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Schach

05.01.2016

Krasser Außenseiter siegt in Augsburg

Pavel Janev düpiert sechs Titelträger beim Internationalen Meisterturnier. Dabei stand die Veranstaltung kurzzeitig auf der Kippe

Mit vielen Überraschungen rund ums königliche Spiel hat das Internationale Schach-Meisterturnier in Augsburg geendet. War die Fuggerstadt zu Beginn dieser Turnierserie in den 80er Jahren noch schachsportliche Diaspora, so gilt sie heute als bayerische Schach-Hochburg schlechthin – mit sieben aus Augsburger Vereinen hervorgegangenen Internationalen Meistern. Zahlreiche einheimische und ausländische Spieler verbinden die „Meisterschmiede Augsburg“ mit einem Höhepunkt ihrer Karriere, werden in den Turnieren doch wie am Fließband Qualifikationen (sogenannte Normen) für internationale Meistertitel errungen.

Bei der zehnten Auflage des Ibis-Accor-Augsburg-Meisterturniers erreichte dieses Ziel die erst 17-jährige Studentin des SC Aufbau Elbe Magdeburg, Josefine Heinemann. Die deutsche Nationalspielerin und Studentin der Wirtschaftsmathematik an der Universität Mannheim war der Blickfang der Zuschauer und überzeugte mit ihrem schnörkellosen, kraftvollen Offensivspiel, das sie nur ein einziges Mal – in der ersten Runde gegen den tschechischen Altmeister Ivan Hausner – nicht durchziehen konnte.

Auch ein weiterer junger Spieler wird Augsburg wohl in allerbester Erinnerung behalten: der 23-jährige Informatik-Student Pavel Janev. Der Bulgare aus Warna holte sich verdient seinen ersten internationalen Turniersieg. Er düpierte dabei nicht weniger als sechs arrivierte internationale Titelträger und war seit 2001 der erste titellose Sieger.

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Der dritte Lichtpunkt bezieht sich auf den einheimischen Schachsport. Der mehrfache Günzburger Schwabenmeister Christoph Lipok hat mit seinem Wechsel zum SK 1908 Göggingen zum Saisonbeginn 2013/14 den richtigen Schachkarriereschritt getan. Gestählt aus Landes- und Oberligakämpfen hat er in seinem vierten Augsburger Turnier mit drei Gewinnpartien den internationalen Durchbruch geschafft. Seine einzige Verlustpartie resultierte aus dem Duell mit Turniersieger Janev. Der gelernte Schreinermeister ließ sich von der deprimierenden Erfahrung der Niederlage nach sieben Stunden hoffnungsvollen Kampfes nicht aus der Bahn werfen, steckte seine Enttäuschung weg und trumpfte mit 3,5 Punkten aus den verbleibenden fünf Partien auf.

Zu den positiven Überraschungen zählt auch der erst 14-jährige Jan Miesbauer. Der Schüler des Prager Altmeisters Hausner bezwang sowohl Großmeisterin Maria Manakova als auch Fidemeister Wolfgang Mack. Die internationalen Meister Velislav Kukov und Ivan Hausner selbst waren in den Augsburger Turniertagen hingegen nicht voll konzentriert. Ebenso unter ihren Erwartungen blieb Großmeisterin Maria Manakova. Nicht ganz zufrieden mit seinem Abschneiden war der Aichacher Fidemeister Wolfgang Mack. Er war kurzfristig nach der Absage eines albanischen Titelträgers eingesprungen und wird sich bei künftigen Augsburger Turnieren mit den diesjährigen Erfahrungen besser schlagen. Enttäuschend verlief das Turnier für den langjährigen Oberliga-Spitzenspieler des SC Dillingen, Blasius Nuber. Der Fidemeister aus Wertingen fand bei seiner Augsburger Turnierpremiere in keiner Phase zu seiner wahren Leistungsfähigkeit.

Der in Augsburg wohnende Internationale Meister Mark Safyanowsky „rettete“ mit seinem kurzfristigen Einstieg das Renommee der Turnierserie. Mit nur neun Teilnehmern hätte die Veranstaltung nämlich nicht entsprechend gewertet werden können, weshalb sich Turnierorganisator Johannes Pitl über diesen „Freundschaftsdienst“ von Safyanowski trotz dessen angeschlagenen Gesundheit außerordentlich freute. (jmp)

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