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Bowling

29.06.2017

Erfolgreiche Zwillinge

Valerie und Carolin Schulz zählen im Nachwuchsbereich zur deutschen Spitzenklasse. Die Mädchen sind nach München gewechselt. In Augsburg gibt es keine Trainingsmöglichkeit

Die großen Zeiten des Bowlingsports gehören in Augsburg der Vergangenheit an. Ende der 1980er-Jahre zählten Henry Lösch oder Friedhelm Remmel zur absoluten deutschen Spitzenklasse. Da wurde im City-Bowling noch um deutsche und bayerische Titel gekämpft. So etwas wird es dort nicht mehr geben, denn beim Umbau im August werden Setzungsmaschinen eingebaut, und die sind im sportlichen Wettkampfgeschehen nicht erlaubt.

So wie sich das Augsburger Bowlinggeschehen eher im Verborgenen der Öffentlichkeit abspielt, so wenig bekommen zwei große Augsburger Talente die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Die 17-jährigen Zwillingsschwestern Valerie und Carolin Schulz gehören zur absoluten deutschen Spitze bei den A-Juniorinnen, was sie wieder bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig unter Beweis stellten. Carolin gewann die Titel im Doppel an der Seite von Sabrina Bösl (Lichtenburg) und mit der bayerischen Mannschaft. Im Masters-Wettbewerb erreichte Carolin das Halbfinale und scheiterte dort an Bösl. So blieb Rang drei. Für Valerie lief es diesmal nicht so gut, nachdem sie im Schwestern-Duell lange vorn war.

Zum Bowling kamen die Schulz-Zwillinge durch Mutter Elvira, die auch aktiv bowlt und dabei ihren Lebensgefährten Rudolf Mihatsch kennenlernte. Der Vorsitzende des Augsburger Bowling-Sport-Vereins trainierte nämlich die Schulz-Schwestern. „Es begann alles mit einem Gutschein für die Bowlingbahn in Göggingen. Vor fünf Jahren haben wir dann so richtig begonnen durchzustarten. Bis zu den B-Junioren war meine Schwester immer die Bessere. Das hat sich jetzt geändert. Allerdings gibt es zwischen uns keinen Konkurrenzkampf und Neid. Wir ergänzen uns eher“, gibt Carolin zu. Die Bowling-Zwillinge haben derzeit stressige Tage. Für die beiden (11. Klasse) steht im kommenden Jahr das Abitur an. „Schule und Sport bringen wir aber gut in Einklang“, so Carolin Schulz. Dass selbst einige deutsche Meistertitel kein freies Training bringen, damit können die beiden Augsburgerinnen leben. „Wir geben jeweils rund 150 Euro im Monat für die Bahnmieten aus.“ Das Training absolvieren sie inzwischen bei ihrem Klub BC E.P.A. München, zu dem sie 2015 von den Lechbowlern Augsburg gewechselt sind. „Das passte besser von der Liga und vom Team her. Mit Münchens Damen sind wir gerade in die Bayernliga aufgestiegen. Vielleicht schaffen wir es noch weiter nach oben“, sagt Carolin, die ihre ersten internationalen Erfahrungen gesammelt hat. Mit dem deutschen Team nahm sie an der A-Jugend Europameisterschaft in Helsinki teil. Das deutsche Team belegte Rang sieben. Im Einzel fehlten Carolin Schulz ganze 18 Holz zum Einzug in die Masters-Runde. „Das war eine tolle Erfahrung, und ich habe alles aufgesogen. Solche internationalen Einsätze motivieren“, gibt Carolin zu. Als Ausgleichssport spielen beide gelegentlich Tennis. Aber wie sie der sportliche Erfolg etwas auseinanderdividiert hat, geht man auch privat schon einmal getrennte Wege. „Das liegt wohl auch an unserem Alter“, gibt Carolin zu. Sie weiß das im Bowling zwar sportlich noch einiges zu erreichen ist, aber das große Geld nicht verdient wird, jedenfalls nicht in Deutschland.

Sportlicher Neid ist den Schulz-Zwillingen fremd. Bei den B-Juniorinnen wurden beide gemeinsam deutsche Vize-Meisterinnen mit dem bayerischen Team 2013, währen Valerie im Jahr 2014 mit Bayern deutsche Meisterin wurde. Bei den A-Juniorinnen machte nun Carolin den Teamtitel perfekt. Bereits im Juli beginnt die Vorbereitung auf die neue Bowling-Saison. Vorerst steht zweimal wöchentlich Training an. „Vor den wichtigen Wettkämpfen steigern wir unser Training auf viermal in der Woche“, so Carolin Schulz, die neben Schule und Sport aber auch noch die notwendige Zeit für den Freund hat.

Bowling in Augsburg ist sportlich ab August ganz im Abseits. „Da ist dann das City-Bowling nach dem Umbau leider für Wettkämpfe nicht mehr zugelassen. Das erschwert uns die Arbeit noch mehr. Auch das Bowling Center am Bahnhof ist ja vom dortigen Umbau betroffen“, verrät Rudolf Mihatsch. „Leider haben wir in Augsburg keine Trainingsmöglichkeit. Das ist schade“, bedauert Carolin Schulz. Vom Erfolgskurs wollen sich die Schulz-Sisters nicht abbringen lassen. „Die Unterstützung ihrer Mutter Elvira und von mir ist ihnen sicher. Wir sind ja alle Bowling-verrückt,“ sagt Rudolf Mihatsch. (ref)

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