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Wintersport

09.01.2019

Skikurse in Augsburger Vereinen sind selten geworden

Groß ist die Nachfrage nach Skikursen beim TSV Firnhaberau: Die Ski- und Wanderabteilung des Vereins kann mit seinem Skilehrerteam Kurse für alle Altersgruppen und Schwierigkeitsstufen anbieten.
Bild: Heiko Nöll

Einige Sportvereine haben zwar Alpin-Abteilungen, doch diesen mangelt es oft an Nachwuchs. Ausnahme ist der TSV Firnhaberau

Ski und Rodel gut, hieß es am Wochenende in der Stadt Augsburg, wo durch die lang anhaltenden Schneefälle aber in erster Linie die Kinder beim Schlittenfahren am Rosenauberg auf ihre Kosten kamen. Eine der Möglichkeiten für Augsburger Familien, Wintersport zu betreiben. In mehreren Augsburger Vereinen kommen aber auch Skisportfreunde auf ihre Kosten,

So betreiben verschiedene Augsburger Sportvereine eigene Hütten, die in den bevorzugten Skigebieten im Allgäu oder in Österreich liegen. Wie etwa der TSV Haunstetten mit seiner Hans-Weindl-Hütte in Berwang (Tirol). Im Winter sei die Hütte auch stets von den Vereinsmitgliedern gut belegt, berichtet Präsident Andreas Katzer. Aktivitäten rund ums Skifahrenlernen und Wettkämpfe seien aber immer weniger geworden, weil der Nachwuchs fehlt. „So dreht sich bei unserer Alpinabteilung eigentlich alles um das Herzstück Hütte. Von dort wird im Sommer gewandert und im Winter skigefahren.“

Gefahr der „Überalterung“

Ein ähnliches Bild herrscht beim Post SV Augsburg. Auch dort hat man die Skikurse eingestellt, auch weil die Durchführung vonseiten des Deutschen Skiverbands zunehmend erschwert worden sei und es sich für den Verein nicht mehr rechne, berichtet Abteilungsleiter Ortwin Stegherr. „Man wollte nicht, dass die Vereine den gewerblichen Anbietern Konkurrenz machen“, sagt er. Die Folgen seien in der Abteilung zu spüren. „Mittlerweile überaltern wir. Das trifft die ganzen Wintersportabteilungen im Stadtgebiet“, so Stegherr.

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Unter den knapp 100 Mitgliedern des Post SV seien deshalb vorwiegend ältere Skisportfreunde, die sich kurzfristig mit dem sportlichen Leiter Hans Horn zu Skitouren treffen oder zur Ski- und Sportgymnastik jeden Montag im neuen Vereinsbau des Post SV in Pfersee. Wie auch beim TSV Haunstetten profitieren die Mitglieder davon, die vereinseigene Hütte in Rinnen kostengünstig anmieten zu können. „Wenn noch etwas frei ist“, sagt Stegherr schmunzelnd mit Blick auf den regen Andrang und den stets vollen Hüttenterminkalender, „meistens muss man bei uns fast ein Jahr im Voraus buchen.“

Drei-Tages-Skikurs und Abschlussfahrt

Sehr viel mehr Zulauf vonseiten der Jugend verzeichnet hingegen die Abteilung Ski & Wandern beim TSV Firnhaberau. Seit etwa drei Jahren sei die Tendenz steigend, berichtet Abteilungsleiter Heiko Nöll. In der Wintersaison gehören Tagesskifahren, ein Drei-Tages-Skikurs um die Weihnachtszeit und eine dreitägige Abschluss-Skifahrt zum festen Programm. Sein Skilehrer-Team sei das Erfolgsgeheminis, verrät Heiko Nöll. „Wir haben mittlerweile ein sehr nettes, zehnköpfiges Team mit den unterschiedlichsten Lizenzstufen“, berichtet er. Dazu gehören auch er und seine Schwester Andrea, die Weltcuprennen in der Mastersklasse fährt. Dass es für die Lizenz zum Kinderskilehrer mittlerweile einen Kurs über nur zwei Wochenenden gäbe, sei eine Erleichterung für seinen Verein, erzählt Nöll. „Trotzdem ist es überall schwierig, Übungsleiter zu finden.“

Doch die Nachfrage beim TSV Firnhaberau ist da. Von Kindern, aber auch von Eltern, die von den Skikursen der Kinder angespornt werden, selbst wieder loszulegen. So war der TSV Firnhaberau bei seinen Skikursen im Dezember mit zwei Bussen und über 300 Teilnehmern unterwegs. „Die Resonanz ist wirklich sehr gut. Allerdings haben wir festgestellt, dass das Snowboarden zurückgeht. Dafür überlegen wir, verstärkt Tourengehen und Telemark anzubieten.“ Dass der Verein keine eigene Hütte hat, wirke sich dabei nicht negativ aus. Im Gegenteil. „Wir können ganz flexibel entscheiden, in welche Skigebiete wir fahren. Wo es gutes Wetter und guten Schnee gibt. Deshalb finden unsere Kurse auch immer statt.“

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