den Tisch laufen, bis sie wieder an der Reihe sind. Nicht nur am Kuhsee hieß es am Samstag „Einstieg“: Im ganzen Stadtgebiet wurde an rund 120 öffentlichen Tischtennisplatten zeitgleich gespielt. In Augsburg herrschte im Rahmen der Aktion „Augsburg spielt“ für einen Tag das Tischtennis-Fieber.

Einen Ball, eine Platte, ein Netz und mindestens zwei Spieler – mehr braucht es nicht für eine anständige Partie Tischtennis. Noch nicht einmal einen richtigen Schläger, denn zur Not tut es auch die nackte Hand, ein Buch oder eine Brotzeitdose. An Augsburgs Tischtennisplatten stand am Samstag schließlich einzig der Spaß im Vordergrund.

Allein am Kuhsee tummeln sich rund 100 Hobbyspieler an den Betonplatten. Neben einer großen Rundlauf-Partie treten sie auch im Einzel oder Doppel gegeneinander an. Jens Krüger, 72, und Roswitha Speyer, 74, schlagen flott den kleinen weißen Tischtennisball hin und her. Die Haare ergraut, doch die Körper schlank und athletisch. Man könnte die beiden gut zehn Jahre jünger schätzen. Seit vier Jahren kommen sie regelmäßig zum Spielen an den Kuhsee. „Sogar wenn Schnee liegt“, sagt Speyer. Nur der Regen halte sie manchmal auf. Im Sommer springen sie nach einer anstrengenden Partie auch mal zwischendurch in den Kuhsee. „Die Platten hier sind ein Jungbrunnen fürs ganze Leben“, ist Krüger überzeugt. Nur eins sei längst überfällig: ein ordentlicher Windschutz und ein paar Tische mehr. Der Andrang sei schließlich groß. Am Tisch nebenan schreit Lukas wieder „Einstieeeeg“. Wieder belagern rund 20 Hobbysportler die Platte. Alle ganz unterschiedlich: Ein älterer Herr um die 80, ein durchtrainierter Bodybuilder Mitte 30, ein glatzköpfiger Familienvater um die 40, eine junge Frau im Jogging-Outfit und auch ein dreijähriger Bub, der den Schläger kaum in seiner kleinen Hand halten kann. Einen Aufschlag bekommt er unter Mithilfe seines Vaters dennoch ganz ordentlich hin. Auch der aus Kamerun stammende Frank Ndoumbe ist gekommen. „Ich bin nicht besonders gut, aber es macht trotzdem total Spaß“, sagt der Informatikstudent. Ihm gefalle, dass so viele Generationen miteinander Sport treiben und miteinander lachen.

Eine ganze Stadt im Tischtennis-Fieber

Auch weiter nördlich, in Hochzoll, wird fleißig gespielt. Hier geht es etwas gemütlicher zu als am Kuhsee. An zwei Platten spielen 15 Leute einen Rundlauf. Auch die beiden Schulfreundinnen Lina Kasner, 9, und Johanna Adam, 9, sind vorbeigekommen. „Wir haben noch nicht so oft gespielt und müssen noch einiges lernen“, sagt Lina. Die ersten Ballwechsel können sich sehen lassen. „Der Wechsel zwischen Schlagen und Rennen ist gar nicht so einfach“, sagt Johanna. Sie lassen sich von den Erwachsenen am Tisch Tipps geben – und werden von Rundlauf zu Rundlauf immer besser, die Ballwechsel über das Aluminium-Netz immer länger.

Auch das Wetter spielt mit, was beim Outdoor-Tischtennis keine unbedeutende Rolle spielt. Die Betonplatten am Lechufer locken die Menschen an. Dieter Voigt, einer der Organisatoren der Veranstaltung, die die Augsburger Wirtschaftsjunioren ins Leben gerufen haben, ist sehr zufrieden. „Das Wetter passt, die Leute haben Spaß, was will man mehr?“, freut er sich, dass die Aktion von den Augsburger Bürgern gut angenommen wird.

Sogar mitten in der Stadt am Königsplatz. Mitorganisator Karl Schöpp schätzt, dass an allen Tischtennisplatten der Stadt etwa 300 Menschen zum Spielen kamen. „Tischtennis ist einfach eine Sportart, die auf jedem Niveau Spaß macht“, sagt Dieter Voigt. Das haben am Samstag viele Augsburger festgestellt.

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