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Tennis
08.08.2019

Hoch und Tiefs der deutschen Tennisprofis

Es war nicht der Tag von Benjamin Hassan: Der deutsche Tennisprofi verlor gesundheitlich angeschlagen sein Achtelfinal-Match mit 6:4, 1:6, 0:6.
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Es war nicht der Tag von Benjamin Hassan: Der deutsche Tennisprofi verlor gesundheitlich angeschlagen sein Achtelfinal-Match mit 6:4, 1:6, 0:6.

Während Benjamin Hassan sein Achtelfinalspiel bei den Schwaben Open angeschlagen abschenken muss, zieht Julian Lenz souverän ins Viertelfinale ein – auch weil er sich mittlerweile an die neue Flugkurve der Bälle gewöhnt hat

Nein, es war wohl wirklich keine gute Idee, am Mittwochnachmittag im Regen die kurzen Tennis-Shorts zu tragen. Das musste sich der deutsche Jungprofi Benjamin Hassan einen Tag später eingestehen, als er gesundheitlich angeschlagen sein Achtelfinal-Match gegen den Argentinier Facundo Mena zum Ende hin abschenken musste. „Ich habe mir was eingefangen, hatte schon in der Nacht Schüttelfrost und habe kaum geschlafen“, berichtete Hassan nach seiner Dreisatz-Niederlage, bevor er erschöpft in einen Liegestuhl sank.

Im ersten Satz hatte er seine Kräfte noch bündeln können und sich erfolgreich gegen Mena und seine Müdigkeit gewehrt. Schließlich lag der Einzug ins Viertelfinale des ATP Challenger-Turniers Schwaben Open in greifbarer Nähe. Doch ab dem zweiten Satz war bei Benjamin Hassan die Luft raus. Seine zwei besten Waffen – zum einen kraftvolle Grundlinienschläge, zum anderen überraschende Stoppbälle knapp übers Netz – stachen nicht mehr. Timing und Gefühl fehlten plötzlich völlig. „Ab dem zweiten Satz hatte ich überhaupt keine Kraft mehr“, gestand Hassan. Das bemerkte auch der Argentinier Facundo Mena, drehte den Spieß um und steuerte zielstrebig auf den Matchgewinn zu, was sich für Hassan auf dem Tableau schließlich in einem enttäuschenden 6:4, 1:6, 0:6 ablesen ließ.

Ein weiterer Deutscher war damit draußen – nachdem am Morgen mit Rudi Molleker ein weiterer der Turnierfavoriten aufgrund einer Verletzung zurückgezogen hatte. Doch die zahlreichen Zuschauer in Augsburg nahmen es nicht übel, dass angekündigte Stars wie Dustin Brown, Mats Moraing oder eben Molleker nicht antreten konnten. Schließlich boten auch die anderen Spieler großen Tennisgenuss. Wie etwa die Spanier Carlos Taberner und Guillermo Garcia Lopez, die sich fast drei Stunden ohne Atem zu holen bekämpften, bevor Lopez mit einem 6:3, 5:7, 6:2-Erfolg endlich als Sieger feststand.

Und auch der Deutsche Julian Lenz, die aktuelle Nummer 346 der ATP-Weltrangliste, spielte sich eindrucksvoll ins Viertelfinale. Der 26-Jährige aus Gießen, der an der renommierten Baylor University in den USA studiert hat und 2011 den Junioren-Doppeltitel bei den US Open gewann, überzeugte gegen den Spanier Mario Vilella Martinez mit einem souveränen 6:1, 6:2-Sieg. „Ich hatte einen relativ klaren Plan, wie ich gegen ihn zu spielen habe, und habe das konsequent bis auf ein paar Punkte durchgezogen. Ich wollte ihn ständig unter Strom setzen. Das hat zu hundert Prozent gepasst“, war Julian Lenz mit seinem Auftritt voll zufrieden.

Lenz auf Betriebstemperatur

Allerdings gesteht er, dass er sich auf die Bedingungen auf der Tennisanlage des TC Augsburg erst einstellen musste. „Ich habe immer mal ein paar Probleme, in die Turniere zu starten, aber wenn ich dann auf Betriebstemperatur bin und mich wohlfühle, dann geht mir alles etwas leichter von der Hand.“

Mittlerweile hat sich Lenz nämlich auch an die ungewohnte Flugkurve der Bälle gewöhnt. Denn tatsächlich spüren die sensiblen Tennisprofis aufgrund der geografischen Lage die Höhendifferenz zwischen den Turnier- und Trainingsstätten. „Ich merke schon den Unterschied von Augsburg zu München, da ich in München trainiere. Da fliegen die Bälle definitiv anders. Und auch an die Plätze muss man sich erst gewöhnen. Der Sand ist überall anders. Da muss man sich erst einmal ein bisschen einleben“, betont Lenz. Doch nach seinem deutlichen Sieg will er mit viel Selbstvertrauen in die nächste Partie gehen. Erneut trifft er auf einen Spanier. Nämlich den mit 36 Jahren sehr erfahrenen Guillermo Garcia Lopez, der seinen Landsmann Taberner ausgeschaltet hat und aktuell auf Rang 161 der ATP-Rangliste steht.

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