Seit dem 7. Januar haben sich die Prioritäten im Leben von Sideris Tasiadis verschoben. Klar ist der Kanusport immer noch wichtig, ist er immer noch die Leidenschaft und auch der berufliche Inhalt, den der 34-jährige Polizeibeamte derzeit ausübt. Doch an erster Stelle steht jetzt sein Sohn Lino, den seine Frau Denise, 37, kurz nach dem Jahreswechsel genau um 9.17 Uhr zur Welt brachte. 3680 Gramm groß und 53 Zenitmeter schwer war das neue Familienmitglied.
„Es ist einfach schee“, schwärmt Vater Sideris im schwäbischen Dialekt. „Es fühlt sich an wie ein schöner Traum, es ist aber Wirklichkeit. Er bereitet uns viel Freude.“ Seit ein paar Tagen sind seine Frau und sein Sohn nun zu Hause in Friedberg. Die frisch gebackenen Eltern gewöhnen sich langsam an den Alltag. Lino mache es ihnen auch leicht, sagt Tasiadis. „Er ist ein Goldstück.“

Sideris Tasiadis fliegt nicht nach Reunion
Auf die Planungen seiner Vorbereitung auf die neue Saison hat das neue Familienmitglied kaum Einfluss. Tasidias lässt zwar den Warmwasser-Lehrgang im Februar auf der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion, im Indischen Ozean liegend, aus, doch war er noch nie ein so großer Freund dieser Maßnahme. „Den Lehrgang lasse ich aus, um meine Frau unterstützen zu können. Die Vorbereitung funktioniert hier auch. Ich verpasse nichts“, ist sich Tasiadis sicher. Er wird sich am heimischen Eiskanal vorbereiten. Tasiadis hatte im vorigen Jahr bei den Olympischen Spielen in Paris mit Platz vier im Canadier-Einer eine erneute Olympia-Medaille knapp verpasst. Er gewann Silber 2012 in London sowie Bronze 2021 in Tokio. Ein Jahr nach den Olympischen Spielen ist der Terminkalender von Tasiadis nicht ganz so eng getaktet, was den Vater freut. „Da ist man nicht so oft auf Lehrgängen unterwegs, sondern mehr bei Wettkämpfen. Das Gute ist, dass die meisten in Europa sein werden und da werden die Zwei oft mitgehen können“, freut er sich.
Im Mai findet die Europameisterschaft auf der Olympia-Strecke in Paris statt. Das Weltcup-Finale in der ersten Septemberwoche wird dieses Mal zum Heimspiel auf dem Eiskanal. Die WM wird dann Anfang Oktober in Australien ausgetragen. Sein Saisonziel hat der ehrgeizige Canadier-Fahrer ganz einfach definiert: „Ich will wie immer vorn mitfahren.“ An ein Karriereende denkt der 34-jährige Leistungssportler aber auch nach der Geburt seines Sohnes weiterhin nicht. „Klar, es wird irgendwann kommen, aber bisher sehe ich es noch nicht. Ich fühle mich fit und auch konkurrenzfähig. Deswegen denke ich noch nicht ans Aufhören.“
Hündin Milou ist nicht mehr dabei
Auf eine treue Begleiterin an der Trainingsstrecke am Eiskanal muss Tasiadis allerdings verzichten.

Seine Berner-Senn-Hovawarth-Hündin Milou musste er im November im Alter von 13,5 Jahre einschläfern lassen. „Es war herzzerreißend“, sagt Sideris Tasiadis.
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