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Rafting

24.07.2018

Selbstversuch im Augsburger Eiskanal: Ein Rennen gegen die Zeit

Selbstversuch: Der Autor dieses Textes, Moritz Weiberg (roter Helm), raste mit der deutschen Nationalmannschaft den Eiskanal hinunter.

"Wie auf einer Wasserbahn im Freizeitpark": Unser Reporter hat sich mit der deutschen Rafting-Nationalmannschaft in den Augsburger Eiskanal gewagt.

Rafting mit der deutschen Nationalmannschaft also. Das Gefühl beim Einsteigen in das Boot ist leicht mulmig, doch viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht, schon starten die Männer, Christian Lechelmayr brüllt die Kommandos „Vor, vor, vor!“ Mit hoher Geschwindigkeit rauscht die Nationalmannschaft, fünfmaliger Rafting-Weltmeister, durch den Eiskanal. Es fühlt sich an wie auf einer Wasserbahn im Freizeitpark, vor allem an der Bogenbrücke, die alle Rafter rückwärts durchfahren. Das Wasser klatscht ins Gesicht, das Adrenalin schießt in den Körper, kurz vor dem Ziel noch die Kuhglocke abschlagen, und dann, so schnell, wie sie begonnen hatte, ist die Fahrt schon wieder vorbei. „Gut gemacht“, heißt es danach. „Nur die Kuhglocke anschlagen, das wäre auch lauter gegangen.“

Moritz Weiberg
Bild: Moritz Weiberg

Das größte Hobby-Raft-Event Bayerns

Bereits zum zwölften Mal veranstaltete das Raft Team von Kanu Schwaben Augsburg am vergangenen Samstag das größte Hobby-Raft-Event Bayerns. 115 Teams stürzten sich in den Eiskanal, um in den Kategorien Frauen, Mixed und Männer den Augsburger Stadtmeister zu ermitteln. Siegfried Baier organisiert das Event seit drei Jahren: „Es ist eine coole Veranstaltung für Augsburg“, sagte er. Und fügte hinzu: „Hier kann jeder den Eiskanal selbst erleben, und ist nicht nur aufs Zuschauen begrenzt.“

Die „Paddelfreunde Augsburg“, sie gewannen die Rafting Challenge im vergangenen Jahr, sind alle Kanuten von Schwaben Augsburg. „Es macht Spaß, mit den Kumpels zusammen zu fahren“, sagte Robert Kraus. Die Strecke kennen sie auswendig, „mit Kajak- oder Kanufahren hat Rafting aber gar nichts zu tun“, erklärte Thomas Griebel. In diesem Jahr konnten sie ihren Titel nicht verteidigen, das Team „mahagoni bar raft“ gewann mit sechs Sekunden Vorsprung die Männerkonkurrenz.

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Jedes Boot wurde von einem professionellen Guide gesteuert, 17 Guides begleiteten die insgesamt 230 Starts. Einer der Guides war Peter Micheler. Er rief vor dreißig Jahren die Rafting Tours Augsburg ins Leben und begründete so das Rafting in Augsburg. Für ihn ist es der Teamgedanke, der beim Rafting im Vordergrund steht: „Es sitzen wortwörtlich alle in einem Boot. Und jeder kann selbst erleben, wie der Eiskanal von innen aussieht.“ Durch die Weltcups und vielen Events am Eiskanal sei die Olympiastrecke von 1972 in den Blickpunkt gerückt, betonte Organisator Baier. Das spiegele sich in den Anmeldungen für die Rafting Challenge: Bereits fünf Wochen vor Start waren alle Plätze vergeben. „Das war ganz ungewohnt für uns, wir mussten einigen absagen, weil wir schon voll waren“, so Baier.

Voller Vorfreude stürzten sich die Teilnehmer in den Eiskanal

Frühzeitig angemeldet hatten sich die „Forum Wasserratzn“. Die Arbeitskollegen starteten zum ersten Mal bei der Challenge und waren vor ihrem Start sichtlich nervös. „Da kommt das Adrenalin hoch“, sagte Nadine und betonte: „Es macht hier mit dem Team total Spaß.“ Voller Vorfreude stürzten sie sich in den Eiskanal und stiegen wenige Minuten später im Ziel freudestrahlend aus ihrem Boot. „Es war super“, meinte Stefanie und fügte lachend hinzu: „Wir sind alle im Boot geblieben, keiner ist rausgefallen. Und das bei beiden Läufen!“

Am Ende landeten die „Forum Wasserratzn“ im Mixed-Wettbewerb auf dem 35. Platz. In dieser Konkurrenz gewannen die „Zwergwittchen“ vor der „Wilden 13 - SWA“. Die „Schwäbchenschleuder“ holten sich den Stadtmeistertitel bei den Frauen, gefolgt von den „Schlauchbootlippen“.

Am Ende lief die Veranstaltung glatt über die Bühne, dabei stand die Augsburger Rafting Challenge noch vor wenigen Wochen auf der Kippe, weil der Eiskanal zurzeit kein Wasser führt. Am Forggensee, aus dem der Eiskanal sein Wasser bezieht, wird derzeit der Staudamm saniert. „Wir haben hier nur bis 17 Uhr Wasser, dann ist Schluss“, erklärte Baier. „Bis dahin müssen wir fertig werden.“ Die 17-Uhr-Marke überschritten sie nicht, und kurz vor der Siegerehrung hörte sogar der Regen auf, der sich den ganzen Tag in Strömen über dem Eiskanal ergossen hatte.

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