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Erfolgreich im Sport, erfolgreich im BerufSerie

29.07.2017

„Wir haben ein anderes Spielfeld gefunden“

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3 Bilder
Jörg Löhr 1989/90 als Pokalsieger mit dem TSV Milbertshofen.
Bild: imago

Früher waren die Augsburger Brüder Jörg und Frank Löhr als Handball-Nationalspieler erfolgreich, heute motivieren sie andere, ihre Ziele zu erreichen/

Wie sehr die ehemaligen Handball-Nationalspieler Jörg und Frank Löhr noch immer mit dem Sport verbunden sind, zeigt das farbenfrohe Bild des Augsburger Malers Gerhard Paula, das sie in ihrem Besprechungszimmer aufgehängt haben: der Startbereich einer roten Tartanbahn, auf der fünf Sprinter eine Ziellinie überqueren. Fast schon symbolisch für die prominenten Brüder aus Augsburg. Schließlich liebt es besonders Jörg Löhr, Menschen dazu zu motivieren, die selbst gesteckten Ziele auch wirklich zu erreichen. Das hat ihn über die letzten Jahre zu Europas Persönlichkeits-Trainer Nummer eins gemacht.

Gemeinsam führen die beiden das Unternehmen „Jörg Löhr Erfolgstraining“. Jörg, 56, der geschliffene Rhetoriker und Buchautor als Zugpferd des Unternehmens auf der Bühne und nach außen hin, sein fünf Jahre jüngerer Bruder Frank als ordnende Hand im Management. „Es war früher im Sport schon gut, den Frank neben sich zu wissen, und heute ist es genauso“, schätzt Jörg Löhr die Zusammenarbeit im Familienunternehmen.

Dass es für die beiden nach ihren Handball-Karrieren beruflich ausgerechnet in die Richtung Coaching und Motivationstraining gehen würde, hatte keiner von beiden geahnt. „Das war eine Sache, die sich entwickelt hat. Wobei aber durchaus die Erfolgsfaktoren, die damals im Sport wichtig waren, auch eine entscheidende Rolle in meiner beruflichen Karriere gespielt haben“, sagt Jörg Löhr rückblickend.

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Wie etwa die Fähigkeit, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Die Fähigkeit, andere Menschen auf dem Spielfeld und im Alltag zu begeistern und mitzunehmen. Und die Fähigkeit, Disziplin zu haben und Verantwortung zu übernehmen. All das haben die Löhr-Brüder von frühester Kindheit an nicht nur in ihrer Familie, sondern auch in ihren Handball-Vereinen gelernt. „In der Summe, gepaart mit der uns eigenen Leidenschaft, ist das Ergebnis, dass wir jetzt hier stehen, wo wir stehen“, sagt Frank Löhr.

Noch schneller als seine eigene nahm die Karriere des Bruders Fahrt auf. Mit dem TSV Göggingen gewann Jörg Löhr 1979 seinen ersten deutschen Meistertitel. Nach seinem Wechsel zum VfL Günzburg stieg er mit diesem in die Bundesliga auf. Mit dem TSV Milbertshofen gewann er 1990 den DHB-Pokal, ein Jahr später folgte der Europacup-Triumph mit der SG Wallau/Massenheim. Insgesamt 94 Länderspiele hat der Nationalspieler bestritten und dabei 134 Tore erzielt.

Hat er da überhaupt jemals Rückschläge verkraften müssen? „Natürlich gibt es immer wieder Dinge, die wehtun“, gesteht Jörg Löhr und erinnert an die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles. „Da bist du in der Mannschaft drin und dann reißt du dir kurz zuvor die Bänder ab. Das tut wirklich weh.“ Doch gern zitiert er in Erinnerung daran den einstigen britischen Regierungschef Winston Churchill: „Erfolg heißt, einmal mehr aufstehen als hinfallen. Dieses Zitat hat sowohl für den Sport als auch für das Wirtschaftsleben eine recht hohe Bedeutung.“

Jörg Löhr hat das verinnerlicht – ebenso wie sein Bruder Frank: „Wichtig ist, dass man aus Niederlagen gestärkt hervorgeht. Nur so schafft man es wirklich an die Spitze.“ Auch der 1,97 Meter große „kleine“ Bruder weiß, wovon er spricht. Er war 39-facher Handball-Nationalspieler. Doch noch erfolgreicher war er als Co-Trainer an der Seite von Bundestrainer Heiner Brand. Gemeinsam holten sie mit der DHB-Auswahl 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen die Silbermedaille und bei den Europameisterschaften in Slowenien Gold. Ein Jahr zuvor gab es schon WM-Silber in Portugal.

Gern erinnern sich die Brüder noch heute an ihre Zeit als Leistungssportler, Wehmut kommt jedoch bei keinem von beiden auf. „Für mich war es ein fließender Übergang ins Berufsleben“, erzählt Jörg Löhr, „ich konnte durch Seminare bei einer Unternehmensberatung erleben, dass dort ein Spielfeld ist, das mir sehr viel Spaß macht und das Leute begeistert. Wir haben uns den Markt genau angesehen. Das Thema Persönlichkeitsausbildung und Mentaltraining hatte sich gerade entwickelt. Und dort haben wir unser neues Spielfeld gefunden.“

Diese Überzeugung der Brüder für die eigene Sache hat sie nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für Sportler und Sportmannschaften interessant gemacht. Darunter waren bereits Schwimmerin Franziska van Almsick, die Handball-Nationalmannschaft und diverse Fußball-Bundesligisten wie der FC Augsburg, Eintracht Frankfurt oder der FC Schalke 04. Heute sei das Interesse aus dem Sport groß, sagt Jörg Löhr, nicht zu vergleichen mit den Anfangszeiten. „So wie man heute einen Konditions- oder Torwarttrainer hat, hat man auch einen Mentaltrainer.“

Natürlich habe die eigene Karriere Türen geöffnet, geben die Löhrs zu.„Wirbieten nicht nur das Know- how, sondern haben den Profisport selbst erlebt. Ich mit 14 Jahren Bundesliga, Frank mit 18 Jahren. Das ist enorm viel Erfahrung. Wir wissen, was in jungen Spielern vorgeht, welchen Druck sie haben und welche Fehler sie machen können. Wir können ihnen viel Unterstützung bieten und sie besser machen“, betont Jörg Löhr, dass es beim perfekten Sportler nicht nur auf die Physis und das technische Können, sondern als dritte Säule immer auch auf die mentale Stärke ankommt.

stellen wir erfolgreiche Sportler vor, die nach dem Ende ihrer Laufbahn nicht im Fach bleiben und Trainer oder Manager werden, sondern in einem anderen Bereich Karriere machen.

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