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Handball

20.01.2021

Haunstetter Handballerinnen bleiben umsonst in Wartestellung

Wann Haunstettens Mannschaftsführerin Patricia Horner (ganz rechts mit Chiara Joerss, Sara Irmler und Mona Hoffmann) ihr Team wieder für ein Handball-Punktspiel in der Dritten Liga aufs Feld führen darf, steht noch in den Sternen.
Foto: Schöllhorn

Für die Drittliga-Frauen des TSV Haunstetten ist die Saison nun doch beendet. Ein Liga-Cup ist noch geplant, doch auch der kann über das verlorene Jahr nicht hinwegtrösten.

Seit vergangener Woche steht für die bayerischen Handballvereine in der Dritten Liga fest: Nicht einmal in abgespeckter Form wird die Punktspielrunde 2020/21 noch durchzuführen sein. Die meisten Frauen- und Männerteams konnten im Herbst gerade mal ein bis vier Partien absolvieren und auch in den nächsten Wochen ist an einen normalen Spielbetrieb nicht zu denken. Deshalb gibt es für die höchste Augsburger Handballmannschaft, die Drittliga-Frauen des TSV Haunstetten, eine positive und eine negative Nachricht: zum einen haben sie mit der Entscheidung für den Abbruch die Klasse sicher gehalten, zum anderen von der sportlichen Entwicklung her fast ein komplettes Jahr verloren.

Nachdem der Lockdown bis zum 14. Februar weitergeführt wird, will sich Haunstettens Abteilungsleiter Herbert Vornehm momentan auch noch gar nicht mit möglichen Start-Szenarien befassen. „Es gibt in Bayern noch gar keine Beschlüsse dazu. Außerdem müssen wir erst einmal wieder ein regelmäßiges Training für unsere Mannschaften zusammenbekommen.“ Die höherklassigen Haunstetter Teams halten sich derzeit nach Vorgaben ihrer Trainer individuell fit. Auch Konditionstraining via Video-Leinwand wurde schon ausprobiert und hat laut Drittliga-Mannschaftsführerin Patricia Horner durchaus Anklang bei ihren Teamkameradinnen gefunden.

Videotraining bringt Handballerinnen neue Motivation

„Natürlich ersetzt das Videotraining nicht das Teamtraining, aber es ist eine schöne Motivation, wenn man sich gegenseitig sieht. Da ist alles interaktiver“, berichtet Horner. „Eine gute Option in der heutigen Zeit. Nicht nur für uns Handballerinnen, sondern für alle Sportler und Leute, die sich bewegen wollen.“

Der ehemalige Cheftrainer Herbert Vornehm (links) hat die Drittliga-Mannschaft im Herbst 2020 an seinen Assistenten Max Högl übergeben.
Foto: Fred Schöllhorn

Gerade weil sich die Drittliga-Frauen des TSV Haunstetten mit Blick auf die bisher nur unterbrochene Saison so sehr bemühten, ihr Leistungslevel zu bewahren, hätte sich Herbert Vornehm gewünscht, dass schon früher über den Abbruch der Drittliga-Saison entschieden worden wäre. „So waren wir immer wieder vier Wochen in Wartestellung. Die einen Mannschaften durften trainieren, die anderen nicht. Das allein war ja sowieso schon Wettbewerbsverzerrung“, sagt Vornehm. Um mit seinem Drittliga-Team in dieser verlorenen Saison zumindest noch ein wenig Spielpraxis zu sammeln, denken Cheftrainer Max Högl und Vornehm darüber nach, im Frühjahr alternativ den „Liga-Cup“ zu spielen.

Für die Haunstetter Handballerinnen dürfte die Saison 21/22 anspruchsvoll werden

Alle Drittligisten im Frauenbereich, die keinen Aufstieg planen, würden dann regional in Gruppen mit fünf bis sieben Mannschaften im April und Mai gegeneinander antreten. Wie das System aussehen wird, hängt von den Meldezahlen ab. „Einen Aufstieg planen wir natürlich nicht“, sagt Vornehm, „wenn man ein Jahr nicht gespielt hat, wäre das völliger Blödsinn“. Deshalb gehe es ihm und Högl mehr darum, die Mannschaft halbwegs leistungsstark in die nächste Saison zu bringen Denn für die Haunstetterinnen dürfte diese ziemlich anspruchsvoll werden. Der Verband hat nämlich schon angekündigt, dass durch die nun erfolgte, zweimalige Aufstockung der Dritten Liga in der Saison 2021/2022 ein „verschärfter“ Abstieg einkalkuliert werden muss.

Mehr Sorgen als über seine Spitzenteams macht sich Herbert Vornehm jedoch über den Nachwuchs im Verein, dem mittlerweile viele Wochen Training fehlen. „Für mich ist das die wirklich tragische Situation. Denn wir hatten uns im Verein mit einem Hygienekonzept gut vorbereitet. Wir haben mit allen Teams von Juni bis Ende Oktober trainiert. Wir hatten viel Zulauf. Die Handball-Mannschaften waren komplett voll mit bis zu rund 350 Sportlern, darunter allein 150 Kinder und Jugendliche, und es ist nie etwas passiert. Wir hatten keinen einzigen Fall“, betont Vornehm.

Sport in der Corona-Pandemie: Vor allem den Kindern fehlen die Trainigszeiten

Um mit allen Mannschaften des Vereins wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können, brauche es einen Vorlauf von mindestens vier Wochen, meint Vornehm. Natürlich könne man dann noch ein paar Spiele machen, „aber für nahezu alle ist es einfach ein verlorenes Jahr. Am meisten weh tut es mir für die Kinder, weil die ja unsere Zukunft sind. Da haben sie schon in der Schule kaum Sport und jetzt ist so lange Zeit nicht einmal mehr Vereinssport möglich“.

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