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Tennis

15.05.2015

Ist es das Ende einer Ära?

Jahrelang war Manfred Schabert mit seinen Regionalliga-Frauen das Aushängeschild des TC Schießgraben. Doch die Männer holen auf und er wirkt jetzt amtsmüde

Manfred Schabert, 59, sitzt entspannt auf der Terrasse des Klubheimes des TC Schießgraben. Als Adela Jarosova den einzigen Einzelpunkt für die Regionalliga-Frauen gegen den TC BW Dresden-Blasewitz holt, huscht nur ein feines Lächeln über das Gesicht des Managers und Trainers in Personalunion. Fast drei Jahrzehnte ist er schon in dieser Funktion tätig, da wirft ihn auch eine Niederlage nicht aus der Bahn.

Helmut Martin, sein Kollege, der sich verantwortlich für die Bayernliga-Männer des TC Schießgraben zeigt, tigert hingegen zwischen den leeren Tischen hin und her. Sein Schützling Nico Reichelmann spannt ihn gehörig auf die Folter, ehe er auf dem Nebenplatz zum 3:3 gegen den TC Wolfratshausen nach den Einzeln ausgleicht. Auf der Anlage sind die Rollen noch klar verteilt. Wie seit Jahrzehnten. Die Regionalliga-Frauen waren immer das Aushängeschild, die Männer spielten keine große Rolle. Doch in den letzten Jahren holten die Männer auf, spielen jetzt in der Bayernliga und drängen weiter nach vorne.

Kein anderer Verein in Schwaben leistet sich zwei Mannschaften auf so einem hohen sportlichen Niveau. „Für uns sind diese beiden Aushängeschilder das i-Tüpfelchen im Vereinsleben“, sagt Roland Odörfer, der Vorstand des TC Schießgraben. Allerdings zieht der Doppelspieltag die Mitglieder nicht wie ein Magnet an, obwohl der Eintritt frei ist. „Das Interesse ist überschaubar“, sagt er und blickt auf die wenigen Zuschauer auf der Anlage. Odörfer weiß aber genau, dass nur der Spitzensport dazu führt, dass der TC Schießgraben in den Medien und damit in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. So sieht es auch Martin: „Nur so heben wir uns von jedem x-beliebigen Tennisverein ab.“

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Allerdings wird kein einziger Euro aus den Mitgliedsbeiträgen beim TC Schießgraben für den Spitzensport verwendet. „Der muss sich selbst über Sponsoren finanzieren“, sagt Odörfer. Und das Geld, ein fünfstelliger Betrag, aus diesem Topf wird 50:50 zwischen Männer und Frauen verteilt. „Leider“, sagt Schabert, „schließlich spielen wir eine Klasse höher.“ Odörfer, der ein Großteil der Sponsoren akquiriert hat, fährt aber einen klaren Kurs.

Die Waage scheint sich derzeit aber Richtung Männer zu neigen, denn Odörfer hat eine klare Vorgabe an seine Teamchefs: „Ich will in Zukunft möglichst viele eigene Spieler in diesen Mannschaften sehen.“ Und da hat Helmut Martin mit seinem Team einen klaren Vorteil. Schon jetzt kommen vier Akteure der aktuellen Mannschaft aus den eigenen Reihen. Auch im Nachwuchs kündigen sich einige Talente an, die nachrücken könnten.

Damit kann Schabert nicht dienen. Der Stamm der Regionalliga-Mannschaft ist seit Jahren unverändert, Blutauffrischung kommt nur von außen. „Bei den Mädchen ist es nicht einfach, Talente zu finden, die diesen schwierigen Weg gehen wollen“, sagt er und wirkt amtsmüde. Es kündigt sich das Ende einer Ära an. „So wie es jetzt aussieht, werde ich am Ende dieser Saison aufhören.“ Odörfer reagiert gelassen: „Jetzt warten wir mal die Saison ab. Dann werden wir uns zusammensetzen. Manfred hat große Verdienste, aber es ist wie in jeder Firma. Es muss jeder ersetzbar sein.“

Gestern gab es weder für Schabert noch für Martin Punkte. Die Männer verloren 9:12, die Frauen 2:7.

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