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Fußball

22.09.2019

Schwabens Trainer war nicht zu retten

Nach der sechsten Niederlage in Folge war Schluss: Markus Deibler wurde als Trainer des TSV Schwaben Augsburg entlassen.
Bild: Siegfried Kerpf

Das 0:6 beim TSV Landsberg brachte das Fass zum Überlaufen, Bayernliga-Schlusslicht TSV Schwaben Augsburg trennt sich von Markus Deibler und ist auf der Suche nach einem Nachfolger

Diese Trainerentlassung war am Ende keine Überraschung mehr: Dass Markus Deibler beim TSV Schwaben keine Zukunft mehr haben dürfte, hatte sich schon in der Halbzeitpause TSV Landsberg angekündigt, als die Gäste bereits mit 0:5 zurücklagen. Und tatsächlich. Nachdem mit dem 0:6 beim Aufsteiger die sechste Niederlage in Folge feststand, „haben wir die Reißleine gezogen“, sagte Schwaben-Abteilungsleiter Jürgen Reitmeier. Und gestand: „Es ist mir bei diesem Ergebnis natürlich umso leichter gefallen, den Schlussstrich zu ziehen. Bei einem knapperen Ergebnis hätte man vielleicht wieder an der Entscheidung gezweifelt.“

So aber sprechen die nackten Zahlen für sich. Der TSV Schwaben steht in der Bayernliga Süd mit nur sieben Punkten aus zwölf Spielen und einem desaströsen Torverhältnis von 12:32 am Tabellenende. Punktgleich zwar mit dem TSV Nördlingen, aber weit weg von den Erwartungen an eine etablierte Bayernliga-Mannschaft. Höchste Zeit also für die Verantwortlichen, um einzugreifen.

Eine Lösung konnte Jürgen Reitmeier zwei Tage nach der Trainerentlassung allerdings noch nicht verkünden. „Wir hatten keinen Plan B, wir hatten bisher noch mit niemandem gesprochen, um dem Trainer unsere Unterstützung zu zeigen“, begründet der Abteilungsleiter das Vorgehen, erst jetzt nach einem Nachfolger zu suchen. Ein paar Telefonate habe er schon geführt, doch bis zum Sonntagabend zeichnete sich noch keine Lösung ab. „Am Freitagabend mussten wir erst noch den Scherbenhaufen zusammenkehren. Jetzt geht es darum, aus den Scherben ein Puzzle zusammenzufügen.“ Will heißen, jetzt geht es darum, einen Trainer zu finden, der die brüchige Psyche und Physis der Mannschaft wieder auf die Beine bringt.

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Vier Jahre war Sören Dreßler im Amt

Vier Jahre hatte Ex-FCA-Spieler Sören Dreßler, der von 2016 bis 2019 Trainer bei den Schwaben war, die Mannschaft von Erfolg zu Erfolg geführt. Dem Aufstieg in die Landesliga 2017 folgte der sofortige Aufstieg in die Bayernliga 2018. Es folgten ein fünfter, dann ein zwölfter Abschlussplatz, bevor Dreßler am Ende der vergangenen Saison wegen beruflicher Gründe auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit beendete. Markus Deibler übernahm, schaffte es aber nicht, die Schwaben in die Spur zu bringen.

Bis ein Nachfolger gefunden ist, werden die Co-Trainer Gerald von Zehmen und Torwarttrainer Sascha Schmid in Zusammenarbeit mit Reitmeier die Mannschaft kommissarisch betreuen. All zu lange soll deren Interimsarbeit aber nicht dauern. „Wir werden uns wirklich sehr zeitnah um eine Lösung bemühen“, sagt Reitmeier und betont, „natürlich werden wir auch die Mannschaft in die Pflicht nehmen“.

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23.09.2019

Schade, wie die Erfolge der letzten Jahre sich auflösen!
Ich möchte betonen, dass ich die Entwicklung aus der Distanz beobachte.
In den letzten Monaten - in Phasen des Erfolgs und dem Gegenteil - war vor und nach den Spielen, selbst in den Analysen, -überspitzt formuliert - am Rande der Trainer zitiert und umfänglich der Abteilungsleiter. Ob es so ist, weiss ich nicht, nur es schien (und scheint) dass ein weiser und allmächtiger Manager alles am besten kann. Dabei tritt nicht zu Tage, dass er den Trainer installierte, den Kader zusammenstellte und das Umfeld bereitete.
Vielleicht ist in dieser Omnipräsenz ein wesentliches Stück der aktuellen sportlichen Situation begründet.

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