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Sportvereine

09.02.2018

Kampfsport, Bouldern und Fußball boomen in Augsburg

Egal ob Boxen, Kickboxen oder Aikido: Kampfsportarten verzeichnen hohe Mitgliederzuwächse.
Bild: Michael Hochgemuth

Aber auch Vereine mit Sportarten wie Hockey, Fußball, Klettern und Gesundheitssport können sich über steigende Mitgliederzahlen freuen. Beim Kegeln sieht es dagegen schlechter aus.

Die gute Nachricht vorneweg: Seit dem Jahr 2006 hat die Zahl der sportlich aktiven Augsburger nachweislich zugenommen. Knapp 20.000 Menschen mehr als noch vor zehn Jahren treiben Sport in einem der derzeit 429 Augsburger Vereine. Das geht aus den aktuellen Statistiken des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) hervor. 2006 waren es noch insgesamt 56.242 gemeldete Mitglieder, Ende 2017 schon 75.496.

Allerdings sind in dieser Statistik keine Schützen und auch keine Sportler erfasst, die ohne Vereinsbindung aktiv sind, also Bürger, die in der freien Natur als Jogger, Radfahrer oder Nordic Walker unterwegs sind oder sich in einem gewerblichen Studio fit halten. Trotzdem ist ein Blick auf die BLSV-Zahlen interessant, offenbaren sie doch deutlich den Wandel des Sports.

Bei Sportvereinen gibt es in Bayern noch eine Steigerung

Wie überall sorgt König Fußball auch in der Stadt Augsburg für die besten Werte. Mit Sicherheit ist dies dem Erfolg und dem Aufstieg des FCA in die Bundesliga zu verdanken. Waren im Jahr 2006 noch 10.587 Fußball-Mitglieder in 49 Sportvereinen gemeldet, so gibt es nun über 24.486 Mitglieder in Augsburg-Stadt – bei zwei Fußball-Vereinen weniger. Robert Häfele, Leiter der BLSV-Geschäftsstelle Schwaben, rückt diesen Anstieg allerdings ins richtige Licht, denn diesen Anstieg dürften vor allem die „passiven Mitglieder“ verursacht haben. „Viele Augsburger sind dem FCA beigetreten, um sich Tickets zu sichern, wie ich auch“, sagt Häfele mit einem Schmunzeln. Dadurch seien die Zahlen für die Sparte Fußball in der Stadt Augsburg so astronomisch gestiegen, denn der FCA meldet gemäß seiner Pflicht jedes neue Mitglied an den BLSV.

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Trotzdem sei der erfreuliche Trend zu erkennen, dass es bei Sportvereinen in Bayern – anders als in den ostdeutschen Bundesländern – immer noch Steigerungsraten gebe. Besonders angesagt sind Vereine, die Gesundheitssport anbieten, also Kurse, in denen Bewegung und Fitness im Vordergrund stehen und nicht der sportliche Wettkampf. Die zweite Gruppe, auf die Vereine setzen können, sind Kinder und Jugendliche. In den Sparten Fußball, Turnen und Leichtathletik gibt es Zuwächse. Der Renner in der Stadt Augsburg sind allerdings Kampfsportarten. Fasst man alle Kampfsportrichtungen zusammen (Aikido, Karate, Boxen, Kickboxen und Taekwondo), hat sich die Mitgliederzahl in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt, von 1582 auf 3845. „Dieser Trend ist schwabenweit und wohl auch bayernweit festzustellen. Gerade asiatische Kampfsportarten sind sehr gefragt“, bestätigt Häfele.

Auch das Klettern und Bouldern ist in Augsburg beliebt.
Bild: Hendrik Schmidt, dpa (Symbolfoto)

Ebenfalls starken Zulauf verzeichnet in Augsburg das Klettern und Bouldern. Der Grund liege auf der Hand, so Häfele: die Erweiterung und Modernisierung der Kletteranlage des Deutschen Alpenvereins an der Sportanlage Süd, die zum Landesleistungszentrum für Sport- und Wettkampfklettern werden soll. Auch andere Sparten verzeichnen Anstiege, wie der Behindertensport (von 893 auf 1255), der Eissport (von 1192 auf 1552) oder Hockey (von 188 auf 545). Düster sieht es dagegen bei den Keglern aus. Von 1553 Mitgliedern in 21 Vereinen hat sich de Zahl auf 682 Mitglieder in 18 Vereinen fast halbiert.

Traditionelle Sportvereine finden schwerer Mitglieder

Ein Zeichen, dass es für traditionelle Sportvereine aufgrund der vielfältigen anderen Angebote schwer werden kann, Mitglieder zu generieren, und sich gegen kommerzielle Einrichtungen zu behaupten. Dennoch hat die Zahl der Vereine im städtischen Einzugsgebiet in den vergangenen zehn Jahren zugelegt – von 412 auf jetzt 429.

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