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Organisation

01.07.2013

„Stadt muss Farbe bekennen“

Schwaben fühlen sich im Stich gelassen und stellen Großveranstaltungen infrage

Der Weltcup 2013 vor rund 4000 Zuschauern (einige hundert am Samstag, über 3000 am Sonntag) war noch nicht beendet, da dachte Marketingchef Karl Heinz Englet bereits an das nächste Jahr. Bei einem Abendessen im Brauhaus Riegele überreichte er ein T-Shirt für 2014 an Gastgeber Sebastian Priller. „Dann findet das Weltcup-Finale in Augsburg statt“, so Englet. Und anschließend? „Für 2015 stehen wir nur auf der Warteliste. Wenn die Stadt Augsburg weiterhin Weltklasse auf dem Eiskanal haben will, muss sie Farbe bekennen.“

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Auch Horst Woppowa, Abteilungsleiter der Kanu Schwaben und Weltcup-Organisationsleiter, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Wenn wir in dieser Liga weiter eine Rolle spielen wollen, muss Bewegung in die Sache.“ Der Hintergrund: Die Anforderungen des Kanu-Weltverbands ICF steigen ständig, für Rennen dieser Top-Kategorie fehlen an der Strecke die geeigneten Räume. Nur dank der Unterstützung der Pächter konnte unterhalb der Gaststätte ein kleiner Raum zum improvisierten Wettkampfbüro umfunktioniert werden. „Wir stoßen an die Grenzen unserer Belastbarkeit. Wenn in absehbarer Zeit nichts passiert, dann hat es keinen Sinn mehr, sich für Weltcuprennen zu bewerben.“

Auch Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbands (DKV), hat einen Blick in die Zukunft angemahnt: „Augsburg muss im internationalen Standortwettbewerb konkurrenzfähig bleiben.“ Nicht nur international wächst die Konkurrenz, auch Leipzig sammelt Pluspunkte mit seinem spektakuläreren Wildwasserkanal.

„Stadt muss Farbe bekennen“

Der Augsburger Bürgermeister und Sportreferent Peter Grab hatte bei der Eröffnungsfeier am Donnerstag angedeutet, dass der Stadt das Problem bewusst ist. Aber gerade auf Grab ist Englet nicht gut zu sprechen. Den früheren politischen Partner bei Pro Augsburg sieht der Stadtrat (mittlerweile fraktionslos) sogar als Hindernis für die Kanuten. „Seit er im Amt ist, gibt es nicht nur Stillstand, sondern Rückschritt.“

Dagegen schwärmt Englet von vergangenen Zeiten und der Zusammenarbeit mit dem damaligen Oberbürgermeister Peter Menacher und dem früheren Sportamtsleiter Gerd Bartel. „Die Slalom-Weltmeisterschaft 2003 hat die Stadt ausgerichtet und dafür die Hälfte des Etats von 300000 Euro beigesteuert.“

In den vergangenen Jahren hat es dagegen um weitaus geringere Zuschüsse für die Kanu Schwaben ein zähes Ringen gegeben, weil die frühere Praxis laut Grab nicht den städtischen Förderrichtlinien entsprochen habe. (pede)

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