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Eishockey

17.05.2017

Neuer AEV-Nachwuchstrainer Michael Bakos: Das sind meine Ziele mit dem Verein

Michael Bakos Eishockey Augsburger Panther Eishockey-WM
Bild: Peggy Nieleck

Der ehemalige National-Verteidiger arbeitet bei der WM im Organisationsteam. Ein Gespräch mit dem 38-Jährigen über seine Aufgaben in Köln und seine Zukunft beim AEV.

Sie haben als Verteidiger 100 Länderspiele bestritten und an fünf Weltmeisterschaften teilgenommen. In Köln bestreiten Sie Ihr erstes Turnier im Organisationsteam des Deutschen Eishockey Bundes (DEB). Was ist Ihre Aufgabe in der Kölner Lanxess-Arena?

Michael Bakos: Ich bin für den Bereich Sport und Competition (Wettbewerb, Anm. der Red.) zuständig, also den Spielbetrieb. Ich bin die Kontaktperson für alle acht Nationen hier in Köln. Ich bin seit Wochen mit allen Team-Managern in Verbindung und schaue, ob die Abläufe in den Umkleiden passen. Zusammengefasst: Ich muss darauf achten, dass für das Wohl der Mannschaften gesorgt ist.

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Bakos:  Oft sind es Kleinigkeiten, zum Beispiel wird um zusätzliche Haken in der Trainerkabine nachgefragt. Vor dem WM-Start versuchen die Nationen, im Kabinenbereich das Bestmögliche herauszuholen. Aber zum einen hat die Lanxess-Arena 2010 ja schon ein WM-Turnier gestemmt. Zum anderen geht es bei der Umkleidenvergabe streng nach der Eishockey-Weltrangliste – die besten Nationen finden die besten Bedingungen vor.

Wie lange dauert Ihr Arbeitstag?

Bakos: Von acht Uhr morgens bis Mitternacht. In den letzten Tagen, bevor die Teams anreisten, war ich meist bis zwei Uhr nachts im Einsatz, weil noch Umbauarbeiten in der Arena vorgenommen worden sind. Kurz vor der WM ist hier DJ Bobo aufgetreten. Das war nervenaufreibend, aber auch spannend, ob der Umbau rechtzeitig klappt.

Was strengt mehr an: Eine WM-Teilnahme als Spieler oder die Turnier-Organisation?

Bakos: Körperlich anstrengender ist es als Spieler. Da hat man eher den mentalen Sprint. Die Vorbereitung vor dem Spiel, die Konzentrationsphase, beansprucht einen sehr. Das hängt von der Drucksituation ab. Jetzt durchlaufe ich einen mentalen Marathon. Man kann es kaum vergleichen. Beides fordert enorm.

Wir ordnen Sie die neue Erfahrung ein?

Bakos: Ich hatte das Glück, in meiner Karriere fünf Weltmeisterschaften zu spielen. Die Erfahrung, mal auf der anderen Seite zu stehen und dafür verantwortlich zu sein, dass so ein gigantisches Event reibungslos über die Bühne geht, möchte ich nicht missen. Ich bekomme einen anderen Blickwinkel auf eine Eishockey-Weltmeisterschaft.

DEB-Präsident Franz Reindl hat gesagt, dass Sie hinter den Kulissen mehr schwitzen als die Nationalspieler, und die Profis gehen hier vor Schweiß tropfend vom Eis...

Bakos: Da ist etwas dran, insbesondere nach dem Vorrundenende geht es wieder rund. Da kommen neue Teams aus der Pariser Gruppe zum Viertelfinale. Dann muss sehr viel in sehr kurzer Zeit organisiert werden.

Was bekommen Sie von der deutschen Nationalmannschaft mit?

Bakos: Nicht viel. Ich sehe die Jungs, wenn sie zum Training kommen. Den Brüdern Dennis und Yannic Seidenberg laufe ich ständig über den Weg und die zwei witzelten schon: Hey, an jeder Ecke steht der Bakos. Sonst gibt es kaum Berührungspunkte. Die Mannschaft hat ihren Ablauf und ich meinen hier den ganzen Tag über in der Halle.

Vor drei Jahren haben Sie ihre Profi-Laufbahn bei den Panthern nach einer schweren Schulterverletzung beendet und sind dann zum DEB gewechselt. Was ist in der Zeit passiert?

Bakos: Ich habe beim Verband eine Lehre zum Sport- und Fitness-Kaufmann absolviert, die ich vor einem Jahr abgeschlossen habe. Ich war im DEB-Büro in München und habe die Berufsschule besucht. Der Verband hat mich übernommen und ab dann war ich in die WM-Planung eingebunden.

Der Eishockey-Verband hätte Sie gerne weiter in seinem Team gesehen, DEB-Chef Reindl bedauert Ihren Abgang. Sie haben gekündigt und arbeiten ab Mitte Juni als Nachwuchs-Cheftrainer für den Augsburger EV. Warum der Wechsel?

Bakos:  Ich will wieder näher am Sport arbeiten, das hatte ich bereits nach meinem Karriereende im Sinn. Zunächst habe ich die Chance ergriffen, eine Ausbildung zu machen, wozu ich in jungen Jahren nicht die Zeit hatte, weil ich ja Profi war. Ich wollte neue Eindrücke sammeln und die Konstellation mit der Ausbildung beim DEB war ideal. Aber schlussendlich war der Drang zurück zum Eis größer. Ich will mit jungen Menschen arbeiten. Wenn ich jetzt ein paar Jahre im Büro gearbeitet hätte, dann würde ich die Kurve zum Trainer wohl nicht mehr bekommen. Das habe ich Franz Reindl auch so gesagt.

Was ist beim AEV Ihr Aufgabengebiet?

Bakos: Ich bin für die sportlichen Belange im Nachwuchs zuständig und Trainer der DNL-Mannschaft (Wichtigstes AEV-Jugendteam, Anm.d.R.).

Streben Sie irgendwann in den Profibereich?

Bakos: Ausschließen will ich es nicht, aber darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken. Ich will mit meiner Mannschaft gut in die Saison starten. Klar habe ich mal Eishockey gespielt, aber als Trainer fange ich bei Null an.

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