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Triathlon

22.01.2020

Motivationsschub für Deisenhofer

Roman Deisenhofer in Aktion: Der Spitzentriathlet absolviert ein riesiges Trainingspensum, um sich für die Ironman-Wettkämpfe in diesem Jahr fit zu machen.
Bild: Karl Aumiller

Der Augsburger Athlet arbeitet im Trainingslager auf Lanzarote für den Start beim Ironman auf Hawaii. Wie er von einem neuen Sponsor und einem neuen Team profitiert

Momentan weilt Roman Deisenhofer auf Lanzarote im Trainingslager. Bei besten Bedingungen spult er dort zusammen mit Sebastian Neef sein umfangreiches Trainingsprogramm ab. Schwimmen, Radfahren, Laufen und Krafttraining sind tägliche Routine. So weit, so bekannt. Viele Triathleten von Format und auch eine wachsende Anzahl von Hobby-Triathleten reisen im Winter zum Training auf die Kanaren.

Für Deisenhofer allerdings, der eine Ironman-Bestzeit von 8:16 Stunden stehen hat und vergangenes Jahr in Frankfurt Neunter wurde, hat sich ansonsten so ziemlich alles geändert. Vor kurzem knackte der 34-jährige Augsburger „den Jackpot“, wie er selbst sagt, und unterschrieb einen Fünf-Jahres-Vertrag beim neu gegründeten „spoosty pro.tri.team“.

Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Paetrick Arndt, Geschäftsführer der Spoosty GmbH. Das Unternehmen verkauft Nahrungsergänzungsmittel. Vier Triathleten umfasst dessen neues Team, die Ziele sind ambitioniert. „Wir wollen im Oktober mit mindestens einem Athleten unter den Top Ten bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii landen”, sagte Arndt in Regensburg bei der Vorstellung seines Projekts. Dafür hat er keine Kosten und Mühen gescheut.

Motivationsschub für Deisenhofer

Deisenhofer, Neef sowie Nachwuchsmann Marchelo Kunzelmann-Loza und die gebürtige Marktoberdorferin Laura Zimmermann bekommen mit Nils Goerke einen Top-Trainer an die Hand. Unterstützt wird er von dem Athletiktrainer Christian Daser. Die vier Triathleten bekommen ein Gehalt, Erfolgsprämien und Trainingslager gezahlt.

Job als Feuerwehrmann auf 50 Prozent reduziert

Deisenhofer hofft, mit dem neuen Team im Rücken den entscheidenden Schritt in Richtung Hawaii machen zu können. Nur die 50 besten Profi-Triathleten dürfen dort starten. Die anderen rund 2500 Teilnehmer an dem legendären Ironman sind Amateure aus den verschiedenen Altersklassen. „So eine Unterstützung ist im Triathlon eher ungewöhnlich. Wenn du nicht gerade Fußball spielst musst du im Sport einfach schauen, wo du bleibst“, sagt Deisenhofer. Seinen Job als Feuerwehrmann in München wird er zwar weiter ausüben, hat aber seine Arbeitszeit auf 50 Prozent reduziert. Den Rest seiner Zeit verwendet er auf das Training, bis zu 30 Stunden pro Woche.

Eine Leistungsdiagnostik mit dem neuen Trainer Goerke ergab, dass in Deisenhofer noch einiges an Potenzial schlummert. Er trainiert jetzt nach dessen Plänen, die sich deutlich von den bisherigen unterscheiden. „Ich merke schon, wie das Training anschlägt“, sagt er.

Gleich geblieben ist allerdings, dass Triathlon, speziell auf der Langdistanz, mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Deisenhofer: „Natürlich brauchst du ein Stück weit Talent, aber beim Ironman hängt sehr viel davon ab, wie hart du ackern kannst.“ Umso wichtiger seien individuell passende Trainingspläne. Vor allem an einer Verbesserung seiner Zeiten auf dem abschließenden Marathon liege das Augenmerk. „Ich kann eine 2:50 laufen. Davon bin ich überzeugt. Ich habe einen richtigen Aufschwung bekommen. Aber ich will jetzt keine großen Reden schwingen, sondern freue mich einfach auf die nächsten Rennen.“

Ende Januar kommt Deisenhofer aus Lanzarote zurück, bleibt zwei Wochen in Augsburg und fliegt dann für einen Monat nach Fuerteventura ins nächste Trainingslager. „Dann bin ich wieder kurz daheim ehe es weiter geht nach Südafrika.“ Beim Ironman dort soll am 29. März die Qualifikation für Hawaii unter Dach und Fach gebracht werden.

Wahrscheinlich muss Roman Deisenhofer aufs Podium kommen, um sich ein Ticket für die WM zu sichern. Sein Optimismus ist groß: „Ich habe jetzt mal keinen anderen Ironman geplant, weil ich hoffe, dass es in Südafrika gleich klappt mit der Quali“, sagt er mit einem Lachen. Den 10. Oktober hat er sich auf jeden Fall schon mal freigehalten.

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