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Tennis

12.07.2018

TCA muss in alten Hallen überwintern

Seine alten und maroden Hallen will der Tennis Club Augsburg abreißen lassen und stattdessen für 2,5 Millionen Euro eine Sechsfach-Halle bauen. Doch weil die Finanzierung nicht steht, muss das Projekt verschoben werden.
Bild: Ulrich Wagner

Das ambitionierte Bauprojekt des Clubs ist auf nächstes Jahr verschoben, weil die Finanzierung nicht steht. Auch beim TC Schießgraben verzögert sich der Neubau

Eigentlich hätte Jakob Schweyer, der Vorsitzende des TC Augsburg, in diesen Tagen ausschließlich Grund zur Freude. Die Männermannschaft des Tennis Clubs marschierte nach einem 5:4-Erfolg beim TC WB Landshut am Wochenende ungeschlagen durch die Bayernliga und wird nächste Saison nach langer Zeit wieder in der Regionalliga aufschlagen. Zuletzt spielte der TC Neusäß 2006 in der dritthöchsten deutschen Liga. Auch das in der vergangenen Saison abgestiegene Frauenteam schlug sich in der Bayernliga besser als gedacht. Die Routiniers um Mannschaftsführerin Sabine Klaschka belegten Platz zwei.

Dennoch wollte bei Schweyer keine richtige Feierlaune aufkommen. Musste er doch am Dienstag seine Mitglieder informieren, dass aus dem geplanten Hallenneubau nichts wird. Die rund 800 Mitglieder müssen auch im nächsten Winter auf den acht Plätzen in den vier alten Hallen spielen. In einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt, schreibt der TCA-Chef: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir den mehrfach geplanten Abriss der alten Hallen nicht starten konnten. Somit platzt der Traum der Halleneröffnung für Herbst 2018.“

Seit vier Jahren kämpft Schweyer mit seinem Stellvertreter Werner Leinfelder auf mehreren Ebenen, um die rund 2,5 Millionen Euro teure Sechsfach-Halle bauen zu können. Schweyer, der als Sales-Manager bei einem Software-Konzern arbeitet, verkaufte das Projekt immer offensiv, mit viel Optimismus und vielleicht auch ein wenig Naivität.

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Dabei gab es von Beginn an Probleme. Vom ersten Architekten trennte man sich, dann kam das Projekt mit verschiedenen Umplanungen in der Genehmigungsphase im Gestrüpp diverser Ämter nur schleppend voran. So datiert der erste Bauantrag vom März 2017. Jetzt wackelt auch noch die schon sicher geglaubte Finanzierung.

Schweyer schreibt an die Mitglieder, die Gründe seien „vielschichtig“. In die Schlagzeilen geriet der TCA vor allem durch eine genehmigte Abholzaktion im März dieses Jahres. Für die abgeholzten 25 Bäume muss der TCA 40 neue pflanzen. Anfang Mai stimmte die Untere Naturschutzbehörde der für die Genehmigung des Bauantrages notwendigen Ersatzpflanzung zu.

Die Baugenehmigung hat der TCA jetzt in Händen, bauen kann der Club aber immer noch nicht. Denn die Raiffeisenbank Kissing-Mering, die den Bau mitfinanzieren soll, hat ihre zunächst gemachte Zustimmung nach einer weiteren Risikoprüfung zurückgestellt. Hintergrund: Die Grundstücke, auf denen der TCA seine Anlage errichtet hat, gehören der Stadt Augsburg. Der Verein hat sie, wie in den meisten Fällen üblich, in Erbpacht von der Stadt geliehen. Schweyer schreibt: „Leider erfüllen wir mit unserer Erbpachtgestaltung die seit kurzem geltenden Beleihungskriterien noch nicht. Diverse Anträge sind gestellt, doch die Bearbeitung kostet Zeit.“

Nur mit Baugenehmigung und Finanzierungszusage gibt es Zuschüsse des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) und der Stadt. Ohne Zuschüsse ist das Projekt für den TCA nicht machbar. Dabei hatten Mitglieder 500000 Euro für den Bau gespendet. Dieses Geld, heißt es in der E-Mail, sei jetzt auf einem eigens eingerichteten Konto eingezahlt worden und werde nur für den Bau verwendet. Aktuell plant der TCA, dass die alten Hallen im Mai 2019 abgerissen und dann die neuen gebaut werden.

Ähnlich ist auch der Zeitplan des TC Schießgraben. Auch der muss seine in die Jahre gekommenen drei Tennishallen abreißen, auch die über 500 Schießgraben-Mitglieder sollten schon im Winter 2018/19 in einer modernen Halle aufschlagen. So waren jedenfalls die Planungen, die der Vorsitzende Roland Odörfer im Oktober 2017 im Augsburger Sportbeirat vorstellte. Auch der TC Schießgraben muss den Neubau – er kostet rund 2,3 Millionen Euro – ins Jahr 2019 verschieben. „Es geht alles seinen Gang. Aber der Weg durch die Behörden dauert seine Zeit“, erklärt Odörfer gelassen.

Ebenso wie TCA-Kollege Schweyer kann sich Odörfer wenigstens auf sportlicher Ebene freuen. Das Männerteam des TC Schießgraben dominierte die Landesliga (14:0 Punkte/57:6 Matchpunkte) und nimmt als Meister und Aufsteiger in der kommenden Saison in der Bayernliga den Platz des Aufsteigers TCA ein.

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