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Eishockey

01.03.2018

Talente träumen von der Profikarriere

Luis Gesellensetter, Colin Wacker und Samuel Eder (v. links) lieben Eishockey.
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Luis Gesellensetter, Colin Wacker und Samuel Eder (v. links) lieben Eishockey.

Im DEL Bambini Cup beweist sich Augsburgs Nachwuchs gegen Vereine aus ganz Deutschland. Die Kinder schwärmen für ihren Sport – und die olympischen Medaillengewinner

In ihrer Kabine bereiten sich die Kleinstschüler A des Augsburger EV wie die Großen auf ihr Spiel gegen Krefeld vor. Sie streifen Brustpanzer und Trikots über, greifen zu Schlägern und Handschuhen. An der Wand ihrer Kabine haben sie einen Zettel mit dem Wort „Glaube“ aufgehängt – ein solcher hing auch in der Kabine der deutschen Olympia-Eishockeyspieler. Für die neun Jahre alten Nachwuchsspieler sind die Silbermedaillengewinner Helden und Vorbilder. Luis Gesellensetter, der sich gerade den Torwarthandschuh angezogen hat, will später selbst Profi sein. „Erst bleibe ich bei Augsburg und werde ein Panther, dann geht es in die NHL“, sagt der Neunjährige. Für seinen Traum steht er jede Woche mindestens dreimal auf dem Eis, angefangen hat er mit drei Jahren.

Sein Trainer ist gleichzeitig sein Papa – Robert Gesellensetter trainiert die AEV Kleinstschüler A. Am Wochenende nehmen sie am DEL Bambini Cup teil, dem offiziellen Nachwuchspokal der Deutschen Eishockey Liga. Dafür sind Teams aus ganz Deutschland nach Augsburg gekommen. Ungefähr dreihundert Kinder kurven im Curt-Frenzel-Stadion über das Eis. Der Lärm im Stadion ist ohrenbetäubend, was nicht nur an den Kindern liegt. Hunderte Eltern feuern ihre Kleinen auf dem Eis an – und zwar in voller Fan-Montur mit Trikots, Trommeln und Fangesängen. Dementsprechend legen sich die Kinder auf dem Eis ins Zeug.

Für Trainer Gesellensetter steht der Spaß im Vordergrund: „Wenn ein Kind dreimal die Woche ins Training geht, muss es das auch von sich aus wollen.“ Genügend Ehrgeiz zeigen die jungen Augsburger. Der neun Jahre alte Colin Wacker steht als Stürmer auf dem Eis. Begeistert erzählt er, wie gut sich sein Team im Turnier geschlagen hat – ohne Probleme ist es ins Halbfinale gekommen, am Ende erreicht es Platz vier unter 15 Mannschaften. Der Erfolg zeigt dem Augsburger EV, dass er mit seiner Nachwuchsarbeit vieles richtig macht. „In den letzten Jahren haben wir viel Zeit und Geld investiert. Es ist schön, dass sich der Erfolg deutlich abzeichnet“, sagt Robert Gesellensetter. Gerade die Laufschule erlebe einen Boom – zwei Gruppen mit jeweils 50 Kindern lernen derzeit das Eislaufen. Für jede Gruppe stehen zehn Trainer mit auf dem Eis. „Die Kinder fangen schon mit drei Jahren bei uns an. Da braucht man eine gute Betreuung“, sagt Gesellensetter. Im Augsburger EV funktioniere das gut – dank hauptamtlicher und vieler ehrenamtlicher Trainer.

Wichtige Unterstützung kommt auch von den Eltern. Am Wochenende des Bambini Cups sind viele von ihnen stundenlang im Stadion und stemmen die Arbeiten für das Turnier, damit die Kinder auf dem Eis Spaß haben können. Eltern müssen teilweise viel für das Hobby ihrer Kinder leisten – das gesamte Jahr über stehen in ganz Deutschland Turniere wie der Bambini Cup an. Aber die Kinder haben dabei riesigen Spaß. Vor allem, wenn Panther-Profis das Turnier besuchen und Autogramme geben – was am Wochenende mehrmals passiert ist. Am Samstag können die Nachwuchstalente, wie schon in den Jahren zuvor, den Panther-Profis bei ihrem Training im Stadion zusehen.

Auch wenn am Ende die Jungadler Mannheim den Pokal mit nach Hause nehmen, lassen sich die kleinen Augsburger Spieler nicht entmutigen. Für Luis oder Colin steht fest, dass sie weiterhin jede Woche über das Eis flitzen werden. So wollen sie ihrem Traum näher kommen.

Halbfinale Jungadler Mannheim – EHC München (4:3); AEV Kleinstschüler A – Krefelder EV (0:4) Spiel um Platz drei EHC München – Augsburg (2:1)

Finale Mannheim – Krefeld (3:2)

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