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25.11.2008

"Ich glaube fest an eine Lösung"

Bei der Jahreshauptversammlung der DJK Augsburg-Hochzoll, bei der es um die schwierige Finanzierung der Sanierung der vereinseigenen Zwölf-Apostel-Halle ging, war kein Vertreter der Stadt anwesend. Wir fragten Sportreferent Peter Grab nach den Gründen und auch danach, wie es mit dem Verein und seinen geplanten Umbaumaßnahmen weitergeht.

Herr Grab, warum war bei dieser Jahreshauptversammlung von Seiten der Stadt kein Vertreter anwesend?

Grab: Mein Vorzimmer hat bereits Wochen zuvor meine Teilnahme wegen der gleichzeitig stattfindenden Bürgerversammlung abgesagt. Als Stellvertreter habe ich Amtsleiter Robert Zenner anmelden lassen, der am selben Tag erkrankt ist. Das ist zwar bedauerlich, aber nicht voraussehbar gewesen. Dass es eine "brisante" Sitzung werden sollte, wurde mir vom Verein zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt oder angedeutet.

Im Mittelpunkt stand die seit zwei Jahren schwebende Sanierung der Zwölf-Apostel-Halle. Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation?

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Grab: Die Zwölf-Apostel-Halle ist ein wesentliches Standbein bei der Sportstätten-Versorgung der städtischen Bevölkerung, auch was den Schulsport betrifft. Eine eventuelle Schließung der Halle könnte mangels Ausweichmöglichkeit nicht aufgefangen werden. Deshalb ist es aus meiner Sicht dringend erforderlich, dass der Verein für die von ihm im Jahr 2005 übernommene, 1974 erbaute Halle nicht nur den laufenden Bauunterhalt, sondern mit Unterstützung der Sportförderung auch die zwingend notwendigen Sanierungsmaßnahmen übernimmt.

Wie soll das gehen?

Grab: Der Verein hat beim BLSV im Juni 2007 den Antrag auf Investitionsförderung eingereicht. Im August 2008 hat der Verein noch einen Änderungsantrag eingereicht. Sobald beim BLSV die erforderlichen Unterlagen so vollständig vorliegen, dass die Zuschüsse berechnet werden können, wird die Sportverwaltung einen entsprechenden Beschluss für die Förderung durch die Stadt vorlegen. Unabhängig davon sind für das Investitionsprogramm der Stadt in den Jahren 2009 bis 2011 schon Mittel in Höhe von 232 800 Euro als Zuschuss und in Höhe von 249 760 Euro als zinsloses Darlehen angemeldet worden. Daraus ist ersichtlich, dass die Stadt für die Unterstützung des Vereins vorbereitet ist.

Da der Verein den BLSV-Zuschuss zwischenfinanzieren muss, benötigt er eine Bankbürgschaft durch die Stadt. Wie ist die Haltung der Stadt dazu?

Grab: Es trifft zu, dass der Verein auch eine Bürgschaft zur Absicherung der Finanzierung gegenüber den Banken erbeten hat. Dieser Vorgang wird von der Finanzverwaltung bearbeitet. Es kommt aber erschwerend hinzu, dass die Banken nur bei hundertprozentigen Sicherheiten ein Darlehen gewähren. Eine Absicherung von Bankdarlehen in der beantragten Form wurde bislang bei der Stadt für Sportvereine nicht praktiziert.

Es gab aber doch schon Sportvereine, bei denen die Stadt eine Bankbürgschaft übernommen hat?

Grab: In der Vergangenheit wurden bei einigen Vereinen die vom BLSV bewilligten Darlehen aus Mitteln der Bayerischen Landesboden-Kreditanstalt (LABO) verbürgt. Für Darlehen von Sportvereinen bei sonstigen Bankinstituten ist die Stadt bislang nicht als Bürge aufgetreten. Die Finanzverwaltung der Stadt hat dem Verein im Januar 2008 weitere Verhandlungshilfe unter bestimmten Vorbehalten angeboten. Der Verein sollte diese Vorbehalte nochmals mit seiner Hausbank und dem BLSV abstimmen. Bislang haben wir hier nichts Neues erfahren.

Der Verein hat die Baumaßnahmen aber dafür jetzt in kleinere Teilstücke aufgedröselt, weil das ursprüngliche Bauvorhaben von 1,4 Millionen nicht realisierbar und finanzierbar ist. Sehen Sie beim jetzigen Plan von nur mehr 800 000 Euro eine Chance, dass zumindest die nötigen Sanierungen zeitnah gemacht werden können?

Grab: Dem Verein wurde seitens der Sportverwaltung von Anfang an empfohlen, den Bau in zweckmäßigen und finanzierbaren Bauabschnitten vorzunehmen. Natürlich haben wir Verständnis, dass der Verein bei einer Baudurchführung in einem Zug gewisse Mittel einsparen könnte. Wenn aber die notwendigen Gelder nicht vorhanden sind, müssen zwangsläufig Alternativen gesucht werden. Insofern verbessert die Aufteilung der Maßnahme in Bauabschnitte die Ausgangssituation und damit die Chancen auf eine Realisierung.

Sehen Sie überhaupt eine Chance, dass der DJK in Sachen Halle geholfen werden kann? Was passiert, wenn nicht? Muss der Verein schließen?

Grab: An dieses Szenario will keiner denken. Ich glaube fest daran, dass bei einem Zusammenwirken aller Beteiligten eine Lösung gefunden werden kann.

Was sind die nächsten Maßnahmen, die von Seiten der Stadt unternommen werden können?

Grab: Wir werden zu einem Besprechungstermin einladen, an dem neben dem Verein auch Vertreter des BLSV und der städtischen Finanzverwaltung teilnehmen. Möglicherweise bringt der Verein einen Vertreter der Hausbank mit. Dann könnten meines Erachtens die noch offenen Fragen geklärt und das weitere Vorgehen abgestimmt werden.

Verstehen Sie die Äußerungen von Herrn Dr. Ullrich, dass er seine Person als Ursache der Verzögerungen sieht und deshalb als Vorsitzender zurückgetreten ist?

Grab: Wenn die Äußerung darauf hinweist, dass es ihm bislang nicht möglich war, auf meine Anfrage vom Juni 2008 zu antworten, hat er recht. Ansonsten entbehrt dieser Zusammenhang jeglicher Grundlage.

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