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Coronavirus

11.03.2020

Trotz Coronavirus: Augsburger Breitensport-Vereine halten Angebot aufrecht

Verändert das Coronavirus auch den Breitensport? In den Augsburger Sportvereinen werden die meisten Angebote derzeit aufrechterhalten.
Bild: Jens Schierenbeck, dpa (Symbol)

Plus In den Sportvereinen wird wegen der Coronavirus-Pandemie verstärkt auf Hygiene geachtet. Bisher gibt es aber keine generelle Absage von Wettkämpfen.

Kein Eishockey mehr bei den Augsburger Panthern und Bundesligaspiele ohne Zuschauer: Der Profisport muss gerade massive Einschnitte wegen des grassierenden Coronavirus hinnehmen. Drohen Absagen und Zuschauerausschlüsse jetzt auch in den Augsburger Amateurvereinen? Und wie verändert sich der Alltag der Sportler?

Doris Panacek ist Geschäftsführerin des TV Augsburg, der in zahlreichen Abteilungen von Fitness über Reha-Sport bis hin zu Skaterhockey und Basketball rund 5000 Mitglieder zählt. Sie verweist auf die Verantwortlichkeit der Stadt. „Das Ordnungsreferat hat abgefragt, bei welchen Wettkämpfen wir mehr als 100 Zuschauer erwarten“, sagt Panacek. Das sei vereinzelt der Fall, zum Beispiel beim Skaterhockey gegen Duisburg am kommenden Samstag. Solange die Stadt keine anderslautende Verordnung erlässt, plant der TVA laut Panacek keine Änderungen im Spiel- und Wettkampfkalender. „Von den Fachverbänden kommt die Information, dass wir unsere Veranstaltungen wohl ganz normal durchführen können“, berichtet sie.

TVA stellt Reha-Gruppen Desinfektionsmittel zur Verfügung

Doch wie stark ist der Vereinsalltag auch ohne Absagen vom Coronavirus betroffen? „Für die Reha-Gruppen steht extra Desinfektionsmittel bereit, Geräte und Flächen reinigen wir ohnehin regelmäßig. Zudem gibt es Aushänge, die auf die grundsätzlichen Maßnahmen wie Hände waschen hinweisen“, erklärt die Geschäftsführerin. Bisher sei kaum ein Unterschied bei den Teilnehmerzahlen an den TVA-Angeboten feststellbar.

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Die Entscheidung, zum Sport zu gehen oder ihn ausfallen zu lassen, ist aus Panaceks Sicht eine persönliche, ähnlich wie bei einem Restaurantbesuch. Deshalb bestehe auch keine Möglichkeit, für gebuchte Angebote das Geld zurückzuerhalten, wenn man sie aus Sorge vor dem Coronavirus nicht wahrnimmt. „Das wäre eine Katastrophe für uns – finanziell, aber vor allem, was den Verwaltungsaufwand betrifft“, sagt Panacek. Sie verweist darauf, dass Bewegung und frische Luft der Gesundheit und speziell dem Immunsystem grundsätzlich guttäten.

Experten bestätigen das. Die vorherrschende Meinung lautet: In Fitnessstudios trifft man im Schnitt weniger Kranke als in Bus und Bahn. Das Robert-Koch-Institut rät von Besuchen dort nur ab, wenn ein Verdachtsfall in der direkten Umgebung vorliegt. Eine nennenswert höhere Ansteckungsgefahr durch den Schweiß anderer Sportler besteht offenbar nicht.

Fußball-Bayernligist Türkspor Augsburg erwartet am Samstag den TSV Kottern auf dem eigenen städtischen Fußballplatz. Trainer Servet Bozdag sagt: „Wenn, dann fällt das Spiel wegen des Wetters aus oder weil die Stadt wegen Corona eine Absage anordnet.“ Der Verein erwarte etwa 100 Zuschauer zu der Begegnung. „Natürlich machen sich auch unsere Spieler ihre Gedanken und Sorgen. So, wie die Lage derzeit ist, wollen wir aber spielen“, meint Bozdag. Er gibt zu bedenken, dass Nachholpartien wegen des eng getakteten Spielplans zu Problemen führen könnten. Dann würden Begegnungen in noch kürzeren Abständen stattfinden.

Lehrgang für Spitzenkanuten fällt wegen Coronavirus aus

Von den Augsburger Schwimmvereinen werden derzeit keine Kurse abgesagt. Im Schwimmbad sei das Ansteckungsrisiko nicht größer als in anderen Einrichtungen, heißt es bei der Deutschen Gesellschaft für Badewesen, auf die Bernd Zitzelsberger von der Schwimmabteilung des Post SV Augsburg verweist. Alle vorliegenden Erkenntnisse würden darauf hindeuten, dass Viren durch das Chlor sicher abgetötet werden. Zudem unterliegen Schwimmbäder generell intensiveren Hygienevorschriften.

Schon ziemlich ausgebremst werden hingegen die Spitzenkanuten aus Augsburg, die sich gerade auf die Olympischen Spiele in Tokio oder die EM vorbereiten, wie etwa Hannes Aigner (AKV), Ricarda Funk (Bad Kreuznach) oder Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg). Bundestrainer Klaus Pohlen hat einen Lehrgang Ende März in Tokio abgesagt. Auch für viele andere Augsburger Paddler fallen Einsätze bei diversen internationalen Weltranglistenrennen aus. Das Training auf dem Eiskanal läuft hingegen ohne Einschränkungen.

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