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Vereinsprojekt

13.02.2018

Eine moderne Sportwelt entsteht

Im Neubau des Post SV Augsburg wird die technische Ausstattung Maßstäbe setzen. Auf die Mitglieder warten Transponderbänder statt Spindschlüssel und Ipads statt Türschilder

Draußen liegt noch Schnee, doch die Minustemperaturen können dem neuen Vereinsgebäude des Post SV Augsburg im Pferseer Sheridanpark nichts mehr anhaben. Die Fenster sind pünktlich noch vor Weihnachten eingebaut worden, das Dach ist schon länger zu, die Türen sind dicht und die Fernwärme-Heizung läuft. So kann der Beton trocknen, während zahlreiche Handwerker in den nächsten Monaten mit dem Innenausbau beschäftigt sind.

Sie ziehen Zwischenwände ein, bereiten die Installation der Sanitäranlagen vor und verlegen fast 50 Kilometer Kabelstränge (Glasfaser-und Computerkabel), damit das Gebäude später mittels hochmoderner Steuerungsanlage geregelt werden kann. Beim Gang durch die neuen Räumlichkeiten kann Vereinspräsident Heinz Krötz seine Freude über den Baufortschritt und die verstärkt positive Resonanz von außen nicht verhehlen. „Früher haben die Leute gedacht, da kommt ein böser Bube in Form eines Vereins, der eine Vision hat, die kein Mensch braucht. Doch plötzlich stellen sie fest, dass das keine Luftnummer war, sondern dass Substanz dahinter ist. Wir haben schon lange eine tolle Resonanz durch unsere Mitglieder und mittlerweile respektieren das auch andere Vereine, was mich sehr freut.“

Neun Jahre lang hatte Krötz mit seinem Führungsteam darum gekämpft, einen neuen Standort für seinen Verein zu finden. Denn irgendwann war klar, dass es aufgrund von Anwohnerklagen und der beengten Lage am alten Standort an der Grenzstraße in Kriegshaber keine Zukunft mehr für die Postler geben würde. Da die Firma Dehner das angrenzende Vereinsgrundstück kaufte, war die finanzielle Basis geschaffen für das 14-Millionen-Projekt im Sheridanpark. Dort baut der Verein nun seine neue Heimat – mit dem Modernsten, was mit Blick auf Technik, Architektur und Ökologie möglich ist.

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Schon die Form des neuen Sport- und Gesundheitszentrums ist ungewöhnlich. Was aufgrund des noch erhältlichen dreieckigen Grundstücks direkt an der B17 anfangs wie ein Nachteil aussah, hat sich für den Post SV mittlerweile zu einem großen Pluspunkt entwickelt. Architekt Peter Kögl plante den Neubau so, dass die in Richtung Süden weisende Spitze des Gebäudes in allen Stockwerken durch große Fensterfronten besonders lichtdurchflutete und attraktive Räume bietet. In diese werden später die Kinderbetreuung und der Fitnessbereich einziehen. Vier große Kursräume lassen sich variabel unterteilen, wodurch vielfältige und ökonomische Nutzungen möglich sind. Herzstück ist die Dreifach-Halle, die wie das ganze Gebäude selbst hoch technisiert und behindertengerecht gebaut wurde, samt vergrößerter Umkleideräume für Rollstuhlfahrer.

Ist der Bau fertiggestellt, wird er in Sachen Gebäudetechnik neue Maßstäbe setzen. Angefangen mit der automatischen Erkennung der Autokennzeichen in der Tiefgarage, über die biometrischen Hand- oder Fingerscanner an den Eingängen und elektronischen Transponder-Armbändern. Mit diesen öffnet sich der Spind und das Fitnessgerät stellt sich von selbst auf die individuellen Wünsche seines Nutzers ein. „Es wird alles digitalisiert. Man muss sich das ähnlich wie im Fußballstadion vorstellen. Mit dem Band werden nicht nur die Zutrittskontrollen geregelt, man kann beispielsweise auch damit bezahlen“, beschreibt Krötz die Abläufe.

Die technischen Innovationen betreffen aber nicht nur den Publikumsverkehr, auch das ganze Gebäude selbst ist digital steuerbar. So können Übungsräume für verschiedene Nutzer unterschiedlich beheizt, belüftet oder beleuchtet werden. Bildschirme im ganzen Gebäude informieren über Belegungszeiten, über die Speisekarte im Bistro oder die Öffnungszeiten. „Türschilder wird es keine mehr geben. Stattdessen ein Informations- und Leitsystem mit hoch eingestellten Ipads, die anzeigen, in welchen Räumen welche Kurse stattfinden. Das kann ständig aktualisiert werden.“ Auch die Musikanlage wird individuell gesteuert – aktiviert von jedem Übungsleiter mit seinem eigenen Handy. Die starke Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert den Hauptteil der Energieversorgung.

Angst, dass der Bau für einen Sportverein mit seinen derzeit noch knapp 700 Mitgliedern zu groß dimensioniert ist, hat Präsident Krötz nicht. Zahlreiche Anfragen von Vereinen, die Räumlichkeiten suchen, hätten ihn bereits erreicht. Kooperationen mit der Volkshochschule Augsburg, der DanceEmotion aus Gersthofen und der Kindersportschule KISS sind bereits festgezurrt. Deshalb setzt Krötz alles daran, das Gebäude bis zum September 2018, zum Semesterbeginn der Volkshochschule und dem Saisonstart in den Ballsportarten, fertig zu bekommen. „Natürlich kann noch immer irgendetwas Unvorhersehbares passieren, aber aus heutiger Sicht schaffen wir es“, zeigt sich Heinz Krötz guter Dinge, dass sowohl die Bauzeit, also auch die Baukosten eingehalten werden können.

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