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FC Augsburg

22.03.2021

Vladimir Manislavic erzielte 2002 das erste Tor des Monats für den FCA

Der Kasperl und Vladimir Manislavic. Zwei berühmte Augsburger.
Foto: Alexander Kaya

Trotz seines Tor des Monats ging Manislavics Beziehung mit dem FCA in die Brüche. Auch im zweiten Versuch als Jugend-Trainer. Doch der FCA liegt dem Serben immer noch am Herzen.

Die Medaillenübergabe nahm Mitte Dezember 2002 natürlich Augsburgs bekanntester Bürger vor: der Kasperl. Es war auch etwas ganz Besonderes, was Vladimir Manislavic gelungen war. Der Mittelstürmer hatte am 30. November 2002 im Punktspiel gegen den VfR Aalen das "Tor des Monats" erzielte. Der damals 28-Jährige war der erste Gewinner des FC Augsburg in der nun 50-jährigen Geschichte des Kult-Wettbewerbes der ARD-Sportschau. Zwei weitere, Torsten Oehrl (2010) und Torhüter Marwin Hitz (2015), sollten noch folgen.

Zum Glück filmte der BR im Rosenaustadion

Es lief die 59. Minute, als der in der Halbzeit für Marcelo Martins eingewechselte Manislavic per Seitfallzieher zum 1:0 (Endstand 3:0) traf. „Natürlich kann ich mich noch erinnern“, sagt der Serbe. „Die Ecke kam von links von Jörg Bode, Kreso Kovacec hat per Kopf abgelegt und ich hab ihn dann volley genommen.“

Torschütze Manislavic reisst sich das Trikot vom Körper nach seinem Tor zum 1:0
Foto: Fred Schöllhorn

Ein spektakulärer Treffer, der fast nur den 1250 Zuschauern im Rosenaustadion vorbehalten geblieben und damit nicht wählbar gewesen wäre. „Zufällig war ein Team des Bayerischen Rundfunks da und hat gedreht“, erzählt Manislavic. Fernsehaufnahmen vom damaligen Regionalliga-Aufsteiger waren nicht selbstverständlich.

Die legendäre Medaille überreichte ihn dann sein Trainer Ernst Middendorp und eben der Kasperl. „Sie liegt bei mir im Schrank“, sagt Manislavic. Gebracht habe sie ihm damals nicht viel. „Es war eine schwierige Zeit.“ Im Juli 2001 war der kantige Mittelstürmer von Dynamo Dresden zum Bayernligisten gewechselt. Mit 23 Toren hatte er maßgeblich Anteil am Aufstieg unter Trainer Gino Lettieri. Der wurde dann in der Sommerpause durch Ernst Middendorp, 62, ersetzt. Der Ex-Bielefeld-Trainer brachte Bundesliga-Flair nach Augsburg.

Und einige Ex-Profis wie Jörg Bode, Jörg Reeb oder André Hofschneider. FCA-Chef Walther Seinsch ließ sich das viel Geld kosten. Fünfstellige Monatslöhne sollen teilweise geflossen sein. „Ach, da hat man viel spekuliert. Bei mir war es nur vierstellig“, sagt Manislavic und lacht. Damit gehörte er nicht zu den Spitzenverdienern. Ob er 20 Jahre zu früh Fußball-Profi wurde? „Ich weiß nicht, solche Mittelstürmer wie ich sind doch fast ausgestorben.“

Vladimir Manislavic war zwar der Liebling der Fans beim FCA, aber nicht der Trainer

Auch sportlich lief es nach seinem „Tor des Monats“ nicht mehr rund. Er war zwar Publikumsliebling in der Rosenau, doch immer wieder von Verletzungen geplagt, reichte es weder unter Middendorp noch unter Armin Veh zum Stammspieler. Als Veh dann im September 2004 durch Rainer Hörgl abgelöst wurde, wurde es noch schlimmer. Die beiden fanden keinen Draht zueinander.

Die Medaille bekam Manislavic von Ernst Middendorp überreicht
Foto: Alexander Kaya

„Ich bekam keine Chance. Dann hat er nur gesagt, ich soll meine Koffer packen“, erzählt Manislavic. Tief verletzt und mit neun Minuten Einsatzzeit unter dem späteren Aufstiegstrainer wechselte er im Sommer 2005 zum SSV Ulm, um wenig später seine Profi-Karriere zu beenden. Augsburg ist aber seine Heimat geblieben. „Ich lebe mit meiner Frau schon 20 Jahre hier“, sagt Manislavic, der als Sachbearbeiter bei der Spedition BTG am Standort Olching arbeitet.

Ärger mit Rainer Hörgl und Manuel Baum

Einige Jahre blieb der 47-Jährige danach dem Fußball als Trainer treu. Unter anderem auch in der Saison 14/15 im Trainerstab der FCA-A-Junioren. „Ich wäre gerne geblieben, hätte meine Lizenzen gemacht und dann auch eine Jugend übernommen. Aber der damalige Chef, Manuel Baum, war dagegen.“

Vladimir Manislavic war als Trainer tätig.
Foto: Fischer

Manislavic wurde wieder von seiner großen Liebe enttäuscht. „Ich habe dann in einem Interview mal gesagt, der FCA ist mir egal. Das stimmt aber nicht. Vor Corona habe ich noch regelmäßig in der Traditionsmannschaft gespielt. Der FCA liegt mir immer noch am Herzen.“

Dazu trägt auch das Tor des Monats bei: „Ich bin damit im Geschichtsbuch des FCA gelandet und das macht mich schon stolz.“

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