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Interview

16.11.2017

„So kann die Sportart überleben“

Roland Wegner hat die Leichtathletikgemeinschaft Augsburg gegründet und die Entwicklung vorangetrieben. Warum er nun zurückgetreten ist und wie es mit der LG weitergeht

Nach sieben Jahren haben Sie die Leitung der Leichtathletikgemeinschaft (LG) Augsburg abgegeben. Am Montag wurde Christian Pfänder vom TSV Inningen zu Ihrem Nachfolger gewählt. Dabei hatten Sie die LG gegründet und waren maßgeblich am Aufwärtstrend der Leichtathletik in Augsburg beteiligt. Was hat Sie zu diesem Schritt gebracht?

Zum einen habe ich weniger Zeit, weil ich mich politisch stärker engagiere. Zum anderen bin ich jetzt schon einige Jahre nicht mehr aktiv dabei, mache keine Wettkämpfe mehr und stehe nur noch selten auf dem Trainingsplatz. Da ist es besser für die LG Augsburg, wenn jemand die Position übernimmt, der auch im Alltag stärker an den Aktivitäten beteiligt ist.

Wurde mit Christian Pfänder ein passender Nachfolger gefunden?

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Ich habe schon im Frühjahr angekündigt, dass ich nicht mehr weitermachen werde und dass man sich auf die Suche machen soll. Christian Pfänder war sofort mein Vorschlag, weil er in allen Dingen, die er macht, sehr zuverlässig ist.

Und sich durch die Organisation der bayerischen Leichtathletik-Meisterschaft im Sommer 2017 schon ziemlich bewährt hat...

Absolut. Das war eine Meisterleistung von ihm. Das hat auch ihm selbst gezeigt, dass er für einen solchen Job geeignet ist. Er ist natürlich etwas zurückhaltender als ich. Darin unterscheiden wir uns. Aber das ist gut so und findet Anerkennung. Er kann mit den Partnern der LG, zum Beispiel der Stadt Augsburg, gut umgehen. Ich selbst war etwas forscher und habe manche Forderungen durchaus deutlich ausgesprochen.

Was ja auch Wirkung gezeigt hat, denn die Sanierung der Leichtathletik-Anlagen im Rosenaustadion wurde in erster Linie aufgrund Ihrer Hartnäckigkeit in Angriff genommen.

Klar, da haben wir schon Politik und entsprechenden Druck gemacht, denn wir Leichtathleten sind einfach zu oft abgespeist worden. Natürlich gibt es im Stadtgebiet viele Begehrlichkeiten und wenig Geld. Da hat man die ausgebremst, die nicht so wichtig erschienen. Deswegen mussten wir uns auf die Hinterbeine stellen. Ich habe mich in dieser Zeit mehr oder weniger aufgeopfert und viel Energie hineingesteckt. Das hätten andere vielleicht so nicht geschafft. Aber jetzt ist meine Arbeit erfüllt. Das ist eine gute Basis für die Nachfolger.

Welche Bilanz ziehen Sie persönlich, wenn Sie auf die LG und das sanierte Stadion blicken?

Beide Dinge waren in Augsburg notwendig. Als aktiver Athlet hatte ich mir das gewünscht. Ich bin damals aus Schwaben weg zur LAC Quelle Fürth gewechselt, weil ich dort meine sportlichen Ziele erreichen konnte. In Augsburg hatten wir keine 4x400-Meter-Staffel, mit der ich an der Deutschen Meisterschaft hätte teilnehmen können. Wir hatten zwar gute Sprinter, aber jeder in einem anderen Verein. Deshalb habe ich auch immer bemängelt, dass die Vereine quasi gegeneinander arbeiten, statt sich zusammenzuschließen.

War das der Grund für die Gründung der LG Augsburg?

Ja, denn in anderen Städten, wie etwa in Regensburg, hatten sie das schon lange gemacht. Die LG Regensburg ist uns um zehn Jahre voraus. Dort habe ich gesehen, was passiert, wenn mehrere Vereine zusammenarbeiten, auch im Hinblick auf die großen Wettkämpfe, die es in Augsburg ja lange nicht mehr gegeben hat.

Sind Sie zufrieden, wie sich die LG Augsburg seit Gründung vor sieben Jahren entwickelt hat?

Es war auf jeden Fall eine gelungene Teamleistung. Da hat sich etwas gefunden, was gut funktioniert. Natürlich gibt es auch mal Probleme, wie überall. Aber im Prinzip war dieser Zusammenschluss der heute sechs Vereine notwendig für das Überleben der Sportart Leichtathletik. Wenn wir das nicht gemacht hätten, gäbe es die eine oder andere Abteilung in den Sportvereinen sicher nicht mehr.

An den guten Ergebnissen der Augsburger Sportler in der abgelaufenen Saison sieht man schon deutlich, welche Früchte die Arbeit trägt. Fühlen Sie sich bestätigt?

Man sieht, dass wir im Jugendbereich viele neue und gute Talente bekommen, die wiederum die älteren Aktiven als ihre Vorbilder ansehen. Sportler wie Aleksandar Askovic etwa sind ein großes Vorbild für die Zehn- bis 13-Jährigen. Und das braucht man. Man braucht Vorbilder, um die jungen Leute an den Sport ranzubringen. Dann bleiben sie auch und suchen sich nicht nach zwei bis drei Jahren etwas Neues.

Fiel Ihnen der Abschied persönlich schwer?

Ich gehe ja nicht ganz. Ich habe nur diesen Posten für jemanden frei gemacht, der an der Aktiven-Geschichte näher dran ist. Ich bleibe im Herzen Leichtathlet. Und werde das auch weiterhin unterstützen und begleiten. In welcher Form auch immer.

Interview: Andrea Bogenreuther

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