Handball

05.01.2019

Haunstetten droht der Absturz

Nach vielen erfolgreichen Jahren könnte es die Frauen im Jahr 2019 wieder hart treffen

Die Handball-Frauen des TSV Haunstetten haben sich in der Region einen gewissen Status erworben. Seit dem Jahr 2010 spielt der Klub in einer der drei höchsten Ligen Deutschlands. Zwischenzeitlich im Jahr 2014 schaffte der Verein sogar den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In dieser Saison sieht es düster aus. Der Mannschaft von Trainer Herbert Vornehm droht nach langer Zeit wieder der Abstieg in die Viertklassigkeit.

Fast nicht zu begreifen, denn ein Jahr zuvor, hätte die Vornehm-Truppe fast wieder den Sprung in die 2. Liga geschafft. Doch in dieser Spielzeit konnte die Mannschaft in der ersten Hälfte der Saison nur drei Spiele gewinnen und hat lediglich acht Punkte auf dem Konto. Drei Teams steigen aus dem 12er-Feld ab. Momentan stehen mit der TG Pforzheim (6 Punkte), HSG Würm (5) und SG Bietigheim II (2) lediglich drei Klubs schlechter als der TSV Haunstetten. Eigentlich geht es fast schon um alles, wenn die Haunstetter nach der Weihnachtspause am 20. Januar zu Hause auf den Abstiegskonkurrenten HSG Würm treffen.

Schmerzlich vermisst wird in dieser Saison die bereits 35-jährige Rückraum-Spielerin Annika Schmid. Seit sechs Jahren spielt Schmid beim TSV Haunstetten und hat in dieser Zeit sage und schreibe 925 Tore (davon 431 Siebenmeter) erzielt. Zudem fehlt auch Torhüterin Sabrina Müller, die im vergangenen Jahr Mutter geworden ist.

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Doch jetzt machen den beiden eine Achillessehnenverletzung zu schaffen. „Man kann die Misere schon an Annika und Sabrina festmachen. Das waren Stammkräfte und Stabilitätsfaktoren“, meint Vornehm. Ganz hat Vornehm die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass zumindest Annika Schmid noch einmal zurückkommt:

„Sie ist nah an der Mannschaft dran und sie versucht es auch immer wieder, aber ich will sie auch nicht drängen.“ Der 59-jährige Trainer will dennoch damit nicht alles entschuldigen: „Das liegt auch an der Einstellung.

Wir können nicht immer sagen: Das wird schon irgendwie gehen. Das klappt aber so nicht. Es sind in Haunstetten schon einige verwöhnt und sehen das nicht realistisch.“ Vornehm nennt als Beispiel seine drei Vorzeigekräfte Sabrina Duschner, Patrica Horner und Sarah Irmler. „Wenn eine aus diesem Trio ihre Leistung nicht bringt, haben wir ein großes Problem.“ Im Gegensatz zum Fußball bringt es im Handball allerdings nichts, wenn man sich in der Winterpause verstärkt. „Wer da wechselt, wird zunächst zwei Monate gesperrt“, so Vornehm.

Ein Abstieg in die Bayernliga wäre für Vornehm nur schwer zu verdauen: „Ich habe schon vieles erlebt, aber wenn ich daran denke, was wir in den vergangenen Jahren hier alles aufgebaut haben, wäre das schon ein herber Rückschlag.“ Allerdings sieht Vornehm an seiner Mannschaft in dieser Spielzeit durchaus positive Seiten: „Es fehlt ja nicht viel.

Das sieht man ja an den Ergebnissen. Das sind meist knappe Geschichten, aber es bringt auch nichts, dass wir es damit entschuldigen, dass wir eine junge Mannschaft haben.“

Für Vornehm hat das „Unternehmen Klassenerhalt“ längst begonnen. An eine Niederlage zu Auftakt gegen Würm will er nicht denken. Spielerisch hält er seine Mannschaft stärker, als Würm. Dennoch ist das für ihn kein Freibrief: „Das ist ein entscheidendes Spiel. Wenn wir das vergeigen, wird es sehr, sehr schwierig.“

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