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26.07.2010

Fröhliches Fußballfest ist (vorerst) vorbei

Vier WM-Spieltage in zwei Wochen, rund 45 000 Zuschauer, neun Frauenmannschaften aus vier Kontinenten, dazu als Sahnehäubchen das fröhliche Fußballfest am 20. Juli mit der Partie Deutschland gegen Frankreich in einem mit über 26 000 jungen Zuschauern ausverkauften Stadion und gestern noch Nigerias Überraschungs-Coup gegen den Titelverteidiger aus den USA mit einem Sieg im Elfmeterschießen - das ist die erfreuliche Bilanz, die die Stadt Augsburg nach zwei Wochen als Gastgeber der U-20-Frauenfußball-WM ziehen kann.

Von Andrea Bogenreuther und Herbert Schmoll

Eine zufriedene Steffi Jones, Präsidentin des Organisationskomitees, die gemeinsam mit Franz Beckenbauer beim letzten Spiel in Augsburg auf der Tribüne weilte, hielt denn auch mit ihrem Lob nicht hinter den Berg. "Wir sind super zufrieden mit den tollen Zuschauerzahlen. Die Mannschaften haben eine große Wertschätzung erfahren. Das zeigt uns, dass die U-20-WM angenommen worden ist."

Auch wenn klar ist, dass Augsburg diese Besucherzahlen und das einmal ausverkaufte Stadion nicht hätte aufweisen können, hätte hier nicht die deutsche Mannschaft gespielt und das Kultusministerium den bayerischen Schulwandertag auf eben dieses Datum gelegt. An den restlichen Spieltagen lag der Besucherschnitt bei rund 6000. Eine Zahl, die Dr. Rainer Koch, den Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes, nicht ganz zufriedenstellte: "Wir haben hier durchwegs tolle Spiele gesehen, deswegen hätte ich mir schon ein bisschen mehr Resonanz erhofft." Insgesamt zog Koch jedoch ein sehr positives Fazit: "Höhepunkt war natürlich das Deutschland-Spiel mit einem ausverkauften Haus." Deswegen ist der bayerische Fußballchef sehr zuversichtlich, dass die Besucher in der Region auch die Frauen-WM 2011 annehmen werden. Für die Stadt Augsburg ist die Rechnung laut Sportbürgermeister Peter Grab aufgegangen. "Der Aufwand hat sich gelohnt, weil wir unseren internationalen Bekanntheitsgrad gesteigert haben. Wir haben einen enormen Mehrwert durch die Fernsehübertragungen in viele Länder der Welt. Zudem werden wir von den anfangs veranschlagten Kosten von 6,4 Millionen wohl nur 50 Prozent für beide Weltmeisterschaften brauchen."

Fröhliches Fußballfest ist (vorerst) vorbei

Die erste WM ist für Augsburg nun abgeschlossen. Beim Augsburger WM-Projektleiter Bernhard Rotter macht sich Bedauern breit: "Erst fiebert man so lange darauf hin, dann ist es so schnell vorbei. Im August 2008 hatte man mit den Planungen begonnen. "Da kommt zum einen eine kleine Abschiedsstimmung auf, aber auch gleichzeitig schon Vorfreude aufs nächste Jahr." Doch schon die U-20-WM stellte die Stadt vor Herausforderungen. Der internationale Fußballverband FIFA hatte seinen vier Gastgeberstädten mit der Vertragsunterzeichnung einen umfangreichen Forderungskatalog vorgelegt. Eine der sichtbarsten Vorgaben: Der Schriftzug Impuls-Arena am Stadion musste komplett abgebaut werden, da die FIFA keine turnierfremden Sponsoren duldet.

Im Ernst-Lehner-Stadion und in der Abenstein-Arena in Gersthofen wurden sämtliche Werbebanden mit grünen Stoffbahnen überhängt, und im Ernst-Lehner-Stadion mussten gar die Schlösser ausgetauscht werden, als Hockeyspieler und die nigerianische U-20-Mannschaft ungeplant in der Kabine aufeinandertrafen.

"Jetzt müssen wir uns erst einmal zusammensetzen, denn es gibt ein paar Punkte, die in verschiedenen Bereichen noch verbessert werden können. Eine WM ist etwas anderes als ein Ligaspiel", sagt Rotter. Auch Grab räumt ein, dass die U-20-WM eine gute Einstimmung war. "Wir haben viel gelernt, um die Frauen-WM 2011 organisatorisch noch besser vorbereiten zu können."

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