Schwimmen

30.07.2018

Die Sorgen des SV Augsburg

Der Traum der Augsburger Schwimmer: ein wettkampftaugliches 50-Meter-Becken nach Vorbild des Langwasserbads in Nürnberg mit zehn Bahnen, wo die bayerischen Meisterschaften stattfanden.
Bild: Taylan Toprak

Der Schwimmverein freut sich zwar über viele Meisterschafts-Medaillen, hat aber Angst, in Bayern den Anschluss zu verpassen

Abteilungsleiter Taylan Toprak kommt aus dem Schwärmen kaum mehr heraus: rekordverdächtig war zum Saisonfinale die Ausbeute an Medaillen und Spitzenplätzen, die die Schwimmer des SV Augsburg bei den vergangenen Meisterschaften abräumten. Allein 90 mal Edelmetall – darunter 48 mal Gold – bei der Bezirksmeisterschaft in Kempten, wo der SVA mit 35 Startern die zweitstärkste Mannschaft stellte. Die Schwimmerinnen und Schwimmer im Alter von neun bis 25 Jahren holten mit vielen persönlichen Bestzeiten einen schwäbischen Jahrgangstitel nach dem anderen.

Diesen Erfolgslauf setzte der Verein auch bei der Bayerischen Jahrgangsmeisterschaft in Nürnberg fort. Mit dem erst 2016 eröffneten 50-Meter-Hallenbad mit zehn Bahnen steht den Sportlern dort eines der modernsten Wettkampfbecken zur Verfügung. Eine Situation, für die sie von den Augsburgern glühend beneidet werden, schließlich mangelt es der Fuggerstadt an einem wettkampftauglichen 50-Meter-Becken. Das Sportbad ist seit Jahren geschlossen.

Trotz der schwierigen Trainingssituation zeigen sich die Augsburger Schwimmer aber weiterhin wettbewerbsfähig. Zumal bei den bayerischen Titelkämpfen die Anforderungen um ein Vielfaches höher waren als bei der schwäbischen Meisterschaft. 87 bayerische Vereine schickten 596 Teilnehmer zum Kräftemessen nach Nürnberg. Die Delegation des SV Augsburg bestand immerhin aus zwölf Schwimmern, die alle die hohen Qualifikationszeiten geschafft hatten und insgesamt 63 Mal an den Start gingen. Mit einem bisher einmaligen Sensationserfolg von 23 Medaillen belegte der Schwimmverein Augsburg den zehnten Platz in der Gesamtwertung aller bayerischen Schwimmvereine.

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„Das Vorhandensein einer Trainingsstätte mit einem olympischen 50-Meter-Becken ist oft der Erfolgsfaktor Nummer eins – neben anderen Faktoren wie Kooperationsmodellen zwischen Schule und Verein sowie Leistungszentren mit professionellen Trainern“, unterstreicht Taylan Toprak die Bedeutung von optimalen Trainingsbedingungen. Da es diese in Augsburg derzeit nicht gibt und alle Trainer, Funktionäre und Unterstützer des SVA ehrenamtlich arbeiten, sei „dieser Erfolg gar nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt Toprak. „Doch wir werden es nicht schaffen, in die nationale Spitze durchzubrechen, wenn wir keine professionellen Trainingsbedingungen schaffen, wie sie andere bayerische Vereine haben.“ Entsprechend selbstverständlich ist es für Toprak, dass der SVA zu den Mitinitiatoren der Arbeitsgemeinschaft „50-m-Hallenbad für Augsburg“ zählt. Gemeinsam mit 16 anderen Vereinen und Interessengemeinschaften aus dem Großraum Augsburg setzt man sich für die zeitnahe Errichtung einer Halle nach dem Vorbild des Langwasserbads in Nürnberg ein.

Bayerische Meisterschaft Oliver Lienhart 1. Platz 400 m, 2. Platz 200 m Rücken, 3. Platz 100 m Rücken (Jg. 2001); Mark Toprak 2. Platz 100 m Schmetterling und 200 m Freistil (Jg. 2002); 3. Platz 100 m Schmetterling (Jg. 2005), Robin Lienhart 3. Platz 400 m (Jg. 2006), Denis Sczesny 1. Platz 50 m Brust (Jg. 2003)

Weitere Ergebnisse und Infos unter www.sv-augsburg.de

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