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Boxen

10.04.2015

Kleiner Bub träumt den großen Traum

Ilhan Özmen weiß mit seinen elf Jahren heute schon was er spätereinmal werden will. Eine kleine Titelsammlung hat sich bei ihm bereits angehäuft

Im Alter von elf Jahren jagen die meisten Kinder noch einem Fußball in der Hofeinfahrt hinterher oder verstecken sich vor ihren Freunden im Gestrüpp. Doch Ilhan Özmen strebt mit seinen jungen Jahren schon ein ganz anderes und viel größeres Ziel an. Er will Profiboxer werden. „Wie Manny Pacquiao und die ganzen anderen Großen“, sagt er. Ilhan weiß auch, dass es bis dahin noch ein harter Weg ist, konzentriert sich aber mit vollem Einsatz auf seinen Sport.

Für seinen großen Traum trainiert der junge Deutsch-Türke drei Mal die Woche in der Halle und geht mit seinem Vater regelmäßig nach draußen zum Joggen, um seine Kondition zu steigern. Sein großes Vorbild ist der 37-jährige philippinische Boxer Manny Pacquiao (37), der schon in sieben unterschiedlichen Gewichtsklassen Weltmeister wurde, was vor ihm in der Geschichte des Boxsports noch kein Anderer erreicht hatte.

Der kleine Bub aus Lechhausen findet Boxen cool, hier kann er sich austoben, es macht ihm Spaß. Für den Traum vom großen Boxgeschäft arbeitet er hart, doch auch in der Schule ist der Elfjährige ein Ass. Er besucht die Berthold-Brecht-Realschule und ist Klassenbester, was nicht bei allen sportlichen Talentender Fall ist. Wenn das Boxtalent seine schulischen Aufgaben erledigt hat, geht es sofort zum Sport, meistens direkt zum Training in die Halle. Zum Boxsport hat ihn sein Vater Turhan schon im Alter von zwei Jahren gebracht. Der Vater, der in seiner Kindheit mit dem Ringen begann und erst später zum Boxsport kam, zeigte seinem Sohn schon früh die Grundlagen. Mit fünf Jahren meldeten ihn seine Eltern dann beim Box-Club Piccolo in Fürstenfeldbruck an, wo auch sein Zwillingsbruder Eihan boxt. „Eihan ist nicht so ehrgeizig wie sein Bruder“, erzählt der Vater der beiden.

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Vor jedem Wettkampfkonzentriert sich Ilhan vollkommen auf sich selbst: „Ich versuche mir viel Energie zu sparen, damit ich im Ring sofort loslegen kann“, so der 11-Jährige. „Ich muss ihn sehr oft einbremsen, dass er nicht überdreht und dass ich ihm überhaupt immer wieder neue Herausforderungen stellen kann“, lobt ihn auch sein Trainer Birkan Eksen. Der 38-Jährige lacht und meint: „Er ist sehr ehrgeizig und diszipliniert, ich muss wirklich aufpassen, dass ich ihn bei Laune halte“. Der Einfluss der älteren Boxer im Club ist für Ilhan sehr wichtig. Er orientiert sich an den großen, schaut sich Techniken ab und versucht diese im nächsten Training oder im Kampf anzuwenden und umzusetzen. „Ich will immer Fortschritte machen, mich an den Älteren orientieren“, so das Nachwuchs-Talent.

Der Trainer will vorsichtig ans Werk gehen

Durch diese spezielle Weiterbildung hat der Knirps in den vergangenen Jahren schon viele Titel geholt. Jeweils zwei bayerische und oberbayerische Titel erkämpfte sich Ilhan, der vor kurzem auch bei den südbayerischen Meisterschaften einen Triumph feiern konnte, seinen bislang letzten Titel. Jetzt konzentriert er sich auf die Vorbereitung für die anstehenden oberbayerischen Meisterschaften – Er will den Titelhattrick.

Trainer Eksen weiß, dass der Junge viel Potenzial besitzt und tatsächlich mal ein Großer werden könnte, warnt aber dies zu überschätzen. „Ich habe schon sehr oft gesagt, dass einer meiner Schützlinge mal groß rauskommen wird. Viele sind aber dann doch unter den Erwartungen geblieben und haben nicht ansatzweise das erreicht, was ich für realistisch gehalten hätte“, trauert er so manchem Talent hinterher. Deshalb will er bei Ilhan besonders vorsichtig ans Werk gehen und genau darauf achten, dass sein momentan größtes Talent nicht „verheizt“ wird.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Pepa und Turhan Özmen, den Eltern des jungen Boxtalents, will der Trainer einen richtigen Profiboxer aus dem Jungspund formen. Um dieses Ziel zu realisieren und voranzutreiben, erhält der Realschüler für jede Woche einen eigenen individuellen Ernährungs- und Trainingsplan, den er sehr diszipliniert einhält. Seine Mutter muss ihn des auch gelegentlich einbremsen: „Wenn er krank ist und trotzdem in die Boxhalle möchte, muss ich das unterbinden.“ Allerdings freut sich sein Vater wenn er mit so viel Feuereifer bei der Sache ist: „Wenn er was macht, dann macht er es richtig, es gibt keine halben Sachen, er ist sehr ehrgeizig in dieser Hinsicht.“

Bei den oberbayerischen Meisterschaften vom 18. bis 19. April, wird sich zeigen, wie gut das intensive Training das Boxtalent verändert hat. Die Meisterschaften werden zwar nicht im Fernsehen übertragen, wenn aber alles nach dem Plan des Trainers und der Familie laufen sollte, boxt Ilhan irgendwann einmal um die Weltmeisterkrone. Bis dahin ist es aber noch ein harter und steiniger Weg.

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